Colt, Winchester und Co. zu bestaunen

Ausstellung : Colt, Winchester und Co. zu bestaunen

Ausstellung auf der Ranch der Copper City Pioneers erinnert an die Zeiten, „als der Westen noch wild war“

Als der Westen noch wild war, hatten Colt, Winchester und Co. großen Anteil daran. Wer kennt nicht die Erzählungen von Karl May, in denen er als Old Shatterhand und sein „roter Bruder“ Winnetou mit ihren legendären Waffen „Silberbüchse“, „Henrystutzen“ und „Bärentöter“ ihre Abenteuer im „Wilden Westen“ bestritten. Diesen kultigen Waffen, die im Wilden Westen Gebrauchsgegenstände waren, widmet sich eine Ausstellung, die am letzten Septemberwochenende in der Ranch der Copper City Pioneers in der Zweifaller Finsterau zu sehen ist.

„Als der Westen noch wild war“, ist die Schau überschrieben, die am Samstag, 28. September, und am Sonntag, 29. September, jeweils von 10 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt zu sehen ist. Die Ausstellung zeigt sogenannte Neo-Klassiker der amerikanischen Geschichte aus den Jahren 1836 bis 1894. Während Ende des 19. Jahrhunderts mit der Moderne die Ära dieser historischen Waffen endete, entstand seit den 1950er Jahren ein neues Interesse an den Klassikern.

Hollywood-Filme mit Stars wie Gary Cooper oder John Wayne sowie deutsche Karl-May-Verfilmungen und Italowestern rückten Winchester und Colt wieder in den Fokus. Unternehmer, wie die Italiener Aldo Uberti und Vittorio Gregorelli sowie die belgische Firma F.A.U.L. erkannten, dass ein neuer Zeitabschnitt der Waffengeschichte begann. Sie fertigten die historischen Waffen neu, um die Bedürfnisse der Reenactoren, Sportschützen und Sammler abzudecken.

Es entstanden viele weitere namhafte Unternehmen, wie Armi San Marco, Pedersoli, Pietta, Palmetto und mehr. Selbst Unternehmen, wie Colt und Winchester starteten mit Neuauflagen, unter anderem mit der sogenannten 2. und 3. Generation oder den Commemorative-Modellen. Einige dieser Hersteller sind heute selbst schon Geschichte oder wurden von größeren Unternehmen aufgekauft.

Bei den heutigen Neuauflagen spricht man von Neo-Klassikern. Diese besitzen ein physisches Vorbild aus der Zeit von vor 1900 und sind kein Phantasieprodukt eines Herstellers. Sie werden nun seit weit über 70 Jahren hergestellt und angeboten. Liebhabern bieten sie damit die Möglichkeit, Sammlungen aufzubauen, die die kulturhistorische und konstruktive Entwicklung eben dieser Waffen belegen.

Auf der Westernranch der Copper City Pioneers in Stolberg-Zweifall stellen Mitglieder des Verbandes für Waffentechnik und -geschichte mit Unterstützung der „Friends of Centaure Society“ (FROCS) unter der Schirmherrschaft des Städteregionalrats, Tim Grüttemeier, Neo-Klassiker der amerikanischen Geschichte aus. Die Ausstellung umspannt den Bereich der Neo-Klassiker, beginnend mit dem ersten Modell von Colt aus dem Jahre 1836 und endend mit den Winchester-Modellen, die durch John Wayne berühmt wurden. Anhand der Entwicklungsgeschichte dieser Waffen wird man durch die Entstehung des Amerikanisch-Mexikanischen Krieges, die Texas Ranger, den Bürgerkrieg und den Indianerkriegen geführt.

Auch im alltäglichen Leben eines Ranchers, Cowboys oder Siedlers spielten diese Waffen eine große Rolle. Dr. Waldemar Gorzawski, Inhaber der Firma Hege-Uberti, die dieses Jahr ihr 60. Firmenbestehen feiert, unterstützt mit einem Teil seiner Produkte die Ausstellung und steht den Besuchern Rede und Antwort. Fachvorträge zur Waffenentwicklung dieser Ära und dem heutigem Sammeln runden die Ausstellung ab. Selbstverständlich ist auch für das leibliche Wohl der Besucher im Saloon gesorgt. (dim) Weitere Infos online: info@neo-classiker.de