Das Kolping Infomobil auf dem Markt in Stolberg

Leider nur wenige Besucher : Das Kolping Infomobil klärte in Stolberg über Integration auf

Es sollte eine publikumwirksame Aktion werden, doch das Gegenteil war eher der Fall. Das Kolping Infomobil, das seit Januar 2017 durch ganz Deutschland unterwegs ist, und über Integration und die Arbeit mit Geflüchteten informiert, wurde auf dem Kaiserplatz nur spärlich besucht.

Lediglich ein paar Stolberger Politiker ließen sich blicken, um mit Inna Sadatsharifi und Ingeo Witzenhausen über Flucht, Migration und Integration vor Ort zu sprechen. Die Spiel- und Mitmachaktionen, Texttafeln, multimedialen Elementen und Methoden, mit denen die beiden Damen die Stolberger Besucher aufklären wollten, blieben weitgehend unberührt.

Für Kolping ist Integration gleichbedeutend mit Teilhabe - aktive Teilhabe von Zugewanderten in allen gesellschaftlichen Bereichen steht für erfolgreiche Integration. Um Geflüchteten das Ankommen und damit die Integration zu ermöglichen, ist schnelle und konkrete Unterstützung unerlässlich. Es braucht gute Sprachfertigkeit, kulturelle Kompetenz, berufliche Qualifikation und menschengerechtes Wohnen, um ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben in der neuen Heimat führen zu können.

Jede und jeder kann etwas dazu beitragen. Die einfachste und direkteste Art beginnt im Kleinen, in der Nachbarschaft. Die verschiedenen Angebote der Roadshow wollten mit Vorurteilen aufräumen und die Solidarität stärken. Abgestimmt auf Altersgruppen und auf den individuellen Wissensstand gab es Schwerpunkte zu Fluchtursachen und wie Integration gelingen kann. Als Einstieg half die Frage, was Heimat eigentlich bedeutet und wie es sich anfühlt, seine Heimat verlassen zu müssen. Wie auf Stammtischparolen „Wir können doch nicht die ganze Welt retten!“, „Die nehmen uns die Arbeitsplätze weg!“ oder „Wozu brauchen die denn Smartphones?“ und ähnliches reagiert werden kann, zeigte eine Magnettafel, die hinter den Fragen Lösungen anbot.

Wichtig ist ein authentischer Auftritt und standhaft nachzufragen und den ein oder anderen durch Erfahrung zu überzeugen statt durch Belehrung. Ein jeder sollte selbst aktiv werden und daraufhin weisen, dass wir alle in einer demokratischen Gesellschaft leben, die es zu verteidigen gilt.

Mehr von Aachener Zeitung