Stolberg-Zweifall: Dank abgesenktem Bordstein: Ersatz für gestohlene Rampe

Stolberg-Zweifall: Dank abgesenktem Bordstein: Ersatz für gestohlene Rampe

Dieser Diebstahl war dreist und unverschämt: Beispiellos rücksichtslose Zeitgenossen hatten, wie berichtet, nachts eine kleine steinerne Rampe vor einer Bordsteinkante in Zweifall entwendet. Gleich neben einem Behindertenparkplatz und einer größeren Rampe, die zur Haustüre führt.

Hier wohnt Corinna Münch. Sie ist auf diese Rampen angewiesen. Sie leidet an einer Muskelerkrankung, fährt deshalb einen 200 Kilogramm schweren Elektrorollstuhl. Ohne die gestohlene Rampe an der Bordsteinkante war Corinna Münch nicht nur an den Rollstuhl, sondern auch ans Haus gefesselt.

Doch der schier unglaubliche Diebstahl der Rampe hat in Stolberg und der Region nicht nur Fassungslosigkeit und Wut hervorgerufen, sondern auch eine Welle der Hilfsbereitschaft. Unzählige Anrufe und E-Mails haben unsere Redaktion erreicht. Darunter auch der Anruf der Bauunternehmung Gebrüder Kutsch. Da auch eine neue Rampe wieder gestohlen werden könnte, schlug das Bauunternehmen vor, den Bordstein abzusenken und damit eine dauerhafte Lösung für Corinna Münch herbeizuführen — auf Kosten der Firma Kutsch.

Die Lokalredaktion Stolberg informierte sofort den Bürgermeister und Verwaltungschef. Tim Grüttemeier leitete umgehend in die Wege, dass das Technische Betriebsamt (TBA) und Bauunternehmer Helmut Kutsch sich zeitnah vor Ort trafen, um die Realisierbarkeit der baulichen Maßnahme zu prüfen. In enger Abstimmung mit dem TBA rückte das Bauunternehmen Kutsch am Montag mit schwerem Gerät an.

Denn zunächst trugen die Arbeiter mit Bagger und Co. sowohl die Bordsteinkanten als auch Teile des Bürgersteigs ab. Anschließend verlegten sie vier neue, abgesenkte Bordsteinkanten. An der Stelle, an der Corinna Münch in Zukunft mit dem Elektrorollstuhl passieren wird, ist die abgerundete Bordsteinkante jetzt nur noch knapp zwei Zentimeter niedrig und somit dauerhaft überwindbar für sie. Dann machten die Arbeiter sich daran, den Bürgersteig derart neu zu asphaltieren, dass ein fließendes und kaum merkliches Gefälle entsteht. In mehreren Arbeitsschritten haben die Angestellten der Bauunternehmung Kutsch insgesamt fünf Stunden mit schwerem Gerät dafür gesorgt, dass Corinna Münch ab jetzt eine große Sorge weniger hat. Und ihr Haus wieder verlassen, die frühlingshafte Witterung genießen und am Leben teilhaben kann.