Stolberg: „Black Fööss“ sorgen für ein grandioses Finale

Stolberg : „Black Fööss“ sorgen für ein grandioses Finale

Stimmungsvoller hätte das große Finale von „Stolberg goes History“ wohl kaum sein können: Circa 4000 Besucher haben auf dem Kaiserplatz gefeiert, geschunkelt und gesungen, als die Kölsche Kultband „Bläck Fööss“ bei freiem Eintritt ein unvergessliches Konzert gab.

Auch die Stolberger Ex-Karnevalsprinzen werden ihren Auftritt vor der fulminanten Kulisse wohl so schnell nicht vergessen, zumal die Show der ehemaligen Tollitäten und des noch amtierenden Prinzen Patrick I. (Haas) samt Hofstaat bestens ankam und mit viel Applaus und bester Stimmung belohnt wurde.

Die kölsche Kultband „Bläck Fööss“ (Foto oben) begeistert mit dem Konzert bei freiem Eintritt die Besucher von „Stolberg goes History“. Die Kupferstädter Karnevalsprinzen (Foto unten) heizen dem Publikum auf dem Kaiserplatz ebenfalls ein und werden dafür mit viel Applaus belohnt. Foto: D. Müller

Danach hieß es „Wenn mir Kölsche singe“ mit den „Bläck Fööss“, wobei in der Folge des großartigen Konzerts die Stolberger und die auswärtigen Besucher ebenfalls lautstark sangen. Denn die „Bläck Fööss“ hatten eine Fülle von Hits mitgebracht, die das Publikum begeisterten. Mit aktuellen Titeln wie „Lommer nimmih lommer sage“ oder dem rockigen „Drink doch ene met“ heizte die legendäre Mundartband den Zuhörern auf dem Kaiserplatz ein und erinnerte daran, was seinerzeit im Kino geschah, „Wenn et Leech usjing im Roxy“.

Rund 4000 Zuhörer feiern ausgelassen und völlig friedlich bei bester Laune zu den Hits der „Bläck Fööss“. Foto: D. Müller

Mit „Unser Stammbaum“ machten die „Bläck Fööss“ gemeinsam mit dem singenden Publikum eine gesellschaftspolitische Aussage, die gerade heute wieder aktuell ist.

Die Greifvogelshows in der Gehlens Kull ziehen Hunderte Besucher an. Foto: H. Gath

Das Kupferstädter Publikum stellte aber auch unter Beweis, wie unvergessen die Geschichte vom „Meiers Kättche“ ist, und sang bei „Ming eetste Fründin“ ebenso lautstark mit. Gleiches galt auch für den „Buuredanz“ und erst recht für das „Schötzefess“, bei dem der gesamte Kaiserplatz wie aus einem Mund skandierte: „Hundertfuffzich Mann un en Fahn föhr et an, un de Musik fängk mem Schneewalzer an...“.

Höhepunkt des dreitägigen Fests

Ob mit der „Achterbahn“, dem „Bickendorfer Büdche“, „Katrin“ oder „En unserem Veedel“ — die „Bläck Fööss“ rissen das Publikum mit. Kölsche Hymnen wurden regelrecht zelebriert, bei „Dat Wasser vun Kölle“ hatte die Stimmung einmal mehr den Höhepunkt erreicht, und als die „Bläck Fööss“ zur Melodie von „Highland Cathedral“ den Song „Du bes die Stadt“ anstimmten, war wohl die Mehrzahl der Zuhörer beziehungsweise „Mitsinger“ sicher, dass damit beim Höhepunkt des Kupferstädter Kulturfestivals wohl nur Stolberg gemeint sein konnte.

Schließlich war „Stolberg goes History“ eine dreitägige Veranstaltung, die zum 900-jährigen Bestehen der Kupferstadt selbst in die Geschichte eingehen wird. Allein die beiden großen Konzerte mit Chris Thompson und den „Bläck Fööss“ lockten rund 6000 Gäste auf den Kaiserplatz, und auch das weitere Programm — vor allem der große historische Festumzug am verkaufsoffenen Sonntag — füllte am gesamten Wochenende die Innen- und die Altstadt, so dass bei der zwölften Auflage von „Stolberg goes ...“ von einem neuen Besucherrekord ausgegangen werden kann.

Die Zahl der Akteure stellt ohnehin eine neue Bestmarke dar. Neben den zahlreichen Künstlern und Gruppen, die das Programm für die Besucher dank der Sponsoren zu freiem Eintritt anbieten konnten, ließen mehr als 1000 Teilnehmer den Festumzug zu einem sehenswerten Spektakel werden.

Dementsprechend positiv fällt das Fazit aus, das Kulturmanager Max Krieger und Bürgermeister Tim Grüttemeier ziehen. Letzterer hatte zum Festivalsonntag auch eine Initiative eingeladen, die zuvor knapp 1100 Unterschriften gegen das marode belgische Atomkraftwerk Tihange gesammelt hatte. „Wir wollen noch viele so tolle Kulturfestivals und weitere Events feiern, und unsere Kupferstadt soll noch mindestens weitere 900 Jahre bestehen. Insofern passt die Aktion gut zu ,Stolberg goes History‘“, erklärte Grüttemeier auf dem Kaiserplatz.

Krieger dankte den Sponsoren, den Akteuren und insbesondere den Besuchern des Festivals: „Der Zuspruch war klasse, und es ist eine absolute Stolberger Qualität, dass die dreitägige Veranstaltung mit drei großen Events, die die Massen angezogen haben, so friedlich und ohne besondere Zwischenfälle abgelaufen ist.“ Sehr gut angenommen worden sei auch der neue Veranstaltungsort Gehlens Kull, wo am Samstag die Greifvogelstation des Wildgeheges Hellenthal in Aktion war.

Walter Meuthen, der sich mit einer Gruppe Ehrenamtler um die Pflege des Naherholungsgebiet kümmert, bestätigte dies: „Hunderte Zuschauer haben die Vorführungen bestaunt, und viele davon haben dadurch erst die wunderschöne grüne Oase mitten in der Stadt entdeckt.“

Adler, Habicht, Milan und Falke seien in der malerischen Kulisse von Gehlens Kull geflogen. Die Experten von der Greifvogelstation haben die Shows informativ moderiert und über Flug- und Jagdverhalten der Tiere aufgeklärt. „Schauplatz und Aktion haben optimal zusammengepasst. Das ist eindeutig wiederholungswürdig“, meint auch der Kulturmanager, für den nach dem zwölften „Stolberg goes ...“ schon wieder vor der 13. Auflage des Festivals ist. Wobei Krieger einräumt: „Je größer der Erfolg des Kulturfestivals ist, desto schwieriger wird es, das beim nächsten Mal noch zu toppen. Es wird problematisch, das bei der 900-Jahr-Feier erreichte Niveau von ‚Stolberg goes...‘, im kommenden Jahr zu halten.“

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