Bürgermeisterkandidaten laden ein zu Bürgerdialogen

Dovern und Haas suchen das Gespräch : Rittersaal löst neue Faszination aus

Der Rittersaal der Stolberger Burg war eigentlich immer die gute Stube der Stadt. Mit dem Ausbau des Industriemuseums löste der Zinkhütter Hof die Burg in vielen Fällen als zentralen Veranstaltungsort ab.

Vor allem auch deshalb, weil die Ofenhalle mit bis zu 320 Personen mehr Platz bietet als der Rittersaal mit seiner Bestuhlung für maximal 95 Personen. Und zudem hat der Zinkhütter Hof viel mehr Parkplätze gleich vor der Türe.

Treu geblieben sind vor allem die Karnevalisten dem Wahrzeichen der Stadt. Stolbergs Prinz wird wie eh und je in der Burg proklamiert so wie am 4. Januar Ecki I. (Braun).

Nun hat auch die Stolberger Politik die Burg für sich als gute Stube wieder entdeckt. Sowohl die Christdemokraten wie die Sozialdemokraten laden ein in den Rittersaal, der, wie gesagt, mit Bestuhlung 95 Menschen fassen darf.

Die SPD hat schon seit Jahren einen weiten Bogen rund um die Burg geschlagen und ist eher traditionell von Ort zu Ort, von Sälchen zu Sälchen gezogen. Was aber mehr mit der Organisation der Partei als mit einem besonderen Verhältnis zu Burgen zu tun hat. Die Stadtverbandsversammlung besteht aus rund drei Dutzend Delegierten. Nebst besonderen Gästen wäre der Rittersaal großzügig bemessen für einen Parteitag.

Bürgermeisterkandidat Patrick Haas schwebt für Dienstag, 26. März, ab 19 Uhr im Rittersaal aber eine etwas andere Veranstaltung vor. „Wir müssen Reden“ ist sie überschrieben. Einer Rede des Bürgermeisterkandidaten folgt der Austausch mit Patrick Haas in einer Art Planungswerkstatt. Quer durch die lokale Politik sollen „gute Gespräche neue Impulse setzen“ helfen, heißt es in Haas „Einladung zum Bürgerdialog“.

Mit dieser Formulierung folgt er dem Weg, den die Christdemokraten bereits 2013 eingeschlagen haben. Im November 2013 eröffnete in Breinig noch der seinerzeitige CDU-Fraktionsvorsitzende Tim Grüttemeier eine kontinuierlich fortgesetzte Reihe von Bürgerdialogen, die mittlerweile das Silberne Jubiläum feiern können. „Was mir am Herzen liegt“ war bereits vor sechs Jahren der Slogan der Reihe, die Grüttemeier durch den Städteregionswahlkampf getragen hat und an dem jetzt auch Andreas Dovern als Bürgermeisterkandidat anknüpft.

Aber die Stolberger Burg als Veranstaltungsort, die haben die Christdemokraten auch nur bei Jubiläen oder ganz besonderen Gästen gewählt, während sie bei ihren Parteitagen recht konservativ und treu blieben. Jahrzehntelang war das Rolandshaus an der Steinfeldstraße die Hofburg der CDU. Nachdem dieses nicht mehr zur Verfügung stand, dient mittlerweile der Saal von „Angie’s Bistro“ als Tagungsort des Stadtverbandes. Und während früher das gute Dutzend von Ortsverbänden „seiner“ Kneipe im jeweiligen Dorf treu blieb, so hat die geschrumpfene Gastronomie und die zu vier Verbänden fusionierten Parteigliederungen mittlerweile zu einer flexiblen Fluktuation bei den örtlichen Tagungen geführt, was durchaus eine nicht unerwünschte Taktik war.

Aber auch die Stolberger CDU entdeckt die Burg der Kupferstadt für sich neu und lädt in der mittlerweile gewohnten Manier ein zum offenen Bürgerdialog, dem sich der formale Teil der Mitgliederversammlung anschließt. Am Donnerstag, 14. März, ab 19.30 Uhr beginnen sie in der guten Stube des Wahrzeichens der Stadt mit einer Ansprache des Bürgermeisterkandidaten und dem Dialog mit Andreas Dovern. Der Gesprächsrunde schließen sich dann Vorstandswahlen, Julibarehrungen sowie weitere Regularien an.

In den folgenden Wochen setzt der CDU-Bürgermeisterkandidat seine Zuhör-Tour nach vergleichbaren Schema bei den vier Ortsverbänden fort. Die Termine der Bürgerdialoge mit Andreas Dovern sind jeweils ab 19.30 Uhr am Montag, 18. März, im „Haus Moll“ in Vicht, am Mittwoch, 20. März, im „Piano“ in der Altstadt, am Mittwoch, 3. April, im „Birkenhof“ in Venwegen sowie am Mittwoch, 10. April, im Münsterbuscher Jugendheim.

(-jül-)