Stolberg-Donnerberg: Brückenschlag von Romantik bis Pop

Stolberg-Donnerberg: Brückenschlag von Romantik bis Pop

„Wer früh lernt, seine Stimme zu gebrauchen, ist nicht nur wahrscheinlich ein fröhlicher Mensch, sondern lernt darüber hinaus auch, sich zu behaupten. Denn Singen dient der Persönlichkeitsentfaltung und stärkt das Selbstvertrauen.“ Fröhlich waren die ambitionierten Sängerinnen und Sänger, die sich in der Pfarrkirche St. Josef sowohl solistisch als auch im Ensemble präsentierten, allemal.

Da hatte Opernsängerin und Gesanglehrerin Natalie Stercken nicht zu viel versprochen. Ihr musikalischer Brückenschlag von der Romantik bis zum Pop war durchaus hörenswert.

Den Anfang machten zwei Klavierschüler der aus Armenien stammenden Pianistin Susanna Amirkhanyan. Luan Cronja und Karen Arzt, die erst wenige Monate Klavierunterricht haben, gefielen mit vier Kinderliedern und einer Etüde in C-Dur. Seit einem halben Jahr beschäftigt sich die Gesangklasse mit der Romantik, speziell mit dem Lied. Es war die Zeit, in der Goethes Lyrik die Komponisten zu Vertonungen anregte und daher die Musik stärker am Text gekoppelt war. Diese Musikgattung suchte die wahren Erlebnisse in der Fantasie, im Traum und in der Natur, wie es im „Veilchen“ von Franz Schubert zum Ausdruck kam und das Franz Wosnitza für diesen Nachmittag ausgewählt hatte.

„Von ewiger Liebe“, eines der bekanntesten Brahms-Lieder, sangen Andrea Steinmann und Monika Strang. Die Erlösung des ruhelosen Mannes durch die liebende Frau war das Thema in „Solveigs Lied“ aus der Peer Gynt Suite von Edvard Grieg, das zu Dritt gesungen wurde. Als Quartett traten nun Andrea Steinmann, Monika Strang, Natalie Stercken und Franz Wosnitza auf und brachten das russische Lied „Das Vögelein“ von Artur Rubinstein zu Gehör.

Wunderbare Melodik und die einfühlsame Klavierbegleitung von Susanna Amirkhanyan machten das Schubert-Lied „Auf dem Wasser zu singen“, das Rebecca Sanchez-Kelm und Susanne Weelborg interpretierten, zu einem Juwel unter den Lied-Kompositionen. Der zweite Teil war geprägt von der leichteren Muse. Aus dem Singspiel „Im weißen Rössel“ von Robert Stolz sang Monika Strang „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“, dabei ging sie durch die Reihen und verteilte weiße Rosen an die Zuhörer.

Annette Klotz, seit vier Monaten Gesangunterricht, bot zusammen mit Franz Wosnitza ein traditionelles irisches Volkslied. In dem Popsong „Set Fire to the Rain“ der britischen Sängerin Adele sang Susanne Weelborg von den negativen Elementen einer Beziehung und der Unmöglichkeit der Trennung.

Rebecca Sanchez-Kelm betrauerte in „My Immortal“ von Evanescence den Verlust eines geliebten Menschen. Alle zusammen setzten mit Max Rabe und seinem Lied „Für Frauen ist das kein Problem“ den Schlusspunkt.

Egal, ob sich Frauen als Chefin beweisen, im Aktiengeschäft mitmischen, einen Marathon laufen oder im Frauenfußball erfolgreich sind, „so was machen sie mit links“ und „sehen immer gut aus“. Die begeisterten Zuhörer, die trotz eisiger Kälte gekommen und geblieben waren, applaudierten lautstark. Als Zugabe boten Natalie Stercken und Susanna Amirkhanyan den Zuhörern in der Donnerberger Pfarrkirche mit der Puccini-Arie „O mio babbino caro“ einen Vorgeschmack auf ihre neue Konzertreihe.

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