Chor begeistert beim Fühlingskonzert auf dem Donnerberg in Stolberg

Fühlingskonzert : Vier Chöre singen auf dem Donnerberg

Die Sehnsucht nach der Heimat, nach dem Frieden und der Freiheit bestimmten das Frühlingskonzert auf dem Donnerberg. Gestaltet wurde es von vier Chören und Baritonsolist Josef Otten.

Die Herren von der Siedlergemeinschaft traten im Verbund mit der Humor-Harmonie Brand unter Leitung von Gunther Antensteiner auf, und im Neuen Chor Stolberg-Donnerberg sangen Mitglieder aus dem Kirchenchor Schleckheim-Nütheim mit, weil Reinhold Rüttgers auch hier ihr Chorleiter ist.

Imposant war der Schlusschor. Etwas mehr als sechzig Sängerinnen und Sänger hatten sich zum Finale formiert und stimmten das Lied der Freundschaft an. Das vorausgegangene bunt gemischte Programm ging mit „Dankeschön und auf Wiedersehen“ zwar zu Ende war, aber nicht ohne die Einladung Rainer Schultes, im Vereinsheim gegenüber zusammenzukommen und unter Gleichgesinnten die Freundschaft zu pflegen.

Den Auftakt hatte die Chorgemeinschaft Humor-Harmonie Brand und der MGV der Siedlergemeinschaft Stolberg-Donnerberg mit zwei a-cappella vorgetragenen Weisen gestaltet, wobei das Bortnianski Stück „Tebje Pajom“ mächtig Eindruck machte. Mit spürbarer Sangesfreude sangen die Herren vom herrlichen „Baikalsee“, dem Gewässer der Superlative.

Ein Hörgenuss war das Baritionsolo, mit dem Josef Otten an die sorgenfreie Zeit als Kind, das den Booten der Lachsfischer zusah, erinnerte. Die Melodie in ihrer Schönheit immer auch ein wenig melancholisch, erschuf vor dem inneren Auge der Zuhörer das Bild eines unendlichen Flusses und trug den Träumenden weit hinweg. Zeitlos schön war das Lied der Taiga, in dem Otten alle Freuden und Sorgen warmherzig zum Ausdruck brachte. Große Bekanntheit erlangte die Filmmusik „Conquest of Paradise“. Die Herren punkteten mit dem Titellied in der Pfarrkirche St. Josef, die an diesem Nachmittag sehr gut besetzt war.

Zeitgenössische Lied, um Konkurrenz zu vermeiden

Zum Highlight wurde nicht der Gefangenchor aus der Oper „Nabucco“ von Verdi, sondern die feierliche Chorballade „Jerusalem“ in der Version für Solo, Männerchor und Klavier von Stephen Adams. Auch hier beeindruckte der Solist mit strahlendem Timbre und wusste den Traum von der „heiligen auserwählten Stadt“, wo die Menschheit in Frieden lebt, innig umzusetzen. Selbst als der Chor in den Lobpreis auf das „irdische Himmelreich“ mit einstimmte, war die Solostimme noch gut zu vernehmen. Die musikalische Begleitung am Klavier für den Männerchor hatte Reinhold Rüttgers übernommen, für den gemischten Chor war es Gunther Antensteiner, der Klavier spielte.

Der zweite Block gehörte dann dem seit vierzig Jahren bestehenden gemischten Chor, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, zeitgenössische Lieder zu singen, weil man keine Konkurrenz zum Kirchenchor sein wollte. Dennoch hatten die ersten Darbietungen kirchlichen Charakter.

Mit der Botschaft Jesu vom Reich Gottes im „Vater unser“ in der Vertonung von Hanne Haller setzten die Damen und Herren die Hoffnung auf die von Krieg und Gewalt befreite Weltfort, begaben sich mit Tenorsolist Friedo Lücking nach Irland, Russland und dann weiter nach Amerika, wo sie über die Schönheit der Natur und vom kleinen Glück sangen. Dass die Musik wie ein Zaubertrank ins Blut geht, kam im „Feuerwerk der guten Laune“ von Johann Strauß zum Ausdruck. Richard Strauss war der dritte Block gewidmet. In „Die Nacht“ erlöschten die Lichter in fahlen Klängen und „Im Traum durch die Dämmerung“ ging Josef Otten „hin zu der schönsten Frau“. Seine Intonation war perfekt wie auch seine Textdeutlichkeit, die Atemkontrolle und der Legato-Gesang. Liedbegleiter Gunther Antensteiner war ihm ein ebenbürtiger Partner: technisch präzise, Einfühlungsvermögen für Atem, Phrasierungen und Farben.

Im nächsten Block waren dann noch mal die Herren zu hören, die mit alten Klassikern aufwarteten. Der Vorsitzender des Donnerberger Männerchores hob noch einmal die Gemeinschaft für Gesang und Musik hervor und machte Werbung für neue Sängerinnen und Sänger. Musik muntere auf und sei Nahrung für die Seele, sowie die gemeinsame Sprache der Menschheit. Der lang anhaltende Beifall war ein großes Dankeschön des Publikums und belohnte die Aktiven für ein Freude machendes und gelungenes Konzert.