Stolberg: „Das KAL-Verbot ist ein gutes Signal für unsere Stadt”

Stolberg: „Das KAL-Verbot ist ein gutes Signal für unsere Stadt”

„Wir haben gezeigt, dass wir uns von Neonazis nicht auf der Nase tanzen lassen”, sagt Polizeipräsident Klaus Oelze bei der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz auf der Stolberger Polizeiwache. Zahlreich waren Vertreter von internationaler Presse und Medien gekommen, um aus erster Hand Details der Durchsetzung des Verbots der Kameradschaft Aachener Land (KAL) zu erfahren.

In Stolberg wurden sieben Wohnungen an fünf Straßen in Atsch, Breinig, Büsbach und der Innenstadt durchsucht. Oelze erwartet von der Aktion auch Auswirkungen auf die Stolberger April-Demonstrationen. „Wir waren auch bei den Anmeldern der Demos; ich gehe davon aus, dass unsere Versammlungsrechtler erneute Anmeldungen nun anders bewerten werden müssen”, zeigte sich der Polizeipräsident optimistisch.

Wie andere Initiativen auch hatte das Stolberger Bündnis gegen Radikalismus bei der Regionalkonferenz am 23. September 2011 eine vom Herzogenrather Bündnis gegen Rechts initiierte Resolution zum Verbot der KAL mitunterzeichnet, der sich in Folge bekanntlich die einzelnen Stadträte in der Städteregion sowie der Städteregionstag selbst anschlossen.

„Wir fühlen uns bestätigt”, freut sich Bündnissprecherin Beatrix Oprée über das konsequente Durchgreifen des Innenministers seit Aufdecken der Zwickauer Terrorzelle. „Mit dem Verbot ist die KAL eindeutig als kriminelle Vereinigung eingestuft worden. Hoffentlich erkennen dies nun auch Sympathisanten und Mitläufer. Wir rufen die Stolberger Bürger auf, auch weiterhin mit uns gegen Rassismus und gewaltbereite Neonazis auf die Straße zu gehen.”

Ferdi Gatzweiler zeigte sich dankbar für das Verbot durch den Innenminister und die wirkungsvolle Umsetzung durch die Polizei. „Das ist ein gutes Signal für unsere Stadt”, sagt der Bürgermeister und erhofft sich, dass Stolberg zukünftig von Aufmärschen der rechten Szene verschont bleibt. „Wir müssen aber wachsam bleiben und weiter gegen das rechtsradikale Gedankengut in den Köpfen ankämpfen”, so Gatzweiler.

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