Das erste Boule-Turnier findet in Stolberg am Vatertag statt

Die Boule-Saison hat begonnen : An der Zeit, das Schweinchen zu jagen

Mit dem Beginn des Wonnemonats hat auch die Boule-Saison angefangen, auch wenn das für die Spielerinnen und Spieler der Interessegemeinschaft Boule Donnerberg so nicht ganz stimmt.

Mit einem dumpfen Geräusch fällt die ungefähr 700 Gramm schwere Kugel in den Schotter. Ein kurzer Blick auf das Schweinchen – und man weiß, wer gewonnen hat. Mit dem Beginn des Wonnemonats hat auch die Boule-Saison angefangen, auch wenn das für die Spielerinnen und Spieler der Interessegemeinschaft Boule Donnerberg so nicht ganz stimmt. Denn diese Stolberger Boule-Spieler spielen bei fast jedem Wetter, auch im Winter, auf der dreibahnigen Anlage neben dem AWO-Kindergarten an der Josefstraße.

Rund 20 Spieler haben sich an diesem kühlen, aber sonnigen Dienstagvormittag eingefunden, um gemeinsam ihrer Leidenschaft, dem Boulen, nachzugehen.

Für alle Unkundigen: Boule ist dieses Spiel, bei dem Menschen mit Kugeln auf ein kleines Schweinchen werfen. Das Schweinchen ist eine deutlich kleinere Kugel, die sozusagen das Ziel markiert. Je näher die eigene Kugel am Schweinchen liegt, um so besser. Wer zuerst 13 Punkte zusammen hat, der hat gewonnen.

Den Boule-Spielern am Donnerberg geht es allerdings gar nicht so sehr um das Gewinnen, sondern um das Zusammensein, um die Kommunikation: „Das Spiel ist Kommunikation pur“, erläutert Hans Kleinlein, ehemaliger SPD-Ratsherr und Boule-Spieler aus Leidenschaft. Daher ist es auch nicht so schlimm, wenn zwischenzeitlich mal jemand die Bahn abräumt, obwohl das Spiel noch nicht beendet ist. Es wird nicht gestritten, nicht diskutiert, man spielt einfach so, wie es ist, weiter.

Gerade für Senioren ist das Boule-Spiel eine echte Bereicherung: Jeder ist willkommen, egal, ob mit oder ohne Handicap. Man muss nicht besonders beweglich, nicht besonders schnell oder besonders kraftvoll sein, nur Spaß sollte man mitbringen. Nachwuschssorgen haben die Boule-Spieler am Donnerberg aber nicht. Aktuell sind rund 30 Menschen Teil der Interessengemeinschaft, 18 bis 22 kommen regelmäßig zu den Spielen, die immer dienstags und donnerstags ab 10 Uhr stattfinden. Dazu werden Fahrten organisiert, es gibt regelmäßig ein gemeinsames Frühstück und Grillabende, alles zwanglos.

„Was uns fehlt, ist ein Dach“, meint Kleinlein, „das wäre unser nächstes Ziel.“ In Stolberg gibt es aktuell neun Bouleanlagen, von den zwei nicht öffentlich sind: auf dem Donnerberg an der Josefstraße, auf der Liester im Grado-Park, in Mausbach zwei Bahnen an der Schroiffstraße, an der evangelischen Kirche in Zweifall, am Sportplatz in Breinigerberg, in Gressenich im Biergarten des „Bistro Elle Drei“ und in Schevenhütte im Garten des „Casino“ sind Boule-Spieler jederzeit willkommen.

Nicht öffentlich sind die Anlagen auf der Freizeitanlage am Schlossberg und im Atrium des Rathauses. Die Anlage in Mausbauch ist aktuell Teil des Integrierten Dorfentwicklungskonzepts und könnte mit der Umgestaltung der Grünfläche noch einmal attraktiver werden.

Nicht nur zum gemeinsamen Beisammensein kann man sich treffen. Auch Turniere werden in und um Stolberg herum angeboten. Besonders bekannt ist das in Gressenich. Seit vier Jahren heißt dieses Turnier „Matthias-Minderjahn-Cup“, davor firmierte man unter dem Begriff „Vatertagsturnier“. 80 Spieler begrüßen Organisator Rolf Minderjahn und seine Mitstreiter am Donnerstag, 30. Mai, auf dem Boule-Platz im Biergarten „Bistro Elle Drei“ in Gressenich. Zwar ist das Turnier schon voll, aber über Gäste freut man sich dort immer. „Es ist ein kleines Familienfest“, meint Minderjahn. Ein weiteres Turnier findet am 30. Juni in Schevenhütte statt. Dann lädt die Boulegemeinschaft Bitbouler zum 15. Bitbouler-Cup ein.