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Das Konzept für die Neugestaltung des Markusplatzes steht

Dorferneuerung : Das Ehrenmal wechselt die Straßenseite

Auf einen neu gestalteten Markusplatz können sich die Mausbacher so langsam freuen. Die Arbeiten können zwar frühestens im kommenden Jahr anlaufen, aber die Planung für den Förderantrag hat der Ausschuss für Stadtentwicklung bereits abgesegnet.

Das Heimatministerium des Landes fördert voraussichtlich die Dorferneuerung mit bis zu 65 Prozent der Kosten, maximal aber mit 250.000 Euro. Die Stadt kalkuliert alleine für den Markusplatz mit einem Kostenaufwand von 1,485 Millionen Euro, die in den Haushalten 2020 und 2021 berücksichtigt werden sollen. Der Planungsaufwand ist bereits verbucht.

Der Entwurf für das zweite Projekt der Dorfinnenentwicklung in Mausbach soll im Herbst im Ausschuss beschlossen werden: Für die Umgestaltung der Grünanlage an der Schroiffstraße erhofft sich Stolberg eine weitere Tranche von Dorffördermitteln des Landes. Auch an der Schroiffstraße wird frühstens Ende 2020 mit der Umsetzung begonnen werden können, wenn eine Bewilligung eintrifft.

Am Markusplatz wird man sich an einen neuen Anblick gewöhnen dürfen: Um bessere Möglichkeiten zur Gestaltung des Platzes zu erhalten, wird das Ehrenmal versetzt auf den kleinen Freibereich nördlich der Krewinkler Straße, der ebenso wie der Markusplatz neu gepflastert werden soll. Durch das Versetzen der Bruchsteinmauer soll zudem ein zusätzlicher Stellplatz geschaffen werden. Die Krewinkler Straße soll über ein farbig abgesetztes, helles Asphaltband optisch an den Markusplatz angebunden werden.

Das Mausbacher Ehrenmal soll vom Markusplatz an die nördliche Ecke der Einmündung Krewinkler Straße versetzt werden. Foto: Jürgen Lange

Dessen Platzdreieck wird zweigeteilt: Der größere südwestliche Teil wird gepflastert, der kleinere höher gelegene nordöstliche Teil als Grünanlage gestaltet. Barrierefrei erreichbare Terrassen fangen den Höhenunterschied dort auf.

Den Übergang zur multifunktional nutzbaren südwestlichen Platzhälfte bildet die gedachte Linie von der Treppenanlage des Bürgerhauses aus zur Platzspitze, wo eine Infosäule aufgestellt werden soll. Die Wegeführung wird nur im Bereich der 3,60 Meter Einbahnstraße, die an der Geschäftsfront vorbeiführt, unterschiedlich gepflastert. Von Fahrzeugen freigehalten werden soll der Fußgängerweg durch eine Möblierung. Gleiches gilt für die zehn Stellplätze, die auf dem Platz durch variiertes Pflaster informell gekennzeichnet werden sollen. Im Übrigen soll der Platz wie aus einem Guss gepflastert werden.

Der dreieckige Markusplatz wird klar gegliedert in eine kleinere Grün- und größere Multifunktionsfläche. Ergänzt wird der Baumbestand durch neue Linden. Foto: Jürgen Lange

Insgesamt wird im Planungsbereich durch die Neugestaltung die Anzahl der Parkplätze von 24 auf 22 reduziert. Die beiden heutigen Elternhaltestellen sollen auf dem Platz angeordnet werden. Auf weitere Ladestationen für E-Autos soll auf dem Markusplatz erst einmal verzichtet werden, da zwei „Zapfstellen“ bereits in der Straße „Im Hahn“ eingerichtet wurden.

Gegenüber der Kirche erhält der Markusplatz einen Saum aus Linden. Seine Seitenbereiche zur Landesstraße 12 (Kurt-Schumacher- / Gressenicher Straße) hin fallen breiter als heute aus. Die Bushaltestellen erhalten 18 Zentimeter hohe Busborde zum barrierefreien Einstieg sowie beidseitig mit hellem Gussasphalt gekennzeichnete Busbuchten, die sich von der Asphaltfahrbahn absetzen. Die Fahrbahn wird an der Engstelle auf sechs Meter eingeengt und weitet sich zu der leicht nach Südwesten verschobenen Querungshilfe auf. Ursprünglich hatten Planer und Verwaltung eine Breite von nur fünf Meter angestrebt, was in Gesprächen mit Polizei, Landesbetrieb und Aseag nicht durchgesetzt werden konnte.

Auf 5,50 Meter einigten die Behörden sich für die engste Stelle der unteren Dechant-Brock-Straße, in der ebenfalls die Seitenbereiche neu gestaltet und die Wartezonen vor den Bushaltestellen verbreitert werden.

Die Einmündung Schroiffstraße wird als Einbahnstraße (in Richtung Grünanlage) neu gestaltet und die Querungshilfe vor der Kirche barrierefrei ausgebaut. Der Baumkranz vor dem angehobenen Vorplatz der Kirche wird vervollständigt.

Auf der Westseite der Dechant-Brock-Straße entsteht eine 40 Meter lange – auf der gegenüberliegenden Seite eine 32 Meter lange – Bushaltestelle mit 18 Zentimeter hohen Busborden für maximal zwei Busse. „Der Schülerverkehr wird in den Spitzenzeiten mit Verstärkerbussen abgewickelt, die längere Wartezeiten erforderlich machen“, erläutert Tobias Röhm. „Ein Überholen ist für den Verkehrsfluss notwendig“, argumentiert der Technische Beigeordnete. Deshalb werde die Fahrbahn an den jeweils drei Meter breiten – mit hellem Gussasphalt gestalterisch abgesetzten – Busbuchten vorbei geführt.

„Die Planung basiert insgesamt auf der am Markusplatz bereits eingerichteten Tempo-30-Regelung“, sagt Röhm: „Sie soll auf die Dechant-Brock-Straße ausgeweitet werden“. Die Streckengeschwindigkeit Tempo 30 sei für die Abwicklung des Schülerverkehrs und für die Führung der Radfahrer im fließenden Verkehr zwingend erforderlich.