Dachstuhlbrand legt Verkehr in der Stolberger Innenstadt lahm

Bewohner kommen mit Schrecken davon : Dachstuhl in der Stolberger Innenstadt brennt komplett aus

Dachstuhl in Stolberger Innenstadt in Flammen

Ein Dachstuhlbrand hielt die Stolberger Feuerwehr am frühen Dienstagmorgen auf Trab. Die gute Nachricht vorweg: Verletzt wurde bei dem Feuer niemand. Bewohner und Nachbarn kamen noch einmal mit dem Schrecken davon. Rund um die Rathausstraße kam es zu Verkehrsbehinderungen.

Um kurz vor sechs Uhr – genauer gesagt um 5.55 Uhr – ging der Notruf bei der Feuerwehr ein. Gemeldet wurde ein Dachstuhlbrand an der Ecke von Schellerweg und Rathausstraße. In dem Mehrfamilienhaus befindet sich im Erdgeschoss seit wenigen Monaten ein Geschäft für Braut- und Festmoden. Zuvor stand das Ladenlokal, in dem einst ein Sonnenstudio eröffnet hatte, über einen längeren Zeitraum leer. Die Hauptwache und der zweite Zug der Stolberger Feuerwehr mit Kräften aus Atsch, Büsbach, Donnerberg, Mitte und Münsterbusch rückten zur Einsatzstelle aus.

Auch Menschenleben sollen in Gefahr gewesen sein, hieß es in der Alarmierung. Doch diesbezüglich konnte schnell Entwarnung gegeben werden. Beim Eintreffen standen rund zehn Personen vor dem Gebäude. Gemeinsam mit der Polizei konnten dann auch die Bewohner aus den benachbarten Häusern evakuiert werden, teilte Michael Konrads, Sprecher der Stolberger Feuerwehr, mit.

Zwei Drehleitern

Zu diesem Zeitpunkt schlugen die Flammen bereits aus dem nicht ausgebauten Dach des Hauses.

Zwei Trupps wurden unter Atemschutz in das Gebäude geschickt.

Einer zur direkten Brandbekämpfung und der andere zur Riegelstellung für das Nachbargebäude. Der Innenangriff musste nach kurzer Zeit abgebrochen werden, da die Wärmestrahlung zu stark war. Um das Feuer bekämpfen zu können, waren gleich zwei Drehleitern – eine davon aus dem benachbarten Eschweiler – im Einsatz. Eine besondere Herausforderung für die Retter: Das Dach musste nämlich von außen geöffnet werden, damit das Feuer gelöscht werden konnte.

Komplett ausgebrannt war das Dach des Gebäudes an der Ecke Schellerweg und Rathausstraße. Foto: Jürgen Lange

Die Flammen waren allerdings schnell unter Kontrolle. Rund zwei Stunden nach der Alarmierung starteten die Nachlöscharbeiten, die ebenfalls noch einige Stunden in Anspruch nahmen. Türen und Fenster in der Umgebung sollten während des Einsatzes geschlossen bleiben und auch Lüftungen sollten nicht eingeschaltet werden, teilte die Feuerwehr mit. Neben Feuerwehr und Polizei waren auch das Ordnungsamt und der Energieversorger vor Ort, der sicherstellte, das in dem brennenden Gebäude Strom und Gas abgestellt wurden. Versorgt wurden die Feuerwehrleute während des mehrstündigen Einsatzes von den Kollegen aus Eschweiler. An der Einsatzstelle befanden sich zeitgleich rund 80 Einsatzkräfte. Weitere rund 40 waren im Hintergrund tätig.

Container vor Fenster

Vor Ort im Einsatz war auch ein Stolberger Spezialunternehmen mit einem weiteren Kranwagen, dank dem ein Container vor ein Fenster im zweiten Obergeschoss gehalten werden konnte. Darin entsorgten Einsatzkräfte den Schutt des Brandherdes.

Genaue Details zur Brandursache sind derzeit noch unklar, die Begehung könne erst nach Abschluss der Nachlöscharbeiten stattfinden, so die Polizei Aachen am Morgen. Gestern gab es diesbezüglich keine neuen Infos.

Von Seiten der Feuerwehr war man sich allerdings sicher, dass statische Prüfungen am Gebäude erforderlich seien. Am Vormittag ergab sich nämlich ein neues Problem: Die Bestandssicherheit des Giebels zum Schellerweg hin war zunächst ungeklärt. Das Technische Hilfswerk versuchte, diesen abzusichern und zwar von innnen und außen. Aus diesem Grund blieb auch der Bereich Rathausstraße und Schellerweg erst einmal für den Verkehr gesperrt.

Betroffen davon war auch der Busverkehr. Das teilte die Aseag bereits am frühen Dienstagmorgen mit. Die Busse konnten aufgrund des Einsatzes nicht durch die Innenstadt fahren. Sie umfuhren den Bereich und fuhren zunächst die Haltestellen Finkensief, Mühlener Brücke und Stolberg Hauptbahnhof an. „Es kommt durch die Umleitungen zu Verspätungen“, teilte Pressesprecher Paul Heesel bereits am frühen Dienstagmorgen mit. Gegen Mittag gab es dann ein Update von der Aseag. Die Haltestelle Stolberg Hauptbahnhof sei nun statt der Haltestelle Mühlener Bahnhof der zentrale Verknüpfungspunkt. Alle Linien, die durch Rathausstraße und Schellerweg fuhren, waren von der Umleitung betroffen. Dazu zählten die Linien 1, 8, 12, 25, 38, 40, 42, 61, 62 und 72, teilte die Aseag mit.

Vom Sozialamt wurden zehn betroffene Personen anderweitig untergebracht, da das Haus nicht mehr bewohnbar ist.