Der längeren Bauzeit der Rathausstraße folgen höhere Kosten

Fertigstellung in Sicht: Der längeren Bauzeit der Rathausstraße folgen höhere Kosten

Mit einem kräftigen Wintereinbruch innerhalb der nächsten vier Wochen rechnet eigentlich niemand in der Kupferstadt. Minustemperaturen, Eis und Schnee fürchten die Tiefbauer im Rathaus derzeit wie der Teufel das Weihwasser.

Wohl nur ein Wintereinbruch könnte jetzt noch den ohnehin arg strapazierten Zeitplan bei der Umgestaltung der Rathausstraße gefährden.

Als mit dem ersten Bauabschnitt im August letzten Jahres begonnen wurde, war die Stimmung entlang der Rathausstraße noch gut. Dann kam der Winter und mit ihm die ersten Verzögerungen. Weitere entstanden durch das, was die Bauarbeiter unter der altehrwürdigen Straßendecke entdeckten: Das Gewirr aus Kabeln und Kanälen vergangener Jahrzehnte entwickelte sich für sie zu einem zeitraubenden Puzzle.

Bürgersteige bis 27. November

Eigentlich sollten am 6. Juli dieses Jahres die ersten beiden Bauschnitte zwischen Schellerweg und Kaiserplatz bereits Geschichte sein sowie einen Monat zuvor die dritte Ausbaustufe in Richtung Norden begonnen haben, aber es kam anders. Darüber, wann zwischen Schellerweg und Stadthalle mit den Arbeiten begonnen wird, will man im Rathaus wohl erst sprechen, wenn am Kaiserplatz die Bagger abgerückt sind.

„Im Mai ist die Stimmung gekippt“, sagte ein Geschäftsmann im Juni, als Bauunternehmen und Verwaltung im Ausschuss für Stadtentwicklung Politik und erboster Kaufmannschaft die Ursachen der Langsamkeit des Ausbaus erläuterten. Seinerzeit wurde eine mögliche Fertigstellung bis Ende Oktober avisiert. Seit Anfang September ist bekannt, dass es Ende November wird. Nachkarten will heute keiner mehr, aber alle warten sehnlichst darauf, dass es vorbei ist – vor dem Weihnachtsgeschäft.

Derweil harren die Anlieger der mittleren Rathausstraße mit Bangen und Sorgen den Verkündigungen zum Ablauf des dritten Bauabschnittes. „Wenn das bei uns so weitergeht, können wir dicht machen“, hatten Geschäftsleute der Verwaltung bereits vor einem halben Jahr mit auf den Weg gegeben.

Knapp 3 Millionen Euro

Die Hürden in der südlichen Rathausstraße schlagen mittlerweile bei den Kosten durch. Zwei Nachtragforderungen des Tiefbauunternehmens lassen die Gesamtkosten des kompletten Projektes mit knapp 196.000 Euro um rund sieben Prozent auf knapp 3 Millionen Euro steigen.

Während sich ein Nachtrag auf die durch die Stadt nach Vergabe geänderte Entsorgung des Bodenaushubs bezieht, entfallen gut 170.000 Euro davon auf die konkrete Bausituation in der Rathausstraße. Dabei geht es um in der Vergangenheit diverse nicht fachgerecht hergestellte Übergänge an Kanalanschlussleitungen sowie Betonplomben daran (rund 28.000 Euro), um Kleinmengen Asphalt und weitere Provisorien zum Aufrechterhalten der Erreichbarkeit von Geschäften (knapp 30.000 Euro). Es geht aber ebenso um Lücken im und Abweichungen vom Leistungsverzeichnis. So fehlte beispielsweise, dass bis dato das Pflaster einen Betonunterbau hatte,  der entfernt werden musste, weil die Platten üblicherweise auf einem Mörtel- und Splittbett verlegt werden. Umgekehrt bedurften die taktilen Elemente eines Mörtelbetts, während Splitt ausgeschrieben war (knapp 21.000 Euro) sowie weitere Kleinigkeiten.

Mit etwa 41.000 Euro dickster Batzen macht eine „Erschwerniszulage infolge von Intensivitätsverlust“ aus – bedingt durch ein „deutlich erhöhtes Verkehrsaufkommen in der Rathausstraße“.

Bauausschuss akzeptiert

Das sei dem Krankenhaus „zu verdanken“ aufgrund des von der Verkehrsbehörde angeordneten Einbahnstraßenregelung auf der Ritzefeldstraße wegen des Neubaus der Kreißsäle. „Erhebliche Behinderungen der Bauausführung“ seien die Folge gewesen, weil Rathaus- und Steinfeldstraße „die nahezu einzige Zufahrtmöglichkeit“ zum Krankenhaus gewesen sei.

Nach kurzer Beratung hat der Bau- und Vergabeausschuss in nicht öffentlicher Sitzung der Auftragserhöhung einmütig zugestimmt.

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