Stolberg: Brandalarm in der Flüchtlingsunterkunft

Stolberg: Brandalarm in der Flüchtlingsunterkunft

Am Donnerstagmorgen spielen Kinder auf dem Schulhof der Propst-Grüber-Schule an der Straße Auf der Liester, ihre Mütter sitzen vor der laufenden Waschmaschine im Zelt vor der Türe, junge Männer sind in eine Unterhaltung vertieft. Nichts erinnert mehr daran, dass es hier in der Flüchtlingsunterkunft in der Nacht zuvor einen Einsatz der Feuerwehr gegeben hat.

Es war um 3.42 Uhr in der Nacht, als der Alarm bei der Feuerwehr einging. Flüchtlinge unter den 37 Bewohnern, die derzeit in der Turnhalle der Propst-Grüber-Schule übernachten, hätten einen Geruch von verbranntem Gummi wahrgenommen. Daraufhin habe der Sicherheitsdienst der Flüchtlingsunterkunft die Feuerwehr angerufen, teilte die Polizei am Donnerstag auf Anfrage der Redaktion mit.

Am Donnerstagmorgen ging in der Flüchtlingsunterkunft in der Turnhalle der Propst-Grüber-Gemeinschaftshauptschule wieder alles seinen gewohnten Gang. Kinder spielten auf dem Schulhof, im Zelt wurde Wäsche gewaschen. An den Großeinsatz der Feuerwehr in der Nacht erinnerte nichts mehr. Foto: O. Hansen

Die Feuerwehr der Kupferstadt rückte mit Kräften der Hauptwache aus, sie forderte sicherheitshalber aber auch Unterstützung der Löschgruppen Atsch, Büsbach, Mausbach und Donnerberg an. Auch Krankenwagen und Notarzt wurden alarmiert.

Zahlreiche Rettungskräfte waren am frühen Donnerstagmorgen zur Propst-Grüber-Schule gerufen worden. Foto: Ralf Roeger

„Von der Hauptwache bis zur Hauptschule sind es zwei Minuten. Wir waren also als erste Einsatzkräfte vor Ort“, schildert Michael Konrads, Pressesprecher der Stolberger Feuerwehr, die Situation. Da zu diesem Zeitpunkt kein größerer Brandherd zu erkennen war, fuhr die Feuerwehr die Alarmierung herunter. Etliche Helfer konnten gleich wieder umkehren.

Die verbleibenden Beamten der Hauptwache nahmen eine ausgiebige Erkundung der Turnhalle vor. Der Raum war tatsächlich leicht verraucht. Die 37 Personen, die in der Halle übernachten, hatten das Gebäude bereits verlassen. Sieben Menschen gaben an, Rauchgase eingeatmet zu haben.

Sie wurden noch vor Ort von Notarzt und Rettungsdienst untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass die Betroffenen nicht so viel Rauchgase eingeatmet hatten, dass man sie in ein Krankenhaus hätte bringen müssen. Auch der Leitende Notarzt der Städteregion, Dr. Klaus Winkelmann, machte sich an der Schule ein Bild vom Einsatz.

Die Feuerwehrkräfte suchten noch zwei Stunden lang in der Nacht nach einem möglichen Auslöser für den Brandgeruch. Sie schauten auch unter der Deckenverkleidung nach, ohne einen Brandherd ausfindig machen zu können.

Zum Hintergrund: Noch bevor Turnhalle und Klassenräume von den rund 150 Flüchtlingen vor mehreren Wochen bezogen worden waren, hatte die Feuerwehr in allen Räumen Rauchmelder angebracht und Feuerlöscher aufgehängt. Doch trotz des Geruchs nach Verbranntem in der Raumluft hatten die Feuermelder nicht ausgelöst.

Auch für Michael Konrads nicht zuletzt ein Zeichen dafür, dass es sich nicht um ein größeres Feuer in der Nacht gehandelt haben kann. Trotz weiterer umfangreicher Erkundungen konnten die Einsatzkräfte um Feuerwehrchef Andreas Dovern keine Ursache für den Rauchaustritt feststellen. Die elektrischen Leitungen wurden kontrolliert, die Lüftungsanlage wurde mit einer Wärmebildkamera begutachtet.

In der Halle wurde nur eine sehr leichte Verrauchung festgestellt. Die Feuerwehr blieb sicherheitshalber jedoch mit einigen Kräften bis 6 Uhr morgens vor Ort. Eine Brandwache hielt denn auch noch am Vormittag die Stellung. Zur weiteren Ursachenforschung wurden Fachbetriebe für Elektrik und Lüftungstechnik hinzu gezogen.

Auch die Fachämter der Stadtverwaltung wurden benachrichtigt. Am Morgen stand denn auch bereits die Ursache für die „Verqualmung“ der Turnhalle fest. Es war ein technischer Defekt. Ein Motor, der die Lüftungsanlage in der Halle antreibt, war durchgebrannt. Dadurch war es zur Rauchentwicklung gekommen, jedoch nicht zu einem offenen Feuer.