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Gesamtschule Stolberg: Der „Kommunikations-Fauxpas“ wird energisch bestritten

Gesamtschule Stolberg : Der „Kommunikations-Fauxpas“ wird energisch bestritten

Die Kooperation zwischen der Gesamtschule Auf der Liester und der Gesamtschule Waldschule Eschweiler endet im Sommer 2024. Einen „Kommunikations-Fauxpas“ habe es aber nie gegeben, betont der Stolberger Leiter Helge Pipoh.

Unstrittig ist, dass die Kooperation zwischen der Städtischen Gesamtschule Auf der Liester in Stolberg und der Gesamtschule Waldschule in Eschweiler nicht über das Schuljahr 2023/2024 hinaus fortgeführt wird (wir berichteten). Sehr wohl gehen aber die Meinungen darüber auseinander, was zur Beendigung der Zusammenarbeit geführt hat. Energisch widersprechen Helge Pipoh, Leiter der Städtischen Gesamtschule Stolberg, und Jochen Emonds, Leiter der Abteilung III Oberstufe, der im Schulausschuss der Stadt Eschweiler während der Sitzung am 23. November geäußerten Darstellung, mangelnde Kommunikation seitens ihrer Schule sei der Auslöser gewesen.

In der Verwaltungsvorlage wird explizit das Anfang September veröffentlichte Interview erwähnt, das Helge Pipoh und sein Stellvertreter Markus Emundts dieser Zeitung zum zehnjährigen Bestehen der Schule gegeben hatten. In diesem berichtete der Schulleiter, dass das erklärte Ziel sei, die bestehende Kooperation mit der Waldschule auf die Kupferstädter Gesamtschule auszuweiten. Weiterhin wird hervorgehoben, dass das Interview im Vorfeld nicht mit der Schulleitung der Gesamtschule Waldschule abgestimmt worden sei.

Ein Umstand, den Helge Pipoh bestätigt. Jedoch sehe er nach wie vor nicht, dass das Interview Neuigkeiten für die Verantwortlichen der Waldschule beinhaltet habe, betont er. „Wir haben schon zum Start der Kooperation zu Beginn des Schuljahres 2020/2021 in Gesprächen mit der Waldschule klar angesprochen, dass wir anstreben, die Kupferstädter Gesamtschule, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht über eine Oberstufe verfügte, dies aber ab dem Schuljahr 2023/2024 tun wird, mit ins Boot zu holen“, sagt der Schulleiter. Dieses Ansinnen sei auch in einem weiteren Artikel dieser Zeitung vom 31. März 2021 deutlich geworden, in dem unter der Überschrift „Das erste Fazit ist trotz Pandemie positiv“ eine Zwischenbilanz der ersten gut sieben Monate der Kooperation gezogen wurde. In diesem wird Helge Pipoh wie folgt zitiert: „Es ist sehr gut vorstellbar, auch die Kupferstädter Gesamtschule mit ins Boot zu nehmen.“ Mittelfristig, wie Pipoh auch jetzt noch mal unterstreicht. „Nun sind wir einfach erstaunt, dass ein vom Sinn her identischer Satz, der rund eineinhalb Jahre zuvor schon einmal gefallen ist, Mitauslöser für die Beendigung der Kooperation sein soll“, erklärt Oberstufenkoordinator Jochen Emonds. Anstoß nimmt er vor allem an der von Dietmar Schultheis während der Sitzung in der zurückliegenden Woche getätigten Aussage, es handele sich um einen „Kommunikations-Fauxpas der Stolberger Gesamtschule, der so nicht vorkommen sollte“. Dem stellvertretenden Vorsitzenden des Eschweiler Schulausschusses (SPD) widerspricht er entschieden. Die Stolberger Gesamtschule sei nach dem am 9. September veröffentlichten Interview, aber vor einem Gespräch zwischen beiden Schulen, vom Stolberger Schulamt informiert worden, dass das Eschweiler Schulamt mitgeteilt habe, die Gesamtschule Waldschule wünsche keine Fortsetzung der Zusammenarbeit über das Schuljahr 2023/2024 hinaus.

Eine Entscheidung, die selbstverständlich zu akzeptieren sei, betonen Helge Pipoh und Jochen Emonds. Petra Schönwald, Leiterin der Gesamtschule Waldschule, habe ja auch im Schulausschuss betont, organisatorische Gründe seien ausschlaggebend für die Beendigung der Kooperation. Diese sei aus Sicht der Stolberger Gesamtschule bedauerlich, habe aber keine weitreichend negativen Folgen für die Schülerinnen und Schüler Auf der Liester. „Wir werden unser Leistungskurs-Angebot mit eigenen Mitteln aufrechterhalten können“, ist Helge Pipoh zuversichtlich.

Auch der noch eineinhalb Jahre andauernden Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Waldschule blicken der Schulleiter sowie der Oberstufenkoordinator mit guten Gefühlen entgegen. „Ich stehe mit meinem Kollegen Matthias Nicolai von der Waldschule im ständigen Austausch. Wir beide können über den kurzen Dienstweg kommunizieren“, berichtet Jochen Emonds.

Darüber hinaus ist das Thema Kooperation für die Städtische Gesamtschule Stolberg keinesfalls zu den Akten gelegt. Im Gegenteil: „Wir hätten uns sehr gut eine Dreierkonstellation vorstellen können. Zumal der Standort der Kupferstädter Gesamtschule an der Breslauer Straße genau zwischen der Waldschule und uns liegt“, bedauert Helge Pipoh die Entwicklung nach wie vor. Doch nun liege der Fokus auf Gesprächen mit den Verantwortlichen der Kupferstädter Gesamtschule. „Der Grundgedanke lautet, ab 2023/2024 in der Einführungsphase zu kooperieren. Mit dem Ziel, den Schülerinnen und Schülern beider Schulen ein erweitertes Kursangebot bieten zu können. Noch ist nichts spruchreif. Doch der feste Wille besteht“, untermauern Helge Pipoh und Jochen Emonds übereinstimmend.