Comedy auf der Burg:

Auftritt von Kai Magnus Sting: Comedy auf der Burg: Kai Magnus Sting gastiert mit „Sonst noch was?" im Stolberger Nachtleben

Comedian Kai Magnus Sting gibt ein rund zweistündiges Gastspiels in der Burg Stolberg. Mit ganz privaten Anekdoten.

Von Nina Krüsmann

„Eine Zugabe gibt es heute nicht, denn das ganze Programm ist ja eine einzige Zugabe", lacht Kai Magnus Sting am Ende seines rund zweistündigen Gastspiels auf der Burg Stolberg. Um kurz darauf in der intimen Atmosphäre des Rittersaals doch noch eine extra Nummer rund um die Kommunikation an und für sich, mit der Bäckereifachangestellten im Allgemeinen und seiner „ständigen Begleiterin" im Besonderen abzuliefern.

Von ganz privaten Anekdoten beim Auswärtsessen mit der Familie, wie sie jeder kennt, bis hin zur großen Politik ist alles dabei an diesem Abend „im kleinen Kreis“. „Wir sind hier ja unter uns, da kann ich auch gleich mein Sakko ausziehen. Sie können sich auch gerne einfach gehen lassen“, riet der Kabarettist aus dem Ruhrgebiet eingangs.

Er wolle die nächsten zwei Stunden im Sitzen ablesend sprechen, denn das Auswendiglernen habe ihm schon früher in der Schule nicht gelegen. „Und ich bleibe lieber sitzen, denn im Stehen bin ich auch nicht attraktiver. Sie sitzen ja außerdem auch nur und haben sich nicht vorbereitet“, meinte Sting weiter.

Keine Frage, er ist wie immer herrlich selbstironisch und nimmt sowohl sich selbst, als auch die anderen trefflich aufs Korn,. Auch seine Herzallerliebste, die er nur „seien ständige Begleiterin“ nennt und, mit der er im vergangenen Jahr Eltern geworden ist, bekommt laufend ihr Fett weg. „Wenn sie sich mit mir einen romantischen Abend machen möchte denke ich mir auch nur, viel lieber würde ich die Beine bei einem Bier hochlegen“, meinte Kai Magnus Sting schmunzelnd.

Er machte seinem Unmut nach allen Regeln der Wortkunst Luft. „Wenn ich die Welt nicht mehr verstehe, bedeutet das im Umkehrschluss, dass die Welt mich auch nicht mehr versteht?“, fragte er sein Publikum.

Die Welt gleiche einem Irrenhaus. „Und schon meine Oma meinte: „Da steckst du nicht drin!“. Im Laufe des Abends erfuhren die begeisterten Zuhörer, was man im Kreisverkehr so alles erleben kann, warum das leben ein einziger Serviervorschlag ist bei dem es darauf ankommt, was man aus der Pampe macht und, warum Politik mit Schnittchen steht und fällt.

Am Ende ist sich der Kabarettist sicher: „Man muss und kann es sich einfach schön machen. Und man soll aufhören wenn es am schönsten ist!". Und er rät seinem Publikum: „Seid einmal anders, seid unangepasst. Benutzt doch einfach mal morgens eine Nachtcreme und guckt, was passiert. Lacht viel. Und wenn Ihr gleich rausgeht, schaltet nicht direkt Euer Smartphone an und beantwortet die verpassten Nachrichten. Und nun entlasse ich Euch von der idyllischen und muckeligen Burg ins Stolberger Nachtleben!“.

(krüs)
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