Stolberg: „Chain of Fools“ im Piano: Kultsongs von den Zuhörern gefeiert

Stolberg: „Chain of Fools“ im Piano: Kultsongs von den Zuhörern gefeiert

Dicht aneinander gedrängt war das Publikum am vergangenen Samstagabend in der zum Bersten vollen Musikkneipe „Piano“, um dem mit Genre-Klassikern gespickten Set der Formation „Chain of Fools“ zu lauschen: Mit Rhythmus im Blut präsentierte die Band, bestehend aus Musikern aus Stolberg, Eschweiler und Aachen, Rhythm and Blues, alte Soul-Klassiker sowie Einflüsse aus Rock und Funk.

Die Altstadtkneipe in Stolberg ist dabei ein gern besuchter Ort zum Auftreten: „Auftrittsmöglichkeiten wie hier im Piano sind rar gesät, da es kaum noch Kneipen gibt, wo man live spielen kann“, erzählte Rolf „Charly“ Braun. Deshalb freue man sich, bereits zum fünften Mal dort aufzutreten.

Neben dem Gitarristen gehören Norbert Schmitz, Sylvia Nüsser und Lissa Reiners (Gesang) zu „Chain of Fools“. Ordentlich in die Tasten haute Benedikt Wallbrecht am Keyboard, unterstützt von seinen Kollegen Marco Schützeichel (Bass), Silvio de Hesselle (Schlagzeug), Peter Rademacher (Saxophon), Hajo Dreßen (Posaune) und Thomas Lehnen (Trompete).

Los ging es mit „Gimme some lovin‘“ und „Messin‘ with the kid“ von den Blues Brothers. Bereits beim zweiten Lied liefen die Bläser zu Höchstleistungen auf. Und als Wilson Picketts „She‘s looking good“ folgte, waren die Sängerinnen Lissa Reiners und Sylvia Nüsser nicht mehr zu stoppen: Neben musikalischem Gespür und Leidenschaft zeigten sie an dieser Stelle auch kleine Tanzbewegungen.

Klassiker wie „Sunny“, das mit einem Trompetensolo ruhig anfing, durften natürlich nicht fehlen, aber auch unbekanntere Lieder wie „People get it together“ von Eddie Floyd sorgten für gute Laune.

Es folgten Bobby Blands „Ain‘t no love in the heart of the city“ und „I thank you“ von Sam & Dave, bevor mit „Change by fools“ die erste Eigenkomposition der Band erklang.

Hinter dem Liednamen verbirgt sich eine ganz eigene Geschichte, wie Benedikt Wallbrecht weiß: „Diesen Song haben wir geschrieben, weil bereits in mehreren Zeitungsartikeln unser Name falsch geschrieben wurde, zum Beispiel waren wir schon die ‚Chain of Fools‘“, schmunzelt der Keyboarder.

Kurz vor der Pause kam dann „der Klassiker überhaupt“, wie Norbert Schmitz ankündigte: Mit „Soul man“ von den Blues Brothers heizte „Chain of Fools“ mit großer Spielfreude dem Publikum richtig ein, bevor das erste Set mit „Treat her right“ von „The Stars from the Commitments“ seinen Abschluss fand.

Diesen Song performten die „Chain of Fools“ mit der Band bereits beim Festival „Stolberg goes Ireland“ vor zwei Jahren, und auch im Piano begeisterte der flotte Song die Zuhörer, die der Aufforderung von Norbert Schmitz mit Freude nachkamen und seine „Hey, Hey, Hey“-Rufe erwiderten und im Takt mitwippten.

Nach der Pause ging es furios weiter mit dem von Tina Turner geschriebenen „Nutbush City Limits“, dem rockigen „Lilly‘s Daddy‘s Cadillac“ von Willy DeVille und dem funkigen „Papa‘s got a brand new bag“ von James Brown. Weitere Kultsongs wie „Knock on wood“ und „The Thrill is gone“ wurden vom Publikum gefeiert, bevor mit „Incomplete“ der zweite eigene Song der Formation seinen Platz in der Reihe fand.

Angelehnt an James Brown, erzählt „Chain of Fools“ in dem Lied eine Liebesgeschichte und präsentierte gleichzeitig das einzige Schlagzeugsolo an diesem Abend. Mit den Zugaben „I’d rather go blind“, „My girl“ und „(Sittin‘ on) the dock of the bay” wurde der musikalische Teil des Abend schließlich unter reichlich Applaus abgeschlossen.

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