Stolberg-Schevenhütte: Das „Haus Jülich“ ist ein Schevenhütter Juwel und ein altes noch dazu

Stolberg-Schevenhütte : Das „Haus Jülich“ ist ein Schevenhütter Juwel und ein altes noch dazu

Gegenüber der Kirche St. Josef liegt ein zweistöckiges Bruchsteingebäude, das „Haus Jülich“ genannt wird. Errichtet wurde der langgestreckte Bau mit der barocken Türeinfassung und dem großen Hoftor im Jahr 1697. Bauherr war Heinrich Wingen, dessen Initialen „H.W.“ als Maueranker über dem Hoftor zu sehen sind.

Der Erbauer des stattlichen Gehöfts, der Petronella Rösseler geehelicht hatte, war vermögend. Gemeinsam mit seiner Ehefrau tätigte er im kirchlichen Bereich zahlreiche Stiftungen. So kümmerte er sich unter anderem um die Ausstattung der Ortskirche. Seinen Zuwendungen ist es zu verdanken, dass dort ein Marienaltar errichtet wurde. Dieser barocke Altar ist heute das Herzstück der Marienkapelle an der Daensstraße.

Wie das Haus Jülich zu seinem Namen kam, ist ungeklärt. In der lokalhistorischen Literatur wird diese Frage nicht beantwortet. Im späten 18. Jahrhundert war das Gebäude im Besitz der Familie Offermann. Arnold Offermann war Reitmeister und soll zeitweise auch das Amt des Ortsbürgermeisters ausgeübt haben. Außerdem war er in der Landwirtschaft tätig. Als Reitmeister wurden die Besitzer und Betreiber der Eisenhütten bezeichnet, die man entlang des Wehebaches angelegt hatte.

Die Wasserkraft wurde zum Antrieb der Produktionsanlagen benötigt, zu der unter anderem auch Hammerwerke gehörten. Das Metallgewerbe hatte in Schevenhütte eine lange Tradition. Bereits Römer oder Kelten hatten im Wehebachtal Schmelzöfen zur Eisenverarbeitung angelegt. Die letzte Schevenhüttener Eisenhütte stellte 1870 ihren Betrieb ein.

Das Haus Jülich hat man zeitweise auch als Gaststätte genutzt. „Zum Haus Jülich“ hieß der Gasthof, der bis Ende der 1940er Jahre dort ansässig war. Seit Oktober 1985 ist das Haus Jülich, das zu den ältesten Gebäuden des Stadtteils Schevenhütte gehört, in die Baudenkmalliste der Stadt Stolberg eingetragen.

Das Baudenkmal ist ein Blickfang und als solches ein Schmuckstück des knapp 800 Einwohner zählenden Ortes, der Stolbergs östlichster Stadtteil ist.

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