Das Jugendparlament hat zwei neue Vorsitzende

Stolberger Jugendparlament: Unbequem sein zum Wohl der Jugend

Kommunalpolitik ist langweilig – vor allem für junge Menschen? Falsch gedacht. Dass es auch anders geht, zeigen Nino Bündgen und Jorick Espeter. Die beiden jungen Männer sind seit wenigen Wochen die neuen Vorsitzenden des Stolberger Jugendparlaments.

Ihr Ziel: Sie wollen nicht nur schneller und nachhaltiger arbeiten, sondern die Jugendlichen in Stolberg mehr einbinden und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Meinung zu äußern. Denn: „Auf kommunaler Ebene kann man etwas mit seiner Stimme bewirken“, sagt Jorick Espeter.

Damit es für die jungen Erwachsenen fortan mehr Möglichkeiten zur Partizipation gibt, haben die Mitglieder des Jugendparlamentes an einer neuen Satzung und neuen Strukturen gearbeitet. Die Jugenddelegiertenkonferenzen finden nun nicht mehr einmal im Jahr, sondern bis zu dreimal jährlich statt. Zudem trifft sich der Vorstand – dem neben Nino Bündgen und Jorick Espeter auch Justin Saß, Nina Hellebrand, Stefanie Kahn, Philipp Xhonneux und Fabio Simons angehören – ebenfalls alle vier Wochen. Die Vorsitzenden tauschen sich alle sieben bis neun Tage aus. Schließlich gebe es momentan jede Menge zu tun. Etliche Termine für die kommenden Monate stehen schon fest (siehe Infobox), erklären Bündgen und Espeter.

Im Rahmen von zwei Seminartagen, die MItte Dezember stattfinden sollen, planen die Jugendlichen zudem weitere Aktivitäten für das kommende Jahr. Ideen haben Büngen, Espeter & Co. jedenfalls mehr als genug. Im Fokus sollen natürlich die Europawahl und die Wahl des Stolberger Bürgermeisters stehen. Bündgen und Espeter könnten sich Planspiele, in denen beispielsweise die Arbeit im Europa-Parlament simuliert wird, vorstellen. Auch über die Einrichtung eines regelmäßigen Jugendpolitik-Talks wolle man sprechen. „Dass Jugendliche ihre Meinung äußern können, ist viel zu selten gegeben“, sagt Nino Bündgen.

Teilnahme an Ausschüssen

Ein weiteres Ziel, dass er und Espeter sich gesetzt haben: Sie wollen an mehr Stolberger Ausschüssen teilnehmen, um auch dort die Meinung der Jugendlichen zu vertreten. Derzeit ist das Jugendparlament nur im Ausschuss für Soziales und Generationengerechtigkeit (ASG) vertreten. Doch das reicht den beiden nicht. „Es nützt nichts, wenn in einem Schulausschuss nur Politiker sitzen, die schon seit Jahren aus dem Schulalltag raus sind“, sagt Nino Bündgen. Er und Espeter sehen ihre Aufgabe darin, auch mal unbequem zu sein und die Arbeit von Rat und Verwaltung kritisch zu hinterfragen.

Dass die jungen Erwachsenen bereits in der Vergangenheit große Projekte angestoßen haben, zeigt der Calistenic-Park in der Ardennestraße – ein Herzensprojekt, wie Jorick Espeter betont. Vor drei Jahren habe man den Antrag gestellt. Vor rund einem Monat fand der Spatenstich statt. „Das war das große Projekt in den letzten Jahren“, sagt Espeter, der sich auf die Fertigstellung freut.

Ein weiteres wichtiges Thema für Espeter und Bündgen: die überregionale Zusammenarbeit mit Jugendlichen aus anderen Kommunen. „Partizipation ist nicht nur Stadtsache“, sagt Bündgen. Ein regelmäßiger Austausch und eventuell gemeinsame Veranstaltungen sollen folgen. Bereits zur letzten Landtagswahl veranstaltete das Stolberger Jugendparlament gemeinsam mit den Vertretern aus Eschweiler und Herzogenrath ein Event. „Das war eine gelungene Aktion. Aber der Austausch soll noch deutlich ausgeprägter werden“, sind sich Espeter und Bündgen sicher.Beim Jugendparlament können sich alle Stolberger Jugendlichen zwischen 13 und 27 Jahren engagieren. Schüler Nino Bündgen ist bereits seit fünf Jahren dabei, Student Jorick Espeter seit rund dreieinhalb Jahren. „Wir hoffen, dass viele Jugendliche dazukommen werden“, sagt Espeter. Informationen erhalten Interessierte in den Sozialen Netzwerken oder per E-Mail an jugendparlament@stolberg.de.

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