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Stolberg: Bushaltestelle bringt die Wehr in Fahrt

Stolberg : Bushaltestelle bringt die Wehr in Fahrt

Eine Haltestelle bringt die Feuerwehr mächtig in Fahrt und ist zum Zankapfel in der Verwaltung geworden. Dabei geht es eigentlich nur um wenige Meter und einige Hundert Euro.

Die müsste die Stadt alljährlich als Pacht nach Düsseldorf überweisen, um an der Haltestelle „Münsterbusch Kreuz” auf einem Grundstück des Landes Nordrhein-Westfalen einen Fahrgastunterstand aufzustellen.

Weil aber Sparen das Gebot der Stunde ist und zudem der Auftrag für den Bau des Wartehäuschen bereits vergeben worden ist, soll die Haltestelle nun einige Meter weiter stadteinwärts „An der Kesselschmiede” verlegt werden.

Seitdem in dieser Woche ein erster Bauwagen am Straßenrand abgestellt wurde, ist die Feuerwehr in erhöhter Alarmbereitschaft. Sie sieht durch die geplante Verlagerung in die Nähe ihrer Ausfahrt eine erhöhte Unfallgefahr, weil die Einsicht in die Straße durch haltende Busse eingeschränkt werden könnte.

Außerdem liegt der vorgesehene Standort in unmittelbarer Nähe des Hubschrauber-Landeplatzes, was aus Sicht der Einsatzkräfte ebenfalls ein gesteigertes Risiko mit sich bringt. Ihre Bedenken hat die Leitung der Wehr dem Bürgermeister mittlerweile in einem anderthalbseitigen Schreiben mitgeteilt und ihn aufgefordert, die Anweisung zur Verlegung der Haltestelle wieder zurückzuziehen.

„Technisch und rechtlich gibt es keine Bedenken hinsichtlich der Verlegung der Haltestelle”, gab die Beigeordnete für das technische Dezernat, Simone Kaes-Torchiani, am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung zu bedenken. Gleichwohl versicherte sie, dass die Verwaltung die bedenken der Feuerwehr ernst nehme und nach einer Lösungsmöglichkeit suche.

Eile ist bei dieser allerdings angesagt, hat die beauftragte Baufirma doch bereits in der stadteinwärts führenden Fahrtrichtung mit der Einrichtung eines Unterstandes begonnen und will sich in der kommenden Woche nun der anderen Straßenseite widmen. „Wir werden versuchen, beim Land einen Verzicht auf die Pacht oder zumindest eine Reduzierung zu erreichen”, verspricht Kaes-Torchiani.

Dabei wird bei der Feuerwehr hinter verschlossenen Türen die Frage nach der Verhältnismäßigkeit gestellt, geht es doch bei besagter Pacht um einen niedrigen dreistelligen Euro-Betrag im Jahr. Dieser, so ist zu vernehmen, stehe in keiner Relation zu dem Risiko, was mit der Verlegung der Haltestelle verbunden wäre.

Mögliche Horrorszenarien machen in diesem Zusammenhang die (interne) Runde: Der Rettungshubschrauber könnte beim Landeanflug wartende Fahrgäste in Gefahr bringen. Oder aber Krankenwagen oder Löschfahrzeuge durch einen Unfall bei lebensrettenden Einsätzen entscheidende Minuten verlieren ...