Büsbacher Marienheim steht vor der Fertigstellung

Neubau und Altbausanierung : Büsbacher Marienheim steht vor der Fertigstellung

Wenn bei der Sanierung von Altbauten alles so laufen würde, wie geplant, dann hätte Manuela Luckei schon vor gut zwei Jahren die Neueröffnung des Marienheims feiern können. Aber die Sanierung und Erweiterung hatte so ihre Tücken. Jetzt freut sich die Leiterin der Einrichtung über die bevorstehende Vollendung.

„Nur noch ein paar Dinge im Außenbereich sind zu erledigen“, sagt Luckei, „und auch das soll in diesen Wochen geschafft sein“.

Ins Marienheim kehrt wieder ein ruhiger Alltag ein. Was möglicherweise einige Bewohner der Pflegeeinrichtung bedauern werden. Sie haben mit großem Interesse den Fortgang der Arbeiten verfolgt – mit so großem Interesse, dass sogar ein Bewohner von den Bauarbeitern zum „Bauleiter“ nebst rotem Warnwimpel am Rollstuhl „befördert“ wurde. Rund sechs Jahre liegt es zurück, dass der Blick auf Bauarbeiten für Ablenkung sorgte.

1960 wurde das Marienheim von der Büsbacher Pfarrgemeinde St. Hubertus erbaut. In den 80er Jahren wurde das Gebäude um ein zweites Stockwerk erweitert. Aber Anfang dieses Jahrtausends fehlten der Gemeinde für die weitere Führung und Entwicklung des Marienheims die Kapazitäten. Ein erster Schritt in die Zukunft war die Entscheidung, das Hubertushaus gleich an der Kirche neu zu bauen. Damit kann das alte Pfarrheim einer Erweiterung des benachbarten Marienheims weichen.

Großzügig sind die Aufenthaltsräume der Wohngruppen. Sie verfügen auch über einen gemütlichen Balkon. Foto: Jürgen Lange

2008 übernimmt die Katholische Stiftung Marienhospital die Senioreneinrichtung mit ihren bislang 64 Pflegeplätzen. Die Stiftung plant eine Erweiterung der Kapazitäten mit einem Neubau nebst Sanierung des Bestandes, der das Angebot in Büsbach auf den aktuellen Stand bringt. Mit dem Abriss des alten Hubertushauses im April 2013 beginnt das Projekt, das bei voller Belegung des Heims Mitte 2016 vollendet sein sollte.

Ein Jahr später liegt der Verzug bereits bei sechs Monaten. Unerwartete Schwierigkeiten bei der Gründung und der Entsorgung des Erdreichs. Mitte 2016 ist der Neubau als erster Bauabschnitt fertig, der zweite mit neuen Funktionsräumen, Eingangsbereich, Cafeteria, Aufenthaltsbereich und Außenterrasse – die neue markante Ecke des Heims zu Dell hin – noch in Arbeit. Zwar geht es zügig voran, aber der dritte Bauabschnitt hält noch einige Überraschungen für das Team der Stiftung parat. Vereinfacht gesagt hatten die Vorkehrungen für den Brandschutz aus den 60er und 80er Jahre wenig gemein mit den aktuellen Anforderungen. Kurzum ein neuer Plan musste her, und anstatt zur Dell gelegenen Flügel in einem Rutsch zu sanieren, geschah dies in drei Bauabschnitten. Das alles ist geschafft, Anfang April feiern Stiftung und Heimleitung mit Bewohnern, Angehörigen und geladenen Gästen das neue Marienheim.

Wer die alte Senioreneinrichtung in der Erinnerung hat, erkennt das Marienheim heute kaum wieder. Großzügig und hell geworden sind die Einzelzimmer, den großzügigen Aufenthaltsbereichen nebst Balkon der Wohngruppen gegenüber liegen an der gerundeten Innenecken die Theken der Stützpunkte der Pflegekräfte inklusive Backoffice, zur Sonnenseite der Bischofstraße liegen Außenterrasse und Cafeteria. Anstelle der Fische des früheren Aquariums leisten nun zwei Kaninchen als flauschige Mitbewohner den Senioren Gesellschaft.

Der Garten im Innenhof: Im Parterre liegen die Appartments des betreutes Wohnangebotes, alle mit eigener Terrasse, sagt Manuela Luckei. Foto: Jürgen Lange

Nur die Kapelle, die während des Umbaus zeitweise zweckentfremdet werden musste, ist frisch gestrichen Gottes Haus wie eh und je. Mindestens einmal im Monat feiert Pastor Jürgen Urth die Heilige Messe mit den Bewohnern, „die aber auch jenseits des Gottesdienstes oft und gerne die Kapelle aufsuchen“, berichtet Luckei.

Heute stehen im Marienheim 76 Plätze für die vollstationäre Pflege zur Verfügung – darin besteht die Option, drei Einheiten für Paare zu einem Doppelzimmer zusammenzulegen. Es sind alles Einzelzimmer mit Bad, Telefon- und Fernsehanschluss, kostenfreiem WLAN und Notrufsystem.

Inbegriffen sind zudem sieben Plätze für die Kurzzeitpflege. „Ein Angebot, das sehr gut nachgefragt ist“, sagt Manuela Luckei. Wenn beispielsweise nach der Entlassung aus dem Krankenhaus weitere Pflege erforderlich ist, oder „um Urlaub zu machen“, sagt die Heimleiterin. Genauer gesagt machen die pflegenden Angehörigen Urlaub. Aber die Urlaubsaufenthalte der Senioren an der Bischofstraße haben viele überzeugt, sich auch langfristig im Marienheim einzumieten.

Freundlich und großzügig gestaltet sind die Stützpunkte mit Backoffice der Pflegekräfte in den Wohnbereichen. Foto: Jürgen Lange

Während die Pflegeplätze nahezu kontinuierlich belegt sind, bietet sich jetzt eine völlig neue Gelegenheit, das Marienheim zu seiner Adresse zu machen: Neun komfortable Appartments zwischen 36 und 48 Quadratmetern – alle mit Terrasse zum Innengarten gelegen – bieten den Vorzug eines selbstbestimmten und eigenständigen Lebens mit der Option, jederzeit die 24-Stunden-Notrufbereitschaft des Pflegepersonals des Marienheims in Anspruch nehmen zu können.

„Weil die Wohnungen separat liegen, kann man wie in einem Mietshaus seiner eigenen Wege gehen oder, wenn’s gefällt, an unserem vielfältigen Angebot für die Senioren teilnehmen“, beschreibt Luckei die Vorzüge. Alle betreute Wohnungen haben neben dem Bad auch eine eigene Küche inklusive Herd, Mikrowelle und kleiner Spülmachschine.

„Man kann aber auch unseren individuellen Menüservice in Anspruch nehmen“, so Luckei weiter. Und einen Joker haben die betreuten Mieter gleich in der Hand. „Bei Bedarf ist der Wechsel in die stationäre Pflege garantiert“, betont Manuela Luckei.

Die neue Cafeteria ist modern eingerichtet und lichtdurchflutet. Foto: Jürgen Lange

Apropos Pflege. „Wir sind sehr gut aufgestellt“, sagt Manuela Luckei. 28 Vollzeitstellen allein im Pflegebereich sind im Marienheim besetzt. „55,5 Prozent sind Fachkräfte“, schlüsselt die Leiterin auf, „die verbleibenden 44,5 Prozent Pflegeassistenten.“ Unter dem Strich 50 Mitarbeiter – von der sozialen Betreuung über Hauswirtschafter bis zu Haustechnik und Verwaltung – zählt die Einrichtung, deren Leitung Manuela Luckei vor zwei Jahren von Ewald Heup übernommen hat.

Der hatte neben dem Büsbacher das Eilendorfer Heim der Stiftung geleitet, bis er seinen Ruhestand antrat. Jetzt kann sich Manuela Luckei auf das Marienheim konzentrierten. Hier ist sie bereits seit 2011 engagiert, zuerst in der Qualitätssicherung, um sich dann in die Heimleitung einzuarbeiten.

Apropos Qualität: Selbst während der Umbauarbeiten wurde die Büsbacher Einrichtung mit unterschiedlichen Qualitätssiegeln bedacht.

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