Stolberg: Christinnen beider Kirchen blicken von Stolberg nach Surinam

Stolberg : Christinnen beider Kirchen blicken von Stolberg nach Surinam

Sie öffneten ein Fenster in die weite Welt hinaus: Surinam im Nordosten von Südamerika stand dieses Mal auch in Stolberg im Mittelpunkt des Weltgebetstags der Frauen. Christinnen aus beiden großen Kirchen versammelten sich zu dessen Feier in der Kirche St. Mariä Himmelfahrt.

Die Liturgie war auch diesmal von Frauen aus dem Thema-Land geformt und geschrieben worden — eine Abfolge von Gebeten, szenischen Elementen und Liedern. Angestimmt wurden diese Lieder von einem Projektchor. Den hatte bis einen Tag vor dem Gottesdienst noch Misun Kim, die aus Südkorea stammende Ehefrau des evangelischen Kirchenmusikers Gunther Antensteiner, dirigiert. Nun hatte sie ein Virus gepackt — und kurzerhand sprang ihr Gatte ein.

Das waren prägende Elemente, die ein ums andere Mal auch die anderen Teilnehmer zum Mitsingen animierten. Bestimmender jedoch wirkten die Bestandteile, die über die üblichen Bestandteile einer kirchlichen Zusammenkunft wie Gesänge und Fürbitten hinausgingen. So trugen die Frauen, die dem Gottesdienst Gestalt gaben, Bilder von Surinamerinnen hinein, von denen sie in der Folge erzählten. Dabei ging es nicht nur um die Art und Weise, wie die Protagonistinnen afrikanischer, europäischer, chinesischer und indonesischer Abstammung in ihrer Heimat ihr Leben führen. Es ging immer auch um politische Akzente, darum, wie Sklaverei und andere, weniger radikale Formen die Existenz prägen — bis heute.

Die Verbundenheit mit den Surinamerinnen kleideten die Frauen aus Stolberg in St. Mariä Himmelfahrt in spielerisch wirkende Bilder: Nicht nur dass sie sich, um von ihnen zu erzählen, zu einer Gruppe vor dem Lesepult der Kirche aufstellten — die Lesung aus dem Schöpfungsbericht der Bibel begleiteten sie zudem mit hochgehaltenen Texttafeln, die durch Schnüre miteinander zusammenhingen und so eine vernetzte Sicht auf die Welt ausdrückten.

Surinam, das Land in der Ferne, lag auf einmal nicht mehr ganz so fern — zumindest in Stolberg nicht.

Mehr von Aachener Zeitung