Stolberg-Breinig: Breiniger Grundschüler ist ein kleines Mathe-Genie

Stolberg-Breinig: Breiniger Grundschüler ist ein kleines Mathe-Genie

48.000 - 47.998 = 2. Bei dieser simplen Minusaufgabe dürfte Justus Rößeler nur müde gähnen. Es ist das Ergebnis des landesweiten Mathematikwettbewerbs, an dem der Breiniger Grundschüler teilgenommen hat.

Von 48.000 Viertklässlern, die NRW-weit gerechnet haben bis die Köpfe qualmen, sind nur zwei Kinder in der Städteregion übriggeblieben, die 40 Punkte erreicht haben. Und Justus ist eben einer von ihnen. Er darf demnächst, zwei Tage vor den Sommerferien, zur Siegerehrung nach Dortmund.

Getan hat der Zehnjährige dafür nichts. Mathematik, eine der ältesten Wissenschaften der Welt, ist für Justus kein Buch mit sieben Siegeln, er jongliert gerne mit Zahlen, und auf den Rechenwegen tänzelt er geradezu zum richtigen Ergebnis. „Ich rechne gerne und auch relativ gut“, sagt er grinsend. Und das kommt auch kein bisschen überheblich herüber. „Das, was Justus kann, geht schon über den normalen Viertklässler-Stoff hinaus. Da muss man schon eine sehr gute Vorstellung von Mathematik haben“, sagt die Rektorin der Grundschule Breinig, Marie-Theres Schmitz. Und Ursula Kreino, die Mathelehrerin, ergänzt: „Justus bringt mich ehrlich gesagt auch schon mal zum Überlegen.“

Seine Schulfreunde Julian Hommes und Malik Hoffmann sind noch bis zur dritten Runde mitgekommen, in Stufe 2 waren es sogar noch 42 Kinder der Grundschule dabei. Am Ende blieb nur noch Justus, aber das kennt er mittlerweile. Beim „Känguru der Mathematik“, ein Wettbewerb, der schon seit vielen Jahren ausgetragen wird und dieses Jahr im März zu Ende gegangen ist, haben 850.000 Schüler aus über 10.000 Schulen deutschlandweit teilgenommen. Unter den letzten 59 Viertklässlern war auch Justus.

An dem Projekt „Helle Köpfe“, das die Fachhochschule Aachen im Rahmen des Aachener Modells zur Förderung begabter und hochbegabter Kinder ins Leben gerufen hat, nahm der junge Breiniger ebenfalls teil. Und natürlich macht er auch gerne bei der Mathe-Knobel-AG, die die Schule anbietet, mit. Kinder, die Interesse an Mathe haben, können sich in dieser AG einbringen. Und damit Ausdauer zeigen, sich mit schwierigen Aufgaben zu befassen und damit die Motivation hochzuhalten. „Viele Kinder haben die Geduld und Motivation dafür nämlich nicht“, weiß Ursula Kreino.

Hellstes Mathe-Köpfchen seiner Schule ist er sowieso. Aber auch in den anderen Fächern schlägt er sich bestens. „Justus ist insgesamt ein sehr guter Schüler“, bestätigt die Schulleiterin. Mit Leichtigkeit spaziert er durch die Grundschulklassen, die Note „sehr gut“ steht hinter fast jedem Fach. „Gut“ ist er in Sport, Kunst und Musik, „ich male halt nicht so gerne, na ja, und Sport finde ich auch nicht so toll“, gibt der Blondschopf zu.

Privat zeigt sich Justus Rößeler allerdings sehr sportlich. Er spielt Fußball bei der DJK Sportfreunde Dorff und möchte demnächst auch Tennis spielen. „Da muss ich aber schauen, ob das klappt, weil das Tennistraining zeitgleich mit dem Fußballtraining stattfindet“, sagt er. Ansonsten ist Justus wie jeder andere Junge in seinem Alter: Er trifft sich gerne mit Freunden, spielt, macht gerne Quatsch. Aber alles im Rahmen, schließlich ist seine Mama Richterin und sein Papa Rechtsanwalt. Ob seine berufliche Laufbahn eher mathematisch oder juristisch geprägt werden wird, weiß Justus noch nicht. Er hat noch keinen blassen Schimmer, was er einmal werden möchte.

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