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Stolberg: Chefarzt: Leber im Auge behalten

Stolberg : Chefarzt: Leber im Auge behalten

Das Interesse war groß - und viele zuvor offene Fragen sind jetzt beantwortet: Das ist Prof. Dr. Boris Pfaffenbachs Fazit des Lebertages, den er in Stolberg veranstaltete.

Der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Bethlehem-Krankenhaus nutzte den bundesweiten, fünften deutschen Lebertag, um mit einem Vortrag mit anschließender Diskussion im Museum Zinkhütter Hof auf Ursachen, Risiken sowie Behandlungsmethoden von Lebererkrankungen hinzuweisen. Prof. Dr. Pfaffenbach zählt dieses Krankheitsbild zu seinen Spezialgebieten.

So bietet die von ihm geleitete Klinik für Innere Medizin seit einem gut halben Jahr auch eine Leberambulanz an, die Patienten nach ärztlicher Überweisung behandelt.

Rund 50 Zuhörer - dem Anlass der Veranstaltung entsprechend Laien - informierten sich bei seinem Vortrag und hatten im Anschluss ausgiebig Gelegenheit, den Gastroenterologen zu befragen.

Prof. Dr. Pfaffenbach rief zu erhöhter Wachsamkeit bei Leberbeschwerden auf: „Das Hauptproblem besteht darin, dass Erkrankungen zu selten oder zu spät erkannt werden. Die Patienten wissen nicht, wie es um ihre Leber steht.” Alkoholkonsum sei vielfach die Krankheitsursache, doch werde sie zu oft unterschätzt: „Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass sie ihre Leber durch Alkohol erheblich schädigen. Wir müssen dies den Leuten vor Augen führen, damit sie die Notbremse ziehen können.”

Prof. Dr. Pfaffenbach machte deutlich, dass Alkohol nicht die alleinige Ursache für Lebererleiden ist: Hepatitis A, B und C, also virusbedingte Leberentzündungen, zählten ebenso zur Gruppe der Lebererkrankungen wie toxische Erkrankungen (deren Auslöser unter anderem Alkohol sein kann) sowie Autoimmun- oder Stoffwechselerkrankungen.

„Die Zahl der infektiösen Lebererkrankungen wie Hepatitis B und C ist höher als weithin vermutet”, erklärte Pfaffenbach. Auch hier rief er zur Wachsamkeit auf: „Wenn Menschen sich bei Beschwerden rechtzeitig beim Arzt melden, gibt es echte Therapiemöglichkeiten.”