Das bauliche Gestaltungskonzept wird im Bauausschuss vorgestellt

Gestaltungskonzept vorgestellt : Neues Leben für das alte Werther Bürgerhaus

Das Bürgerhaus in Werth soll saniert werden. Das bauliche gestaltungskonzept wird nun im Bau- und vergabeausschuss vorgestellt. Nicht nur mit einem Aufzug soll das Haus ausgestattet werden.

Ein barrierefreier Zugang, ein Aufzug, ein Festplatz und ein Café: Im Bürgerhaus in Werth soll sich bald schon eine ganze Menge tun. Das bauliche Gestaltungskonzept für den Umbau und die Sanierung wird am heutigen Donnerstag, 12. September, im Bau- und Vergabeausschuss vorgestellt. Dann entscheidet die Politik darüber, ob die Planung als Grundlage für die Einreichung des Förderantrages dient.

Bereits 2017 entwickelten Stadt und das beauftragte Planungsbüro aus Aachen mit den Bürgern im Rahmen des Dorfinnenentwicklungskonzepts die Strukturierung und Umgestaltung des Stadtteils Werth. Als Dreh- und Angelpunkt sollte dabei das Bürgerhaus fungieren. Dabei handelt es sich um die ehemalige Grundschule von Gressenich und Werth. Die Schulnutzung wurde allerdings Mitte der 1960er Jahre aufgegeben. Seitdem wird das Gebäude als Bürger- und Dorfgemeinschaftshaus genutzt.Wesentliche Nutzer sind die ortsansässigen Vereine. Es gibt Angebote für Kinder und Jugendliche sowie für die Senioren des Stadtteils.

Privatpersonen können die Räume anmieten und nicht zuletzt wird das Erdgeschoss als Wahllokal genutzt.Das Gebäude stammt aus der Gründerzeit um 1900. In den Jahren 1958 und 1959 wurden Umbau- und Ergänzungsmaßnahmen vorgenommen. So wurden beispielsweise die hofseitigen Außenwände durch den Einbau größerer Fenster in den drei Klassenräumen (zwei im Erdgeschoss und einer im Obergeschoss) verändert. Damals wurde zudem ein eingeschossiges Toilettengebäude mit überdachter Verbindung zum Schulgebäude und zur Pausenhalle auf dem Schulhof errichtet.

Raumprogramm als Grundlage

„Das Gebäude befindet sich in einem instandgehaltenen, jedoch modernisierungsbedürftigen Zustand. Im Zusammenhang mit der Erarbeitung des Dorfinnenentwicklungskonzeptes für den Stadtteil wurden Überlegungen für den Um- und Ausbau des Bürgerhauses angestellt“, erklärt Stolbergs Technischer Beigeordneter Tobias Röhm. Die ansässigen Vereine und die Verwaltung erarbeiteten gemeinsam ein Raumprogramm, das als Grundlage für die Planung dienen soll. „Es soll ein multifunktional genutztes Bürgerhaus entstehen, in dem Bürger und Vereine aus allen gesellschaftlichen Teilen zusammenkommen können“, so Röhm. Als planerischer Bestandteil des Dorfinnenentwicklungskonzeptes soll ebenfalls der ehemalige Schulhof der Schule als dörflicher Festplatz im Entwurf konzeptionell berücksichtigt werden.

Und welche Arbeiten werden konkret vorgenommen? Da der Schulaltbau nicht unter Denkmalschutz steht, kann eine Kernsanierung stattfinden. Die grundliegende Gebäudestruktur sowie die Bruchsteinfassade zur Straße hin sollen jedoch erhalten bleiben. Die einst angebauten Toiletten sollen rückgebaut werden. Das Entwurfskonzept des beauftragten Planungsbüros sieht einen zentralen Anbau eines unterteilbaren Veranstaltungssaals für bis zu 199 Personen vor, der rückseitig an den Bestandsflur angeschlossen wird.

Die Bestandstreppe im Flur wird abgerissen. Im westlichen Teil des Gebäudes soll es nicht nur eine Treppe, sondern auch einen Aufzug geben. Dahinter soll ein kleiner Gastronomiebereich als Café oder Bar entstehen. Diese soll über den Veranstaltungsraum an eine Außenterrasse angeschlossen werden. Im östlichen Gebäudeflügel soll außerdem ein Besprechungsraum für die Vereine entstehen. Darin sollen bis zu 20 Personen Platz finden können. Für die Nutzung des Veranstaltungssaals befindet sich zudem räumlich getrennt davon ein Lagerraum für Stühle, Tische und Bühne.

Das Erdgeschoss des Bürgerhauses wird durch die Umplanung des Haupteingangs barrierefrei erschlossen werden können. Auch das Unter- und Obergeschoss wird künftig durch die Aufzugsanalge barrierefrei erreichbar sein. Zudem sind im Obergeschoss Trainings-, Übungs- und Umkleideräume geplant. Im Untergeschoss werden eine Garderobe sowie Sanitäreinheiten und ein großer Lagerraum entstehen. Das Untergeschoss mit den Sanitäranlagen und der Lagerraum sollen über einen separaten Zugang von außen erreichbar sein.

250.000 euro Zuschuss

Das Vorhaben soll übrigens über das Förderprogramm „Dorferneuerung 2019“ gefördert werden. Von der Bezirksregierung Köln, die als Fördergeber fungiert, gibt es eine maximale Bezuschussung in Höhe von 250.000 Euro. Stimmt der Bau- und Vergabeausschuss dem Konzept zu, soll die Entwurfsplanung noch bis Mitte September beim Ministerium für Heimat, Kommunales, Baus und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen eingereicht werden. Im städtischen Haushalt sind ebenfalls Mittel eingestellt. 150.000 Euro für dieses Jahr, 650.000 Euro für 2020 und 650.000 Euro für das Jahr 2021.

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