Stolberg: Burg-Gastronomie: Bewerber sind eingeladen zur Präsentation

Stolberg: Burg-Gastronomie: Bewerber sind eingeladen zur Präsentation

Über die Verpachtung der Burggastronomie wird der Hauptausschuss auf einer Sondersitzung am kommenden Dienstag entscheiden. Dort werden alle interessierten Bewerber zuvor ihre Konzepte präsentieren können.

Am Dienstagabend beschränkte sich das Ratsgremium darauf, lediglich die Paragraphen des Pachtvertrages zu modifizieren - unabhängig davon, wer in der kommenden Woche den Zuschlag erhalten soll.

Wichtigster Punkt für den zukünftigen Gastronomiebetrieb ist das alleinige Bewirtschaftungsrecht auf der Burg. Allerdings will die Stadt auch ein wenig intensiver auf die Art der Nutzung des Wahrzeichens schauen dürfen.

Erforderlich wurde die Sondersitzung nach einem „Kommunikationsproblem” zwischen Bürgermeister und Fraktionsführungen. Das wurde erst offenbar, als unsere Zeitung über den Vorschlag des Verwaltungschefs berichtete, dass die Kupferhof-Rosental-Besitzerin Monika Lück den Zuschlag für die Burggastronomie erhalten solle. Dass es weitere ernsthafte Bewerber gab, war bis zu dem Zeitpunkt offensichtlich nicht verständlich kommuniziert worden, bis sich Gut-Kranensterz-Betreiber Thomas Voncken öffentlich erklärte, sich ebenfalls mit einem Konzept beworben zu haben. Er hatte Chancengleichheit auch für weitere Bewerber eingefordert.

Am Dienstagabend bemühten sich Fraktionen wie Verwaltung ebenso kritisch wie konstruktiv um Schadensbegrenzung. „Wir fordern eine vollständige Transparenz”, sagte Dieter Wolf (SPD, „es darf nicht der Eindruck entstehen, in Stolberg gebe es Bewerber erster und zweiter Klasse”. Es dürften aber auch nicht durch eine öffentliche Diskussion das Ansehen von Interessenten geschädigt werden. Mit Bedauern registrierte auch die FDP die öffentliche Debatte und Bernd Engelhardt monierte, dass im Vorfeld die Informationen eben nicht voll umfänglich in die Fraktionen transportiert worden seien.

Ein „transparentes und nachvollziehbares Verfahren”, mahnte Mario Wissel (Grüne) an; wie es bis dato gelaufen sei, sei bedenklich. Die „vertrauensvolle Zusammenarbeit” in den Besprechungen mit den Fraktionsvorsitzenden gefährdet, sah Dr. Tim Grüttemeier, wenn der Bürgermeister nicht voll umfänglich informiere. „Ein Großteil der Bewerber wurde gegenüber den Fraktionen nicht erwähnt”, kritisierte der Christdemokrat.

Ein „Kommunikationspanne” räumte der Bürgermeister denn auch ohne Umstände ein. Diese sei aber keinesfalls beabsichtigt gewesen. „Ich nehme die Kritik an”, sagte Gatzweiler und appellierte, im Sinne der Sache eine vernünftige Lösung zu finden. Die Gastronomie auf der Burg sei einer der Eckpfeiler für eine Ausweitung der touristischen Nutzung in der Altstadt. „Wir müssen auch dem Umstand vorbeugen, dass eine Vakanz in der Burggastronomie entsteht”, verwies Wolf auf die vorzeitige Beendigung des Vertrages durch die derzeitige Pächterin Bettina Austinat, die zum Jahresende die Burg verlassen möchte.

Ebenso betonte Grüttemeier, in einem nachvollziehbaren und transparenten Verfahren die Weichen für die nächste Zukunft stellen zu wollen - ein Punkt in dem sich alle Fraktionen und die Verwaltung völlig einig sind.

Dazu werden am kommenden Dienstag die Bewerber die Gelegenheit haben, ihre konzeptionellen Vorstellungen vorzustellen - für eine Bewirtung auf dem Wahrzeichen der Stadt ebenso wie für touristische Impulse, die dadurch von der Burg ausgehen sollen. Die Entscheidung will der Hauptausschuss mit Blick auf den Kalender nach einer intensiven Abwägung und Beratung, aber nach einer Unterbrechung direkt im Anschluss an die Sitzung fällen.