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Stolberg: „De bello Gallico” in Stolberg

Stolberg : „De bello Gallico” in Stolberg

„Aqua das Wasser, vinum der Wein, scher’ dich zum Teufel verfluchtes Latein...”: Generationen von Schülern haben Gaius Julius Caeser für seine langen und verschachtelten Sätze verflucht, wenn sie sich bei der Übersetzung des „De bello Gallico” den Kopf zerbrochen haben.

Dabei kann Latein und „Der Gallische Krieg” doch so spannend sein.

Militärisches Debakel

Insbesondere dann, wenn man die so genannte tote Sprache in der heutigen Zeit ganz hautnah aufleben lassen kann. Das ist kein Problem für den Atscher Hobby-Historiker Hartmut Albrecht. Schließlich haben sich Caesar und seine Legionen hier in der Euregio lange genug mit Galliern und Germanen herumgeschlagen und dabei auch reichlich Spuren hinterlassen.

Gemeinsam mit Schülern aus der Euregio möchte sich Albrecht jetzt auf die Suche nach diesen Spuren begeben und dem Debakel Caesars hier, mitten im Land der Eburonen, nachgehen. „Caesar hat Europa gegründet”, sagt Albrecht, der lange nach Lehrern gesucht hat, mit denen er das euregionale Projekt umsetzen kann

Fündig geworden ist der Atscher bei Martin Ebner vom Aachener St. Ursula-Gymnasium, geknüpft sind die Kontakte zu Gymnasien in Maastricht und Heerlen sowie zum Königlichen Atheneum im belgischen Tongeren. Diese Stadt, bekannt durch ihren Antik-Trödelmarkt, beansprucht für sich Standort des berühmt-berüchtigten römischen Winterlagers Atuatuca zu sein.

Just jener Standort, an dem im Jahre 700 julianischer Zeitrechnung oder, einfacher, 54. v.Chr. des gregorianischen Kalenders die Eburonen unter ihrem Heerführer Ambiorix 15 römische Kohorten unter den Offizieren Sabinus und Cotta aufgerieben hatten.

Eine List

Durch eine List hatte Ambiorix, der mit der Gründung Belgiens im 19. Jahrhundert zum Nationalhelden wurde, die Römer aus ihrem Winterlager Atuatuca, das eine Fläche von rund 30 Hektar eingenommen haben muss, gelockt. Kaum hatte die rund 10 Kilometer (!) lange Marschkolonne den Schutz ihrer Palisaden verlassen, fielen die Eburonen über die Besatzungstruppen her.

Nur wenige Legionäre überlebten und erstatteten Caesar Bericht, der eine umfangreiche Racheoffensive startete... alles Ereignisse, die im im „De bello Gallico” des römischen Herrschers nachzulesen sind.

Im fünften Buch, Kapitel 24 - Caesars Truppen sind soeben vom Feldzug in Britannien zurückgekehrt - setzt denn auch Hartmut Albrecht an: „In den Textpassagen lassen sich immer wieder Hinweise auf das Winterlager Atuatuca finden, dessen exakte Lage bis heute nicht genau bekannt ist”. Aber Relikte des Lagers und Spuren der Schlacht müssen immer noch unter der Erde schlummern - vor Stolbergs Toren.