Das Leben Robert Schumanns im Konzert

Ein Abend mit Lutz Görner : Das Leben Robert Schumanns im Konzert

Das Leben Robert Schumanns, seine Musik und Lieder stellten Lutz Görner (Rezitator), Nadia Singer (Klavier) und Edward Leach (Tenor) im Saal des Kulturzentrums vor.

Charakteristisch für Schumanns Musik, ist die Verbindung von Poesie und Intellekt, die weltweit Interpreten wie Zuhörer anspricht. Leider waren in Stolberg aber nur wenige Interessierte (25) gekommen, um sich ein Bild von dem am 8. Juni 1810 in Zwickau geborenen und am 29. Juli 1856 in Endenich bei Bonn gestorbenen Komponisten zu machen.

Der junge lyrische Tenor aus England, der schon bei dem Schubertabend für Furore gesorgt hatte, sang einige von Schumanns berühmten Liedern nach Texten von Heinrich Heine und Joseph Eichendorff. Dazu gehörten „Dein Angesicht“, „Lieb Liebchen“, „Du bist wie eine Blume“, „Aus meinen Tränen“, „In der Fremde“ und „Mondnacht“. Nadia Singer spielte Musik aus den „Fantasiestücken“, dem „Carnaval“, den „Kinderszenen“, aus der „Sonate Nr. 1“ und vieles andere.

Zwischen den musikalischen Beiträgen zog der Rezitator, der gleichzeitig der Erfinder dieser unterhaltsamen Art von Klavierabenden ist, mit den Tagebucheinträgen, Briefauszügen und Anekdoten aus dem Leben dieses romantischen Künstlers das Publikum in seinen Bann.

Schumanns Leben als Musikschriftsteller und Komponist war kurz und voller Schwierigkeiten. Er war das jüngste von fünf Kindern. Mit sechs Jahren kam er auf eine Privatschule, wo er eine umfassende Schulausbildung genoss und Latein, Griechisch und Französisch lernte. Klavierunterricht hatte er seit seinem siebten Lebensjahr und komponierte schon bald kleine Klavierstücke.

Im Alter von 15 schrieb er seine erste Biographie, in der er die Hauptereignisse seines Lebens dokumentierte. In der Schule sei er zwar träumerisch gewesen, habe aber schon früh gewusst, dass er als Musiker oder Dichter berühmt werden wollte, so ein Freund.

Der Vater unterstützte die musikalische Begabung seines Sohnes. Als er ihn zum Klavierunterricht zu Carl Maria von Weber geben wollte, starben Vater und Klavierlehrer im gleichen Jahr und Robert Schumanns Hoffnung von Weber ausgebildet zu werden, auch.

Seine Mutter entschied, dass er nach dem „soliden“ Abitur Jura studieren und das Klavierspielen nebenher betreiben sollte. Aber es kam alles anders. Er schrieb sich zwar im März 1828 an der Leipziger Universität als Jurastudent ein, lernte aber bald Friedrich Wieck kennen, der als Klavierpädagoge einen ausgezeichneten Ruf genoss, und begab sich in Sachen musikalischer Fortbildung in seine Hände. Wiecks erfolgreichste Schülerin war seine Tochter Clara, in die er sich gleich verliebte und deren Liebe zunächst im Geheimen blühte. In der ersten Phase seines Schaffens komponierte Schumann vor allem Klaviermusik.

Nach der Eheschließung mit Clara 1840 folgten zehn sehr produktive Jahre, in denen er 140 Lieder schrieb. In seinem Ehetagebuch, das er für die Freuden und Leiden des Ehelebens angelegt hatte, waren die drei wichtigsten Worte „Fleiß, Sparsamkeit“ und Treue“. Dem Paar wurden acht Kinder geschenkt, von denen zwei in Leipzig das Licht der Welt erblickten.

Görner verschwieg auch Schumanns Probleme mit der rechten Hand und andere Krankheiten nicht. Trotz schwankender Gesundheit, der er durch Kurzaufenthalte und Erholungsreisen nur mangelhaft aufhelfen konnte, wurde er nicht müde im Produzieren.

Von Leipzig ging es nach Dresden und 1850 nach Düsseldorf, wo Robert in der Nachfolge von Felix Mendelssohn, Julius Rietz und Ferdinand Hiller Städtischer Musikdirektor wurde. Aber den Anforderungen war er nicht gewachsen, was zunächst an der mangelnden Kommunikation und den wenigen Fähigkeiten im Dirigieren lag.

Die tiefere Ursache war aber ein Nervenleiden, dessen Auswirkungen ihn zu einem Selbstmordversuch im Frühjahr 1854 trieb. Schließlich landete er in der Nervenheilanstalt in Endenich, wo er in Einsamkeit starb, weil die Behandlung die Isolation des Kranken von den nächsten Angehörigen einschloss, und Clara ihren Mann erst in seinen letzten Lebenstagen wieder sah. Lang anhaltender Beifall war dem Trio gewiss und sie bedankten sich mit drei Zugaben:

Lutz Görner erzählte vom ersten Besuch Johannes Brahms. Und was dieser im Hause Schumann auf dem Klavier gespielt hatte, zeigte Nadia Singer auf dem Flügel im Kulturzentrum. Edward Leach intonierte ein Schumann Lied über einen venezianischen Gondolier nach dem Text des irischen Nationaldichters Thomas Moore. (mlo)

(mlo)
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