Kurzfristiges Einzelhandelsgeschäft: Der nächste Pop-up-Store in Stolberg ist schon in Planung

Kurzfristiges Einzelhandelsgeschäft : Der nächste Pop-up-Store in Stolberg ist schon in Planung

Nach acht Wochen schließt der Pop-up-Store an der Sonnentalstraße seine Pforten. Die Verantwortlichen Britta Leipertz von der Lowtec und Georg Abschlag vom Projekt Viertel-Lab ziehen eine positive Bilanz. Konkrete Ideen für die Zukunft haben sie auch bereits.

Einen größeren Erfolg hätte es im Pop-up-Store an der Sonnentalstraße wohl nicht geben können. Durch die Arbeit in dem Laden entdeckte eine Teilnehmerin ihre Liebe zum Verkauf wieder. Sie nahm ihren Mut zusammen, bewarb sich und erhielt eine Zusage. Seit dieser Woche arbeitet sie in einer Bäckerei. „Das ist das i-Tüpfelchen“, sagt Projektleiterin Britta Leipertz von der Lowtec. Vor rund acht Wochen wurde der Laden eröffnet. An diesem Donnerstag, 7. November, ist Schluss. Leipertz und Georg Abschlag vom Projekt Viertel-Lab ziehen Bilanz. So viel sei verraten: Der nächste Store ist bereits in Planung.

Ein kleiner Rückblick: Dort, wo einst das „Speisehaus“ war, eröffnete im September ein sogenannter Pop-up-Store – ein kurzfristiges Einzelhandelsgeschäft, das vorübergehend in leerstehenden Geschäftsräumen betrieben wird – seine Pforten. In diesem sollten in den vergangenen Wochen wirtschaftliche Aspekte und Arbeitsmarktförderung miteinander verknüpft werden.

Bereits im Mai hatte man mit den Planungen begonnen. Im „Entwicklungs-Center“ in Eschweiler werden seit April letzten Jahres neue berufliche Chancen und Perspektiven durch Begleitung und Qualifizierung entwickelt. Das Entwicklungs-Center ist eines der sechs Förderzentren des Jobcenters als Förderinstrument für Arbeitssuchende.

Besonders beliebt sind im Pop-up-Store übrigens die Insektenhotels. Aber es gibt auch eine Menge anderer Produkte. Foto: ZVA/Sonja Essers

Mit von der Partie ist auch das Viertel-Lab, das selbst in der Grüntalstraße 5 residiert und gezielt Menschen aus dem Quartier in Arbeit bringen möchte. Nachdem ein Konzept für den Store in der Innenstadt entwickelt wurde, ging es ans Eingemachte. Der Laden wurde hergerichtet und die Produkte, allesamt individuell und von verschiedenen Trägern hergestellt, hielten Einzug.

Insgesamt zwölf Teilnehmer des Entwicklungs-Centers waren im Verkauf tätig. Zehn Teilnehmer des Projekts Viertel-Lab, allesamt mit Migrationshintergrund – waren ebenfalls mit von der Partie. Sie nutzten den Pop-up-Store als eine Art Sprachencafé, erklärt Abschlag. Man habe sich über Produkte und traditionelle Berufe unterhalten sowie Verkaufsgespräche geübt. „Man kann diese Fläche auch für andere Dinge gut nutzen. Das Gute: Es fühlt sich nicht nach einer Maßnahme an“, sagt Leipertz. Schließlich herrsche in einem Laden eine andere Atmosphäre als beispielsweise in einem Büro.

Geschützter Rahmen

Besonders gut funktioniert habe die Routine, die man für das Betreiben eines Shops an den Tag legen müsse. Eigenschaften wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit wären dabei unerlässlich. „Wir befinden uns hier zwar in einem geschützten Rahmen, arbeiten aber sehr betriebsnah“, sagt Leipertz.

Doch nicht nur im Verkauf, sondern auch hinter den Kulissen – in der Logistik – gab es für die Teilnehmer eine Menge zu tun. Wurden Produkte verkauft, mussten diese schließlich auch wieder nachgeordert werden. Hat der Laden seine Pforten wieder geschlossen, werde natürlich auch noch eine Inventur gemacht und das Ladenlokal werde wieder so hinterlassen, wie man es vorgefunden habe. „Wir haben mit unserer Vermieterin wirklich großes Glück gehabt“, sagt Georg Abschlag, und Britta Leipertz fügt hinzu: „Man kann einen Pop-up-Store schließlich nur dann betreiben, wenn man auch ein Ladenlokal zur Verfügung gestellt bekommt.“

Und welche Produkte kamen in den vergangenen Wochen bei den Stolbergern besonders gut an? Die Insektenhotels. „Davon haben wir nur noch zwei Stück“, sagt Leipertz und lacht. Dafür können die Kunden allerdings auch noch eine ganze Menge anderer Sachen erwerben. Darunter Lampen, Essstäbchen, Glückwunschkarten, Wolle, Geschenkverpackungen, Glücksbringer oder auch Lesezeichen. Besonders stolz sei man darauf gewesen, einen Terrassenofen für 117 Euro verkauft zu haben.

Zum Kehraus am Donnerstag sollen die Besucher die Möglichkeit haben, den Laden zu besuchen (siehe Infobox). Auch einige Leckereien sollen für die Besucher gereicht werden. „Schließlich wollen wir uns auch nett aus Stolberg verabschieden“, sagt Leipertz. Die Eröffnung des nächsten Pop-up-Stores sei übrigens schon in Planung. Im Mai soll es soweit sein. Nur ein Ort müsse dafür noch gefunden werden.