Stolberg: Bis jetzt schon 300 Flüchtlinge in Stolberg

Stolberg: Bis jetzt schon 300 Flüchtlinge in Stolberg

Die Zahl der Flüchtlinge, die Stolberg aufnimmt, steigt stetig. Im laufenden Jahre wurden der Stadt bis jetzt 119 Personen zugewiesen. Insgesamt sind rund 300 Flüchtlinge in Stolberg untergebracht.

Entsprechend steigen die Kosten, die die Stadt zu tragen hat. Waren für dieses Jahr 1,4 Millionen Euro für die Betreuung der oft schwerst traumatisierten Menschen vorgesehen, so musste der Rat diesen Betrag unlängst um 161000 Euro erhöhen.

Das zusätzliche Geld sei nötig, um kranke Flüchtlinge ärztlich betreuen zu können, sagt Sozial-Dezernent Robert Voigtsberger auf Anfrage. „Die Menschen sind teilweise so traumatisiert, dass hohe Arztkosten für die Behandlung aufgebracht werden müssen.“

Aus Arnsberg zugewiesen

Die Flüchtlinge, die in Stolberg aufgenommen werden, werden der Stadt von der Bezirksregierung in Arnsberg zugewiesen. Sie kommen aus vielen Krisenregionen dieser Welt. Unter anderem aus Afghanistan, Albanien, Bosnien, Syrien oder Eritrea. Wie viele Flüchtlinge eine Stadt aufnehmen müsse, richte sich nach ihrer Einwohnerzahl, dem Flächengebiet und der Flüchtlingszahl insgesamt, die Deutschland zugewiesen werde, so Voigtsberger. Ein weiterer Anstieg für Stolberg ist damit absehbar, wenn auch derzeit nicht genau zu beziffern.

Und damit stellt sich die Frage nach der Unterbringung der Menschen. Ein Teil wohnt derzeit in den Blocks am Kelmesberg oder in der Wiesenstraße. Die Stadt hat zudem weiteren Wohnraum angemietet. Die Überlegung, Flüchtlinge in leer stehenden Ladenlokalen wie etwa dem früheren Praktikermarkt unterzubringen, habe man gleich wieder verworfen, sagt Voigtsberger: „Der stand nie zur Disposition.“

Eine Alternative wäre eher, Wohncontainer anzumieten. Diesen Schritt sind Nachbarkommunen bereits gegangen, die die Container in manchen Fällen auch nicht nur mieten, sondern gleich kaufen wollen. Schließlich ist absehbar, dass die anlieferbaren Behausungen über etliche Jahre genutzt werden müssen. Ob auch die Stadt Stolberg die Containerlösung als Alternative in Betracht ziehe, werde im Sozialausschuss am 2. Dezember beraten, wo die aktuelle Flüchtlingssituation auf der Tagesordnung stehen wird, so der Dezernent. In die Schlagzeilen gerieten Flüchtlingswohnheime anderer Städte, die von brutalen Sicherheitswachmännern betreut wurden. Das soll es in Stolberg nicht geben. „Private Sicherheitsdienste sind für uns kein Thema“, versichert Voigtsberger.

Stattdessen sind die Mitarbeiter im Rathaus bis an ihre Grenzen gefordert. Sie sorgen dafür, dass die Kinder der Flüchtlinge in Kindergärten untergebracht werden oder in Stolberg zur Schule gehen. Voigtsberger: „Wir tun alles Erdenkliche, um die Menschen hier bei uns adäquat zu betreuen.“ Der Fachdezernent lobt in diesem Zusammenhang die Unterstützung durch die Kirchen, freie Träger und Spender. „Wir befinden uns momentan in einer Ausnahmesituation. Wir können nur hoffen, dass sich die Lage in den Krisenregionen irgendwann einmal wieder beruhigt.“

Voigtsberger appelliert an Bund und Land, weiterhin mit Hochdruck an einer Entspannung der momentanen Situation in den Kommunen zu arbeiten. Voigtsberger: „Es geht darum, weitere Maßnahmen auf den Weg zu bringen, um die Kommunen gezielt zu entlasten. Sei es durch weitere finanzielle Entlastung oder die Schaffung weiterer Unterbringungsmöglichkeiten.“

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