Der Rosenmontagsumzug in Stolberg ist ein großes Fest für die Jecken

Der 135. Stolberger Rosenmontagsumzug : Wirbelndes Konfetti, lachende Jecken und ein gnädiger Wettergott

Sturmtief „Bennet“ hatte am Montag keine Chance bei den Stolbergern. Im Gegenteil: Dank ihm wirbelte das Koneftti umso prachvoller an der Zugstrecke durch die Lüfte und sorgte für langen bunten „Regen“.

Pünktlich setze sich zum 135. Mal in der Rosenmontag-Zugtradition der närrische Lindwurm, traditionell geführt von den lustigen „Stolberger Clowns“, ab der Salmstraße bis zur Zweifallerstraße in Bewegung. Vom Himmel kamen in den rund zwei Stunden kein Tröpfchen, dafür aber jede Menge Kamelle in allen Formen und Farben. Prinz Ecki I. hat nach Angaben seines Adjutanten rund zwei bis drei Tonnen auf seinen Wagen gebunkert, um es großzügig an die vielen wartenden und jubelnden Jecken zu verteilen, die ihn im Sonnenschein mit tosenden Rufen begrüßten.

„Ich habe heute ein lachendes und ein weinendes Auge. Heute ist natürlich ein Höhepunkt, aber wenn man weiß, dass danach alles vorbei ist, ist das sehr schade“, sagt der Prinz. Seine Garde hatte aber gut vorgesorgt, um den Adeligen des Karnevals bei bester Laune zu halten: 100 Currywürste in 20 Litern Soße begleiteten den Tross am Ende des Zuges.

Einer, der weiß, wie es ist, am Aschermittwoch die das Zepter zur Seite zu legen, ist Patrick der I., Prinz des vergangenen Jahres. Er stand am Rathaus, ganz in schwarz gekleidet, und sah dem buten Treiben leicht wehmütig zu. „Auf der anderen Seite war es schon schöner. Zuzugucken ist natürlich auch toll, aber eine Session Prinz sein zu dürfen, ist großartig“, sagt der Prinzenvater.

„De Wenkbülle“ zeigen ihr artistisches Können. Foto: ZVA/Anne Schröder

in der Konfetti-Kulisse moderierten am Rathaus die stellvertretende Bürgermeisterin Karina Wahlen zusammen mit dem Ersten Beigeordneten Robert Voigtsberger. Sie unterbrachen hin und wieder die Partymusik, die die tanzende Menge weiter animiert, für die Begrüßung aller Gruppe mit einem lauten dreifachen „Alaaf“. Fast schon entschuldigend, aber mit einem großen augenzwinkern sagt Wahlen: „Wir stehen heute hier, weil uns der Bürgermeister abhanden gekommen ist“. Ein Thema, das auch bei den Zuggruppen für Inspiration gesorgt hat. So fragen die als Giraffen verkleideten „Presterländer“ob ein Bürgermseiter in Sicht ist und recken ihre langen Hälse in die Höhe. Ebenso verkünden die Fische, die eigentlich Stolberger Löwen sind, auf ihrem Wagen: „Der Vichtbach lädt zum Fischen ein, dort könnt ein Bürgermeister sein.“

Ohne Clowns und Konfetti geht beim Rosenmontagsumzug nichts. Foto: ZVA/Anne Schröder

Ihre Einweihung auf dem Stolberger Rosenmontagszug feierte die KG Vicht, die den diesjährigen Burggarfen, Jochen I., im Schlepptau hatten. Die „närrischen Lehmjörese“ verwandelten den Rathausvorplatz in ein Tanzparkett und heizten der schon kochenden Stimmung noch mehr ein.

Ganz besonders zauberhaft wurde es durch die Einhörner der neugegründeten IG „Die Jecken Berger“. Zwar waren es nicht viele Fabelwesen, die in regenbogenfarben Süßigkeuten unters Volk brachten, dennoch breitete sich ein Hauch des Fantastischen über den Rathausplatz.

Auch der verrückte Albert Einstein reihte sich bei den „Hubääte“ ein. Foto: ZVA/Anne Schröder

Die alten Hasen der „Hubääte“ sind bereits seit rund 45 Jahren dabei. Nach so einer langen Zeit wird man vermutlich etwas „verrückt“, weshalb sich die Donnerberger als jecke Albert Einsteins im weiße Kittel durch die Menge feierten.

Der diesjährige Rosenmontagsumzug zeigte einmal mehr, dass auf die Jecken in Stolberg Verlass ist und mit der richtigen Portion Konfetti auch der Wettergott besänftigt werden kann.

Mehr Bilder vom Rosenmontagsumzug gibt es auf unserer Internetseite.