Stolberg: Das Helene-Weber-Haus hat eine neue Leiterin

Stolberg: Das Helene-Weber-Haus hat eine neue Leiterin

„Am meisten hat uns die Aussage beeindruckt, dass sie sich als Lernende sieht.” Das ist zunächst erstaunlich, schließlich berichtet Paul Kirch von einem Bewerbungsverfahren, an dem sich insgesamt 16 Interessenten aus ganz Deutschland beteiligt hatten.

Doch der stellvertretende Vorsitzende des Trägervereins des Helene-Weber-Hauses lässt viel Wertschätzung erkennen in diesem einen Satz. Wertschätzung hat Astrid Natus-Can auch bei den anderen Vorstandsmitgliedern geerntet dank ihrer offenen Art und der vorzeigbaren Qualifikationen.

Und am Ende hat sie den Zuschlag erhalten. Am Dienstag hat die 44-Jährige ihren ersten Arbeitstag an der Oststraße. Als Leiterin und Geschäftsführerin der Stolberger Familienbildungsstätte, die in weiten Teilen der Städteregion Aachen vertreten ist, tritt sie die Nachfolge von Mechtilde Boland-Theißen an, die zum Jahresanfang als Leiterin des städtischen Amtes für Weiterbildung und Kultur nach Coesfeld gewechselt war.

Das Bild von den großen Fußstapfen liegt nahe, wenn man auf die selbst in schwierigsten Zeiten erfolgreiche Arbeit der Vorgängerin zurückschaut. Und der Vorsitzende Helmut Heuschen macht auch keinen Hehl daraus, „dass es bei der Verabschiedung manch feuchtes Auge gegeben hat”.

Dennoch herrscht im Helene-Weber-Haus große Zuversicht. Die teilt auch die neue Verantwortliche: „Ich habe ein sehr gut aufgestelltes Haus vorgefunden. Ich werde deshalb auch nicht in Aktionismus verfallen. Meine Hauptaufgabe sehe ich vielmehr zunächst in der Stabilisierung und Weiterführung des Erreichten.” Dabei könne sie auf ein „sehr engagiertes und kompetentes Team” setzen, das sie nach der Entscheidung des Vorstandes in ersten Gesprächen bereits vor ihrem heutigen Dienstantritt kennen gelernt hat.

Die studierte Politikwissenschaftlerin (Mittelalte und neuere Geschichte und öffentliches Recht, Bonn) ist seit ihrem Abschluss in der außerschulischen Bildung und im Bildungsmanagement tätig. Stationen waren zunächst die Karl-Arnold-Akademie in Bonn, die katholischen Jugendverbände im Erzbistum Köln und die IHK zu Köln.

Zuletzt war Natus-Can als Projektmanagerin im Kölner Institut für Betriebsorganisation und Informationstechnik (Inbit) tätig. „Ich wollte mich verändern, war aber nicht aktiv auf Jobsuche”, blickt die neue Leiterin und Geschäftsführerin auf ihren Einstieg ins Bewerbungsverfahren. zurück. Bei ihrer vorherigen Tätigkeit sei ihr das Menschliche zu kurz gekommen. „Da ging es nur noch um Zahlen und die Wirtschaftlichkeit.”

Kein Idealzustand also für die dreifache Mutter, die betont: „Ich bin bekennende und praktizierende Katholikin.” Christliche Werte spielen wohl auch bei ihrem politischen Engagement eine Rolle: Bereits seit 1992 ist sie Mitglied im Gemeinderat in Langerwehe und vertritt die CDU auch im Dürener Kreistag. Ehrenamtlich engagiert sich Astrid Natus-Can zudem seit 25 Jahren im Bereich der Jugendberufshilfe und ist stellvertretende Vorsitzende des Landesjugendhilfeausschusses.

Wie sie ihre neue Aufgabe in Stolberg und der Region einschätzt, bringt Natus-Can in einem Satz auf den Punkt: „Das ist eine große Ehre, und der damit verbundenen Verantwortung bin ich mir sehr bewusst.”