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Stolberg: Das Interesse am eigenen Viertel ist groß

Stolberg : Das Interesse am eigenen Viertel ist groß

Über einen Magel an Arbeit kann sich Wolfgang Joußen nicht beklagen. Seit der Eröffnung des Stadtteilbüros für die Velau im vergangenen Dezember hat er bereits über 70 Gespräche geführt mit Bürgerinnen und Bürgern, die das Angebot der Sprechstunden wahrgenommen haben.

Und das nimmt der Stadtteilmanager als bestes Zeichen dafür wahr, dass die ständige Präsenz vor Ort ein wichtiger Baustein hin zur Erneuerung des Stadtteils ist.

Die Anfragen, die die Menschen der Velau an ihn stellen, sind sehr vielfältig. „Es ist ein Mix aus Dingen, die wir selbst in die Hand nehmen können und Dingen, die wir vermitteln bzw. an andere Stellen weiterleiten müssen”, sagt Joußen.

Am kommenden Dienstag stellt der Stadtteilmanager im Sozialausschuss des Stolberger Rates seinen Zwischenbericht vor, eine Art Bilanz der ersten sechs Monate. Darin aufgeführt sind auch die Probleme, denen der Ansprechpartner für die Bewohner täglich begegnet.

In den eher einfachen Fällen geht es um das Wohnumfeld, um den Zustand von Straßen und Vorgärten, um Müll. Dies zu verbessern gehört zu den Aufgaben und Zielen des Projekts „Soziale Stadt” und des damit verbundenen Integrierten Handlungskonzepts, dessen Verwirklichung das Stadtteilmanagement vorantreiben soll.

Doch es gibt auch andere Sorgen, die immer wieder auf Joußens Tisch und in seiner Statistik landen. „Seit Anfang des Jahres spielt Arbeitslosigkeit oder die Angst davor eine immer größere Rolle”, sagt Joußen und führt das auf die aktuelle Wirtschaftskrise zurück.

Auch mit familiären Problemen haben sich schon Besucher an ihn gewandt. In diesen Dingen kann der Stadtteilmanager nicht viel mehr machen, als den Menschen sein Ohr zu leihen und sie an zuständige Institutionen weiterzuvermitteln, aber: „Wir hören auch zu, wenn es um sehr persönliche Dinge geht.”

Eine Chance, der Arbeitslosigkeit zu entgehen, könnte - zumindest einigen Bewohnern - der Stadtteilbetrieb bieten, der sich nach Aussage Joußens gerade konstituiert und vor Ort einige der Baumaßnahmen erledigen soll, die zur Stadtteilerneuerung im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt” zählen.

Daran beteiligt werden auch die Bürger die Bürger des Viertels, die mit dem Anfang des Jahres eingeführten Bürgerforum in alle Schritte eingebunden werden. „Da kann man überhaupt nicht meckern”, sagt Joußen. „Das Interesse und das Engagement sind da, und das ist auch gut!”