Stolberg: Der schiefe Brunnen von Stolberg

Stolberg: Der schiefe Brunnen von Stolberg

Dem ein oder anderen regelmäßigen Besucher ist es sicher aufgefallen in den vergangenen Wochen, Monaten und Jahren. Nicht der an sich schön zu betrachtende Fluss des Wassers, sondern das eher unfeine Resultat dessen.

Der Kupferbrunnen an der Stielsgasse stand nicht mehr so da, wie ihn der Kupferschmied Matthias Peters 1987 an eben diesem Ort entstehen ließ, er senkte sich und wurde zum „schiefen Brunnen von Stolberg”.

Diese Neigung war eine direkte Folge des, nun ja, „wilden”, Wasserkreislaufs, der in den vergangenen Jahren den Brunnen durchlief und auch durch defekte Zuleitungen dafür sorgte, dass Wasser übertrat, den Boden aufweichte und den Brunnen selbst unterspülte - mit den sichtbaren Konsequenzen.

In dieser Woche aber reagierte das Technische Betriebsamt und hat den gesamten Kupferblock abgebaut, neue Leitungen verlegt und den Brunnen schließlich wieder eingesetzt. Im Grunde ist bis auf das reine Gerüst kaum etwas geblieben von der ursprünglichen Technik. Heißt: Alte Kupferleitungen wurden nun durch entsprechende Plastikelemente ersetzt, an einer der insgesamt drei Zuleitungen, die ursprünglich eingelötet und damit leicht zerbrechlich war, regelt nun ein Gewindestück den Wasserausgang. Schließlich wurde der Boden mit Zement aufgefüllt, um sicheren Halt zu garantieren.

Was bleibt, ist der geschlossene Wasserkreislauf von rund 1,5 Kubikmeter, also rund 1500 Liter Wasser. Dadurch, dass der Brunnen nun wieder gerade steht, funktioniert auch das Ablaufsystem wieder, das heißt, möglicher Überlauf zum Beispiel durch Regen wird ausgeglichen - nur wenn der Brunnen als „Müllhalde” missbraucht werde, funktioniere der Kreislauf nicht mehr, sagt Georg Paulus. „Das Schlimme ist, dass im Brunnen regelmäßig, beinahe täglich, Müll entsorgt wurde”, weiß der Leiter des Technischen Betriebsamtes von den regelmäßigen Touren seiner Mitarbeiter zu berichten. „Dazu kommt, dass er nicht serh wartungsfreundlich war.”

Besonders bei Kindern ist der Kupferbrunnen beliebt, „viele fragen schon, wann sie wieder daran spielen können”, gibt Elmar Tychon, der mit Erkan Kurtulus den Brunnen wieder instand setzt, Entwarnung: Ab heute sind die Absperrgitter rund um den Brunnen wieder verschwunden. Der Kupferbrunnen an der Stielsgasse - nun plätschert er wieder vor sich hin. Nur eben wieder kerzengerade.