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Stolberg-Venwegen: Der Verein „Alte Schule”: Ein ehrenamtliches Erfolgsmodell

Stolberg-Venwegen : Der Verein „Alte Schule”: Ein ehrenamtliches Erfolgsmodell

Die Geschichte begann, als die Verkaufsbemühungen endeten. Über Monate hatte die Stadt Stolberg versucht, die zuvor geschlossene Grundschule in Venwegen zu veräußern.

Doch es fand sich kein Interessent für die Immobilie an der Mulartshütter Straße, die lange Zeit als Außenstelle der Grundschule Breinig genutzt worden war.

So witterten einige engagierte Venwegener ihre Chance: Sie gründete den Verein „Alte Schule Venwegen” und setzten sich das Ziel, im Ort eine neue Anlaufstelle für die Kinder und Jugendlichen zu schaffen.

Geschafft haben sie das tatsächlich, mittlerweile kann der Verein, der konstant über 200 Mitglieder zählt, auf gut drei Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Das schafft Respekt und Anerkennung auch bei den Politikern, die anfangs längst nicht alle von der Idee eines ehrenamtlich geführten Jugendtreffs begeistert gewesen war. Vor zwei Wochen aber haben sie dem Verein ohne Gegenstimme zunächst im Jugendhilfeausschuss und dann auch im Stadtrat den Status des Trägers der freien Jugendhilfe in Stolberg zugesprochen.

Für Nicole Schweitzer ist das eine schöne Bestätigung. Im vergangenen Jahr hat sie den Vereinsvorsitz von Jürgen Termath übernommen und führt seitdem gemeinsam mit vielen Helfern die Geschicke in der alten Schule. „Es ist schön, jetzt zum offiziellen Kreis zu gehören”, sagt die dreifache Mutter. Und sie gibt zu bedenken: „Wenn wir damals nicht das Gebäude übernommen hätten, wäre es zerfallen. Und dann hätte es kein Angebot für die Kinder und Jugendlichen in unserem Ort gegeben.”

Früher wurde zwar das Pfarrheim des öfteren genutzt. „Doch da gab es immer wieder Interessenkonflikt, und eine feste Anlaufstelle bestand auch nicht.” Das ist in der alten Schule gänzlich anders. Den Jugendlichen wird regelmäßig ein offener Treff angeboten, vor allem Billardtisch und Kicker werden immer wieder gerne genutzt. Die Bücherei öffnet einmal pro Woche ihre Pforten, und auch die Ferienspiele erfreuen sich großer Beliebtheit. Auch die Pfadfinder haben hier eine neue Heimat gefunden. Hinzu kommen Veranstaltungen wie beispielsweise das Kartoffelfest oder der zweimal jährlich stattfindende Kindersachenflohmarkt.

Umfangreiche Renovierung

Das gesamte Programm wird mit ehrenamtlichen Kräften geschultert. Das gilt auch für die umfangreiche Renovierung, die der offiziellen Eröffnung des Jugendtreffs im September 2006 vorausgegangen war. Aber auch die Stadt Stolberg leistet ihren Beitrag. Sie übernimmt nicht nur alle sicherheitsrelevanten Arbeiten, sondern stellt das Gebäude auch kostenfrei zur Verfügung und trägt die Nebenkosten.

Seit gut drei Jahren funktioniert dieser Schulterschluss jetzt schon, und auch in Zukunft soll das nicht anders sein. Das kann Bürgermeister Ferdi Gatzweiler nur unterschreiben „Ich war oft in Venwegen und bin sehr überzeugt von der kompetenten Arbeit, die der Verein dort leistet. Sie ist von einem unschätzbaren Wert für den Ort und seine Kinder und Jugendlichen.”