Busflotten: Stolbergs Bürgermeister Patrick Haas will Aseag helfen

Öffentlicher Nahverkehr : Stolbergs Bürgermeister will der Aseag bei Modernisierung helfen

In einem Schreiben an die Aseag hat Bürgermeister Patrick Haas eine Modernisierung der Busflotte angeregt.

Anlass ist die aktuelle Verkündung der NRW-Landesregierung, neben den bereits bestehenden Fördermöglichkeiten bei der Anschaffung von elektro- und wasserstoffbetriebenen Linienbussen nun auch die Verkehrsunternehmen bei der Anschaffung gasbetriebener Busse sowie bei der Nachrüstung von Dieselbussen mit moderner Filtertechnologie finanziell zu unterstützen.

Bei den Mehrkosten von neuen gasbetriebenen Bussen gegenüber vergleichbaren Dieselbussen fördert das Land nun einen Anteil von 40 Prozent, maximal 12.000 Euro. Die Förderung der Nachrüstung von Dieselbussen mit moderner Filtertechnologie wird von bisher 80 Prozent auf 95 Prozent erhöht.

In dem Schreiben an die Aseag bietet Haas seine Unterstützung für entsprechende weitere Förderanträge des Unternehmens an. „Die Verminderung von Emissionen und die Verbesserung der Luftqualität sind zentrale Themen für Stolberg – insbesondere im Innenstadtbereich“, sagte Haas. „Dafür würde der Einsatz emissionsarmer- oder -freier Busse einen wichtigen Beitrag leisten.“

Der Vorstand bestellt

Wesentliche Grundlage für die Art und Ausstattung der Busse, die die Aseag einsetzt, sind die aktuellen Nahverkehrspläne für die Städteregion und die Stadt Aachen, erklärte Unternehmenssprecher Paul Heesel auf Anfrage. „Im Nahverkehrsplan definieren die Kommunen als Aufgabenträger für den ÖPNV die Anforderungen.“ Für den konkreten Kauf der Busse – auf Grundlage der Anforderungen der Kommunen – ist die Aseag und damit letztlich der Vorstand der Aseag verantwortlich. „Nachdem uns Bürgermeister Patrick Haas in Sachen Busflotte angeschrieben hat, wird es jetzt Gespräche zwischen der Stadt Stolberg und der Aseag zum Thema Busflotte geben“, kündigt Heesel an.

Aktuell hat die Aseag rund 233 Busse im Einsatz. Mit weiteren 246 eigenen Bussen bedienen Subunternehmer die Linien in Stadt und Altkreis Aachen.

Von Herbst 2018 bis März 2019 sind 98 ältere Diesel-Busse der Aseag mit neuen SCRT-Anlagen ausgestattet worden. Diese Systeme filtern Stickoxide, Feinstaub und Partikel aus den Abgasen. Die nachgerüsteten Busse sind dann so schadstoffarm unterwegs wie die modernen, schadstoffarmen Euro-6-Busse.

Zudem wurden in den vergangenen Monaten 48 neue Euro-6-Dieselbusse und 15 neue Elektrobusse bestellt. Diese neuen Busse werden in den nächsten Monaten und 2020 ausgeliefert. Dann wird die Aseag nur noch mit schadstoffarmen Euro-6-Dieselbussen und Elektrobussen unterwegs sein.

Derzeit stehen zwei Elektrobusse in den Diensten der Aseag. Einen davon haben die Mitarbeiter 2015 selbst aus einem Hybridbus umgebaut – auch um ihr Knowhow zu verbessern. Der zweite E-Bus ist bislang der erste und einzige aus einer Bestellung von 14 Elektrofahrzeugen bei der Firma Sileo, die nach einem Werksbrand offensichtlich Lieferschwierigkeiten habe.

Wann weitere Busse bestellt werden, kann die Aseag zurzeit noch nicht absehen.

Wenig absehbar ist derzeit auch, wie es mit der RegioTram weitergeht, die zunächst eine Verbindung zwischen Baesweiler und Aachen schaffen soll, die aber optional als Variante zwischen Merzbrück und Aachener Kreuz einen Abstecher zunächst zum Stolberger Hauptbahnhof machen kann.

Zwar begrüßt Verwaltungschef Patrick Haas auch den Ausbau des Schienennahverkehrs in der Städteregion. „Aber eine Erschließung Stolbergs mit der RegioTram ist derzeit nicht geplant“, so der Bürgermeister. „Zum einen ist die Erschließung Stolbergs schwierig, zum anderen gibt es mit der Euregiobahn, die bald noch bis Breinig verlängert wird, bereits einen wichtigen Schienenverkehr in der Stadt“, so Haas.

(-jül-/se)