Stolberg: Das Kulturzentrum öffnet seine Pforten

Stolberg : Das Kulturzentrum öffnet seine Pforten

Quirliges Leben auf dem Kaplan-Joseph-Dunkel-Platz im Stolberger Stadtteil Mühle: Der „Tag des Kulturzentrums“ lockte am Samstag Scharen von Bürgern zum Schauplatz. Dabei ging es längst nicht nur um Bücher, Bildung und andere Früchte des menschlichen Geistes.

Zahlreiche Initiativen auf sozialem Gebiet präsentierten sich außerdem und zeigten so, was die Kupferstadt in ihrem Innersten zusammenhält.

Besonders präsent: Der Stand des Sozialdienstes Katholischer Frauen war einer der Blickfänge beim „Tag des Kulturzentrums“ in Stolberg-Mühle. Foto: Christoph Hahn

Wie Bürger ihre Stadt mit Leben füllen, welche Ideen sie dabei entwickeln und wie sie die in die Tat umsetzen: Darum ging es bei diesem etwas anderen ersten „Tag der offenen Tür“, der das Kulturzentrum an dessen Rückfront zum dem ihn umgebenden Stadtteil, Heimat vieler Zuwanderer, hin öffnete. Verloren in diesem überaus reichlichen Informationsangebot musste sich kein Besucher fühlen: Lotsen in Signalwesten sprachen sie gezielt an und bedachten sie mit einem informativen Faltblatt.

Der Zwerg mit den erstaunten Augen zog die Kinder magisch an. Foto: Christoph Hahn

Gastlich ging es zu — nicht nur, aber auch in einem kulinarischen Sinn. Der Spanische Elternverein etwa wartete mit garantiert authentischer Paella auf, derweil das Barteam des Jugendtreffs „Westside“ alkoholfreie Cocktails kredenzte. Sehr begehrt war außerdem das verführerische Angebot von Kuchen, die die Frauen und Männer von der Arbeiterwohlfahrt gebacken hatten. Menschen einzuladen, Menschen miteinander zu verbinden — darum ging es.

Sehr präsent wirkte dabei der Auftritt des Sozialdienstes Katholischer Frauen mit dem von ihm getragenen Agnesheim und dem Kindergarten für spanischsprachige Kinder. Auch das Jugendamt und andere rund um den Platz tätige Institutionen zeigten sich mit ihren Mitarbeitern und blieben ihren Gesprächspartnern kaum eine Antwort schuldig.

Schnupper-Unterricht

Ein weiteres Epizentrum des Geschehens: die Bühne an der Rückfront des Kulturzentrums, auf der unter anderem der Musikzug der Stolberger Feuerwehr unter Leitung von Karl Schäfer den Festgästen aufspielte. Die Kollegen vom Akkordeon-Orchester „Harmonia“ betrieben derweil gezielte Nachwuchspflege und sprachen Interessenten nicht nur am Infostand, sondern auch durch den Schnupper-Unterricht gleich nebenan im Josefshaus an.

Dabei blieb das Geschehen ganz und gar nicht auf den Kaplan-Joseph-Dunkel-Platz beschränkt, wovon sich neben Bürgermeister Tim Grüttemeier auch Beigeordneter Robert Voigtsberger und SPD-Kommunalpolitiker Patrick Haas überzeugten. In den Räumen der Stadtbücherei zum Beispiel fanden beim Flohmarkt alte Bücher schnell neue Freunde, derweil direkt neben dem Haupteingang das Team der Bibliothekare gezielte Leseförderung betrieb — derweil direkt gegenüber die Mitglieder der „Demokratie-Werkstatt“ den Passanten Mut zum Zugehen auf Menschen aus fremden Kulturen zu machen bemüht waren.

Im Gebäude selbst zeigten sich neben den Kollegen aus der Bücherei die Dozenten der Volkshochschule (VHS) von ihrer besten Seite. Wie die Mitbewerber um die Gunst des Publikums vom Akkordeon-Orchester, so setzten auch die Wissensvermittler auf den Schnupper-Effekt ihrer Angebote und boten Kostproben unter anderem im Online-Lernen, Malen und der Sport-Gymnastik. Wer es danach etwas ruhiger angehen und die Kinder sich austoben lassen wollte, hatte vor und im Ökumenischen Gemeindezentrum diverse Möglichkeiten.

Ein geradezu optimaler Publikumszuspruch belohnte die Ausrichter dafür, dass sie die geschützten Bereiche von Kulturzentrum und Josefshaus verlassen hatten. Ihre Bereitschaft zur Kommunikation und zur Öffnung der Umgebung gegenüber fielen jedenfalls auf denkbar fruchtbaren Boden.