Bürgermeisterkandidaten stehen Stolberger Schülern Rede und Antwort

Podiumsdiskussion : Bürgermeisterkandidaten stellen sich Schülerfragen

Die Stolberger Bürgermeisterkandidaten stehen den Schülern des Goethe- und des Ritzefeld-Gymnasiums Rede und Antwort. Verschiedene Themen stehen bei der Podiumsdiskussion auf der Agenda.

Es ist eine Tradition der beiden Stolberger Gymnasien, die gestern weitergeführt wurde: Steht eine Wahl an, stellen sich die Kandidaten den Fragen der Schüler des Goethe- und des Ritzefeld-Gymnasiums. Im pädagogischen Zentrum des Goethe-Gymnasiums kamen rund 400 junge Erwachsene zusammen, um den Worten der Bürgermeisterkandidaten Andreas Dovern (CDU), Bernd Engelhardt (FDP) und Patrick Haas (SPD) zu lauschen und diese natürlich auch kritisch zu hinterfragen.

So wollten die Schüler von den drei Kandidaten beispielsweise wissen, wie es um die Sanierung des Goethe-Gymnasiums bestellt ist. Zwar sei die Digitalisierung und die damit verbundene Ausstattung wichtig, allerdings würden in dem Gebäude mittlerweile nicht mehr alle Fenster verschließbar sein. Das soll allerdings nicht mehr allzu lange so weitergehen. Schließlich will die Stadt künftig auch in das Goethe-Gymnasium investieren.

Bevor die Fragen der Schüler beantwortet wurden, stand für Haas, Engelhardt und Dovern zunächst eine Podiumsdiskussion auf der Agenda, die von Nino Pascal Bündgen – dem Vorsitzenden des Stolberger Jugendparlaments – moderiert wurde. Das Besondere: „Ihr seid wahlberechtigt und eure Stimme zählt. Der Bürgermeister hat Einfluss auf eure direkten Lebensumstände“, machte Bernd Decker, Schulleiter des Goethe-Gymnasiums, zu Beginn deutlich und sprach damit  die Gestaltung der Stadtviertel und die Aussattung von Schulen an.

Die Themen an diesem Vormittag hatten allerdings nicht ausschließlich etwas mit Schule zu tun. Die jungen Erwachsenen forderten von den Kandidaten vielmehr Stellungnahmen zu den Bereichen Infrastruktur, Stadtplanung, Finanzpolitik, Wirtschaftspolitik und Lebensqualität.

Man müsse das Thema Mobilität „anders denken“, war sich Patrick Haas sicher und ging dabei vor allem auf den Radverkehr und die entsprechende Infrastruktur für Fahrräder ein. Dass dies ein Thema sei, das nicht nur den nächsten Bürgermeister, sondern auch noch die nächsten Gernerationen beschäftigen würde, meinte Andreas Dovern und Engelhardt machte darauf aufmerksam, dass das Thema Fahrradwege bereits vor zehn Jahren aufkam, man allerdings nicht so weit gehen dürfe, den Individualverkehr aus der Stadt rauszuholen.

Wie sie die Stadt für junge Menschen attraktiver machen würden, wollten die jungen Erwachsenen von den Kandidaten ebenfalls wissen. Dovern erklärte, dass er Stolberg auch für junge Menschen wieder zu einem attraktiven Ort machen wolle, an dem man – beispielsweise während des Studiums – auch gerne wohnen wolle. Wichtig sei in diesem Kontext auch, den Gründergeist zu fördern, und Unternehmen dabei zu unterstützen, in Stolberg Fuß zu fassen. Das sahBernd Engelhardt auch so. Allerdings war er sich auch sicher: „Wir werden ein Oberzentrum wie Aachen nicht ausstechen können.“

Patrick Haas machte die jungen Erwachsenen darauf aufmerksam, dass sie bereits jetzt die Möglichkeit hätten, Stolberg aktiv mitzugestalten und ihre Ideen einzubringen. Um Stolberg attraktiver zu machen, müsse auch ein entsprechendes Mobilitätskonzept her, das beinhalte, dass man Tag und Nacht mobil sein könne.

Und wie ist es um das Thema Integration bestellt? Diesbezüglich habe sich bereits eine Menge in Stolberg getan, allerdings müsse daran auch in Zukunft weiter gearbeitet werden, meinte Engelhardt und sprach unter anderem die internationalen Klassen als Beispiele an. Andreas Dovern merkte an, dass man so lange Integrationsprobleme habe, wie man darüber spreche und Patrick Haas war sich sicher, dass es wichtig sei, dass beide Seiten aufeinander zugingen.

Zwar konnten nicht alle Fragen der jungen Erwachsenen im Laufe der Veranstaltung beantwortet werden. Was den Schülern auf der Seele brannte, konnte sie allerdings verschriftlichen und in eine Box schmeißen. In den kommenden Tagen sollen die Kandidaten diese erhalten. Sie wiederum versprachen, auch im Nachgang noch Antworten zu liefern.

Was bei dieser Veranstaltung deutlich wurde: Wussten zu Beginn noch nicht allzu viele junge Erwachsene, wem sie bei der Wahl am 26. Mai ihre Stimme geben sollen, hatten am Ende deutlich mehr Schüler, eine Entscheidung getroffen. Wie diese letztlich ausfallen wird, zeigt sich dann Ende Mai.

(se)