Der Einsatz von Medien im Unterricht gehört zum Schulalltag

Smartboards, Internet, Apps : Digitalisierung hält auch in Stolberger Schulen Einzug

Smartboards in allen Klassenräumen, eine stabile Anbindung an das Internet und Apps, die man auch auf dem Smartphone nutzen kann: So sieht nicht der Unterricht der Zukunft aus, sondern der ganz normale Schulalltag – zumindest an der Gesamtschule auf der Liester.

Nicht nur in Stolberg ist das Thema Digitalisierung an Schulen derzeit in aller Munde. Das Stichwort hier lautet Digitalpakt. Der Bundesrat hat die Grundgesetzänderung, die dazu nötig gewesen wäre, erst einmal gestoppt. Und wie ist es in Sachen Digitalisierung nun um Stolberg bestellt? Laut dem nordrhein-westfälischen Schulgesetz ist der Träger einer Schule nicht nur verpflichtet, Schulanlagen, Gebäude, Einrichtung und auch die entsprechenden Lehrmittel bereitzustellen und zu unterhalten, sondern muss auch dafür Sorge tragen, dass eine entsprechende digitale Infrastruktur an den Schulen vorhanden ist.

Dafür stellt die Stadt als Träger in den kommenden drei Jahren jeweils 300.000 Euro bereit. Um allen Schulformen gerecht zu werden, schlug die Verwaltung vor, dass die Mittel in diesem Jahr nach den Schülerzahlen aufgeteilt werden. Der Schulausschuss stimmte diesem Vorschlag in seiner Sitzung im März zu. 

Verteilung der Mittel 

In Zahlen ausgedrückt hieß dies: Die Grundschule Atsch (184 Schüler) erhielt 10.850 Euro, die Grundschule Bischofstraße (260 Schüler) 15.350 Euro, für Breinig (264 Schüler) gab es 15.580 Euro, Gressenich (167 Schüler) erhielt 9855 Euro, die Grüntalschule (198 Schüler) wurde mit 11 690 Euro bedacht, die Grundschule Hermannstraße (218 Schüler) sollte 12.870 Euro bekommen. Insgesamt 14.760 Euro gab es für die Grundschule auf dem Donnerberg (250 Schüler), Mausbach (107 Schüler) erhielt 6315 Euro. Für die Grundschule Prämienstraße (211 Schüler) gab es 12.460 Euro, Zweifall (153 Schüler) bekam 9025 Euro.

Und wie sah es bei den weiterführenden Schulen aus? Die Realschule Mausbach (351 Schüler) sollte 20.710 Euro erhalten, für das Goethe-Gymnasium (760 Schüler) sollte es 44.860 Euro geben, das Ritzefeld-Gymnasium (645 Schüler) sollte mit 38.060 Euro bedacht werden, die Gesamtschule auf der Liester (716 Schüler) sollte 42.260 Euro erhalten, für die Kupferstädter Gesamtschule (466 Schüler) sollte es 27.505 Euro geben.

Auch auf dem Smartphone kann gearbeitet werden. Foto: ZVA/Sonja Essers

Ein Vorreiter in Sachen Digitalisierung ist in Stolberg die Gesamtschule auf der Liester. Alle Klassen- und Fachräume sind mit Smartboards ausgestattet. Eine analoge Tafel gibt es zusätzlich. Die Smartboards sind mit dem Internet verbunden. Die Schüler arbeiten zudem alle mit dem Programm Office 350 und können darauf nicht nur in der Schule, sondern auch von zu Hause aus zugreifen. Auf bis zu 15 Endgeräten könnte jeder Schüler das Programm installieren, erklären Schulleiter Helge Pipoh und Oberstufenleiter Jochen Emonds.

Und wie sieht die Umsetzung im Unterricht aus? Für alle Klassen und Kurse sind digitale Ordner angelegt, auf die Schüler und Lehrer zugreifen können.

Helge Pipoh kann dieser Entwicklung etliche positive Aspekte abgewinnen und verweist unter anderem auf den naturwissenschaftlichen Unterricht. In diesem könne man unter anderem mit bestimmten Apps oder Programmen Dinge darstellen, die man „früher gar nicht so darstellen konnte“ – weil es technisch einfach nicht möglich war. Auf diese Weise könne man den naturwissenschaftlichen Unterricht viel anschaulicher gestalten. Auch das Kopieren von Folien gehöre mittlerweile der Vergangenheit an und auch Tageslichtprojektoren werden nicht mehr gebraucht.

Das würde sich auch auf die Vorbereitung des Unterrichts positiv auswirken. Schließlich könnten Beispielaufgaben so immer angepasst werden – ohne viel Aufwand. Die Nutzung von Smartphones ist an der Schule übrigens untersagt. Die Ausnahme bilden allerdings verschiedene Programme oder Apps, die beispielsweise im Mathematik-Unterricht genutzt werden können. So können beispielsweise auf dem Smartphone Kurvendiagramme angefertigt werden.

Die Nutzung geht über den regulären Unterricht hinaus. Auch das Kollegium kommuniziere über diese Plattform. Im Lehrerzimmer gibt es ein digitales schwarzes Brett, über das beispielsweise der Vertretungsunterricht geregelt wird. Und auch Veranstaltungen wie die Wandertage könne man auf diese Weise planen.

Ein weiteres Ziel von Pipoh und Emonds: Auch die Eltern sollen nachvollziehen können, was ihr Nachwuchs mit dem Programm so alles anstellen kann. Aus diesem Grund soll es Anfang des kommenden Jahres auch eine entsprechende Fortbildung für die Eltern geben – Nachfragen seien bereits in entsprechender Anzahl vorhanden.

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