1. Lokales
  2. Stolberg

Stolberg: Das wird ein Genuss für Ohr und Gaumen

Stolberg : Das wird ein Genuss für Ohr und Gaumen

Am Samstag beginnt die elfte Auflage des Stolberger Musiksommers. Dieses jährlich stattfindende Festival hat sich zu einem Musikereignis entwickelt, das aus dem Kultur- und speziell dem Musikleben der Kupferstadt nicht mehr weg zu denken ist.

Wegbereiterin und treibende Kraft war von Anfang an Elke Becker, Geschäftsführerin des Arbeitskreises Stolberger Musiksommer. Mit ihr sprach unser Mitarbeiter Hans-Leo Recker.

Heute Abend heißt es wieder „Vorhang auf” für den Stolberger Musiksommer. Wie fühlen Sie und Ihr Team sich so kurz vor dem Start?

Becker: Heute fühl ich mich gut. Vor einer Woche war es noch ein wenig anders. Da hatte ein Hexenschuss den heutigen Gast des Abends, den Pianisten Stefan Irmer niedergestreckt. Und des weiteren: Das Programmheft liegt rechtzeitig in einer guten Ausführung vor.

Mit der Auftakt-Veranstaltung „Zu Gast bei Rossini” scheint Ihnen ja wieder ein Publikumsrenner gelungen zu sein?

Becker: Beim vorliegenden musikalischen Angebot von Stefan Irmer haben wir sofort die Assoziationen zu den Kochrezepten des Gourmet Rossini hergestellt und die zeitlichen wie örtlichen Probleme rasch gelöst. Das Museum Zinkhütter Hof ist dafür ideal. Und mit dem Konzertbeginn sind wir auf 18 Uhr vorgerückt, so dass sich das Essen wunderbar in einen solchen Abend einfügen lassen konnte. Es wird ein Genuss für Ohr und Gaumen werden.

Wie war der Vorverkauf?

Becker: Die Kombination Konzert mit anschließendem Essen ist ausverkauft. Für das Konzert alleine aber gibt es noch genügend Karten. Ansonsten ist der Vorverkauf bis jetzt schleppend verlaufen. Erfahrungsgemäß ist dies normal im Vergleich zu den Vorjahren.

Wann haben Sie mit den Vorbereitungen begonnen?

Becker: Im September 2003. Denn da lagen die Bewerbungen, von denen uns immer viele erreichen, schon vor. Bei unserer Programmgestaltung haben wir auch verschiedene Künstler aus den Vorjahren berücksichtigt.

Und was war ausschlaggebend für die Gestaltung des Musiksommers 2004?

Becker: Wenn man ins Programmheft schaut, stellt man fest, dass wir in diesem Jahr hervorragende Interpreten haben gewinnen können, eine ansehnliche Zahl davon hochkarätig. Und die wollten wir unserem treuen Publikum gerne präsentieren. Das Programm ist vielfarbig. Garant dafür ist die personelle Zusammensetzung des Arbeitskreises. Denn seine Mitglieder erkennen mit sicherem Gespür, wo und wie sich ein Konzert am besten realisieren lässt. Das Abendkonzert mit Werken der Frühklassik in der Vogelsangkirche oder das Schlusskonzert über die Bretonischen Impressionen mit Theo Palm sind Beispiele dafür.

Warum fehlt dieses Mal das bereits zur Tradition gewordene Kinder- und Familienkonzert?

Becker: Wenn sich dafür keine pfiffige und schlüssige Konzeption finden lässt, müssen wir eben einmal darauf verzichten können. Kinder merken rasch, wenn eine Aufführung konzeptionell nicht stimmig ist. Und das wollten wir vermeiden.

Dagegen haben Sie mit der Matinee „Komponistinnen des 19. Jahrhunderts” wiederum eine Veranstaltung mit der Musikwissenschaftlerin Ute Büchter-Römer ins Programm genommen?

Becker: Das Thema zeichnete sich bereits durch die vorjährige Matinee ab. Es ist immer noch viel Stoff vorhanden für solche Kombinationen Musikaufführung und musikwissenschaftliche Besprechung, vor allem von Randthemen, denen sich gerade Frau Professor Römer mit unvermindertem Interesse annimmt.

Haben Sie damals am Beginn des Stolberger Musiksommers gedacht, dass er sich so fest werde etablieren können?

Becker: Wer mich kennt, weiß, mein Sternzeichen ist der Widder. Und das heißt: Ich liebe keine halben Sachen. Was ich mir vorgenommen habe, das ziehe ich auch durch. Es muss nur gut sein.

Gibt es noch die Intentionen von damals?

Becker: Für unser Team war immer schon klar, dass die Bürgerschaft selbst gefordert ist, kulturelle Freiräume auszufüllen, selbst zu gestalten. Wegen der großen Finanznot in den öffentlichen Kassen ist die Botschaft, die wir mit unserer Initiative vermittelt haben und weiter vermitteln, aktueller denn je. Mit der Selbstfinanzierung und durch unsere seit Jahren treuen Sponsoren haben wir die Unabhängigkeit von der Stadt gewahrt. Das war immer unser erklärtes Ziel.

Und die Zukunft? Wovon träumen Sie?

Becker: Wir träumen von einem Konzert in einem Kupferhof und von einer Open-Air-Veranstaltung auf der Terrasse des Zinkhütter Hofes. Und von einem finanzierbaren Angebot mit großem Namen.