Stolberg: Brandstiftung: Kripo sucht jetzt einen „Feuerteufel"

Stolberg: Brandstiftung: Kripo sucht jetzt einen „Feuerteufel"

Noch einmal steuert die Feuerwehr den Brandort an der Rathausstraße an. Die Ladenlokale von „Tedi“ und der Targobank wurden durch ein Feuer am Dienstagabend derart beschädigt, dass die Geschäfte auf noch nicht absehbare Zeit geschlossen bleiben müssen. Wohnungen und ein Schlüsseldienst wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.

Drei Tage nach ihrem Großeinsatz haben die Feuerwehrkräfte eine ungleich leichtere Aufgabe. Sie müssen lediglich das verrußte Geschäftslokal ausleuchten, damit die Kriminalpolizei ihrer Arbeit nachgehen kann. Und die nimmt ihre Aufgabe genau. Ein eigens angeforderter Brandsachverständiger nimmt den abgekühlten Brandort unter die Lupe: „Ist er auch ein Tatort?“, ist die Frage, die er an diesem Morgen beantworten muss.

Nach dem Ausschlussprinzip spielt der Spezialist alle Möglichkeiten durch, wie das Feuer in der Ecke des Geschäftes entstanden sein könnte, macht Fotografien und Aufzeichnungen. Dann schiebt er das Visier seiner Atemschutzhaube hoch und sagt : „Es war Brandstiftung.“

In jener Ecke, wo Dessous und Bademoden in den Regalständern Opfer der heißen Flammen wurden, ist gezündelt worden — ohne Brandbeschleuniger, wie später Polizeisprecher Paul Kemen bestätigt. Jetzt erhärtet sich für den Brandermittler der Stolberger Kripo der Verdacht, dass er wohl einem „Feuerteufel“ auf die Spur kommen muss.

Alle Indizien scheinen dafür zu sprechen, denn es ist bereits das vierte Mal, dass in dem Discountladen die Flammen lodern. „Die Art der Begehung der Taten weist gewisse Parallelen auf“, formuliert der Polizeisprecher vorsichtig. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass hier ein ,Feuerteufel‘ am Werk ist“.

Kripo bittet um Hinweise

Die ersten drei Delikte im vergangenen Jahr gingen vergleichsweise harmlos aus: Am 27. Juni brannte ein Verkaufstisch, am 2. November wurden Küchenhandtücher im Laden entzündet und am 10. Dezember ausgestellte Socken. Die drei Brände wurden schnell gelöscht.

Doch als am vergangenen Dienstag gegen 18.10 Uhr die Brandmeldeanlage anschlug, waren die Konsequenzen ungleich schwerer. Alleine der Sachschaden durch den Brand wird mit mehr als 100.000 Euro angegeben; eine fünfköpfige Familie musste anderweitig untergebracht werden, weil ihre Wohnung nicht zu benutzen ist, und Geschäftslokal und Equipment der benachbarten Targobank sind erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden.

Sachdienliche Hinweise erbittet die Kriminalpolizei in Stolberg unter Telefon 9577-0.

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