Cannabis-Plantage: aufgeflogen und verurteilt

Gericht : Der Traum vom schnellen Geld mit der Hanfplantage endet in Schulden

So hatten sich Annis C. und Tobias S. das sicher nicht vorgestellt. Ihre groß angelegte Marihuana-Plantage in einer Halle in Stolberg flog nach weniger als einem halben Jahr auf. Statt Geld zu verdienen, saßen die beiden nun auf der Anklagebank im Landgericht Aachen (Az.:64 KLs 17/17) und wurden verurteilt.

Beide Männer gestanden den Vorwurf, gemeinschaftlich unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge betrieben zu haben. Auch ein weiterer Mann war an der Tat beteiligt, er bekam aber einen gesonderten Prozess.

Begonnen hatte alles im Sommer 2016. Der 38-jährige Familienvater Tobias S. hatte die große Halle im Gewerbegebiet Atsch an der Hamm-Mühle für monatlich 1300 Euro auf seinen Namen angemietet. Der gelernte Elektriker kümmerte sich auch um die entsprechende Elektrik in der Halle, die für das Vorhaben nötig war. So konnten dort in professionellem Stil mit entsprechender Bewässerung, Beleuchtung, Belüftung und weiterem Equipment 536 Cannabis-Pflanzen „mindestens einmal erntereif hochgezüchtet“ werden, wie es der Staatsanwalt formulierte. Dieser Part lag allerdings bei dem 36-jährigen Annis C., der in Eschweiler lebt. Den Verkauf der Drogen im Raum Leverkusen übernahm der dritte Beteiligte. Den Erlös wollten sie gleichermaßen aufteilen.

Das Vorhaben fand ein jähes Ende. Bei einer Durchsuchung der Halle im Januar 2017 entdeckte die Polizei die Plantage, die sich über fünf Felder verteilte und sicherte 10.318 Gramm Marihuana mit einem THC-Gehalt von insgesamt 1356 Gramm.

Sowohl C. als auch S., die beide in einem festen Arbeitsverhältnis stehen, gestanden die Tat nun vor Gericht. Es war offenbar der Wunsch nach dem schnellen Geld, der die beiden ins Drogengeschäft trieb. Dieser Versuch ging gehörig daneben.

Der bereits hochverschuldete Annis C., der vor zehn Jahren schon mal wegen Verstoßes des Betäubungsmittelgesetztes schuldig erklärt worden war, verurteilte das Gericht diesmal zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung. Er muss außerdem 1000 Euro zahlen. Tobias S., der wegen Beihilfe angeklagt war, bekommt ein Jahr und vier Monate auf Bewährung und eine Geldstrafe in Höhe von 5000 Euro. Außerdem verschuldete er sich ebenfalls hoch, indem er die Halle auf seinen Namen für zwei Jahre anmietete.

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