Stolberg: Darmkrebs: Rechtzeitige Vorsorge kann Leben retten

Stolberg: Darmkrebs: Rechtzeitige Vorsorge kann Leben retten

Jedes Jahr erkranken in Deutschland über 62.000 Menschen an Darmkrebs — und mehr als 25.000 sterben daran. Eine rechtzeitige Vorsorge könnte vielen das Leben retten. Deshalb beteiligen sich deutschlandweit Ärzte an der Informationskampagne „Deutschland gegen Darmkrebs“ in Zusammenarbeit mit der Felix-Burda-Stiftung. In Stolberg ist Dr. Bernd Kallenberg der Spezialist für Vorsorge, Beratung und Behandlung von Darmkrebs.

„Das Bewusstsein ist insbesondere bei der jüngeren Generation stark gewachsen“, stellt Kallenberg im Bezug auf die Vorsorgeuntersuchungen fest. Er führt dies darauf zurück, dass sich die Leute bereits frühzeitig und besser im Internet zu dem Thema informieren. Man kann allerdings auch zu früh damit beginnen. „Eine Untersuchung vor dem 45. Lebensjahr macht unter normalen Umständen keinen Sinn“, sagt Kallenberg. Sehr wohl aber, wenn man zu einer Risikogruppe gehöre. Etwa dann, wenn bereits die Eltern früh Darmkrebs bekommen hätten. „Dann gilt die Faustregel: Zehn Jahre bevor der Krebs bei den Eltern ausgebrochen war, sollte man sich einer ersten Untersuchung unterziehen.“ Wenn also beispielsweise beim Vater mit 40 Jahren Darmkrebs ausgebrochen ist, dann sollten sich dessen Kinder schon mit 30 Jahren untersuchen lassen.

Es gibt auch eine Reihe von Hinweisen, bei denen die Experten dringend raten, eine Darmspiegelung vornehmen zu lassen. Dazu gehören körperliche Beschwerden wie Blut im Stuhl, häufiger Wechsel von Verstopfungen und Durchfall oder tastbare Verhärtungen in der Bauchgegend. Kallenberg rät aber in jedem Fall — auch wenn man nicht zu den Risikogruppen gehört — bereits in jungen Jahren auf gesunde Ernährung zu achten. Explizit heißt das, Übergewicht zu vermeiden, nicht zu viel Fleisch und tierische Fette zu sich zu nehmen und möglichst auf Alkohol und Zigaretten zu verzichten. Stattdessen sei es förderlich, viel Gemüse und Obst zu essen und regelmäßig Sport zu treiben. „Damit muss man aber früh beginnen, um einen Effekt zu erzielen.“

Wenn die Betroffenen sich erst mit 50 Jahren entschließen würden, ihren Lebenswandel zu ändern, sei der Einfluss nur noch sehr gering, gibt Kallenberg zu bedenken.

Einmal entdeckt, sei die moderne Technik heute schon sehr weit, und die Erfolgsaussichten bei einer Behandlung stünden gut. „Durch unsere hoch auflösenden Endoskope können wir mehr Polypen entdecken als früher“, erklärt Kallenberg. Diese besser zu erkennen, sei von größter Wichtigkeit, da sich über 90 Prozent aller Darmkrebs-Erkrankungen aus sogenannten gutartigen Polypen entwickelten. Sämtliche anderen Entstehungsursachen entfielen auf die restlichen zehn Prozent.

In den allermeisten Fällen werden diese Polypen dann von Spezialisten wie Kallenberg mittels einer Elektroschlinge abgetrennt und entfernt. Aber auch nach einer solchen Behandlung bleibt die Anfälligkeit für Darmkrebs bestehen. Die Untersuchung sollte alle acht bis zehn Jahr wiederholt werden. Für alle betroffenen und interessierten Personen stellt sich Dr. Kallenberg am 11. März ab 10 Uhr auf dem Kaiserplatz an einem Informationsstand den Fragen rund um Darmkrebs und Vorsorge.