Stolberg-Breinig: Das 1. Akkordeon Orchester Breinig trifft den Geschmack der Gäste

Stolberg-Breinig: Das 1. Akkordeon Orchester Breinig trifft den Geschmack der Gäste

Der Beginn des Konzertes ist durchaus passend, wenn auch ein wenig tief gestapelt, denn klein ist diese „Konditorei“ nicht: Knapp 100 Gäste sitzen im Pfarrheim Goldener Stern, als das 1. Akkordeon-Orchester Breinig den 1929 von Ernst Neubach getexteten und von Fred Raymond komponierten Schlager „In einer kleinen Konditorei“ spielt.

Ein gelungener Start in das Konzert mit Kaffeehausmusik, zumal die Zuhörer in meist gesetzterem Alter reichlich mit Kaffee und Kuchen bewirtet werden. Doch schon bei dem ersten Lied gerät der kulinarische Genuss in den Hintergrund, und die Gäste belassen es nicht beim Zuhören, sondern werden selbst aktiv.

Manche summen die Melodie mit, die meisten Gäste aber erweisen sich als textsicher und singen die unvergessenen Liedzeilen. Dazu bekommt das aktive Publikum noch viele Gelegenheiten — und nutzt sie gerne. Das Breiniger Akkordeon-Orchester unter der Leitung von Andrea Deserno hat den Geschmack der Gäste offenbar hundertprozentig getroffen, die Melodien der 20er bis 40er Jahre erweisen sich als zeitlos, und das Publikum ist begeistert.

Auf die „kleine Konditorei“ folgt ein Medley von Peter-Kreuder-Evergreens. Ob „ich brauche keine Millionen“ oder „ich wollt, ich wär‘ ein Huhn“ — die flotten Lieder kommen an, und der spontane Chor im Goldenen Stern immer mehr in Fahrt.

Das harmonisch und virtuos aufspielende 1. Akkordeon-Orchester Breinig glänzt in der Folge weiterhin schwungvoll, aber bisweilen auch romantisch und gestaltet gekonnt ein stimmiges wie abwechslungsreiches Konzert. „Breinig und damit auch der Goldene Stern ist unsere Heimat“, leitet Deserno zu „Heimat, deine Sterne“ (Erich Knauf/Werner Bochmann) ein, Fernweh hingegen lässt das Akkordeon-Orchester mit Titeln wie „La Paloma“ (Helmut Käutner/Sebastián de Yradier) oder „Capri-Fischer“ (Ralph Maria Siegel/Gerhard Winkler) aufkommen — und das Publikum singt inzwischen schon selbstverständlich mit.

In bester Form präsentiert das versierte Ensemble jazzige Klänge mit der „Moritat von Mackie Messer“ (Bertolt Brecht/Kurt Weil), gibt sich international mit „Sous le Ciel de Paris“ (Jean Dréjac/Hubert Giraud) und dem neapolitanischen Volkslied „Funiculì, Funiculà“ (Peppino Turco/Luigi Denza).

Beim „Kriminal-Tango“ (Kurt Feltz/Piero Trombotta), dem Kufstein-Lied „Die Perle Tirols“ (Karl Ganzer) und bei „Wochenend‘ und Sonnenschein“ (Charles Amberg/Milton Ager) wird im Publikum wieder emsig mitgesungen, und nach dem rund zweistündigen und kurzweiligen Konzert der 1. Breiniger Akkordeon-Orchesters summen viele Gäste die bekannten Melodien noch auf dem Weg nach Hause.