Birkengangstraße Stolberg:Tempo 30 und Zebrastreifen?

Entscheidung am Mittwoch : Tempo-30-Verlängerung auf der Birkengangstraße?

Vor exakt zwei Jahren beantragte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen eine Verlängerung der Tempo-30-Strecke und einen Zebrastreifen auf der Birkengangstraße. Am Mittwoch entscheidet der Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt über die Umsetzung.

Die Birkengangstraße ist eine zentrale Durchgangsstraße Stolbergs: Durch das Gewerbegebiet Steinfurt und den Pendlerverkehr ist sie stark befahren. Aber auch Kinder nutzen die Straße als Schulweg. Für sie soll die Birkengangstraße nun sicherer werden.

Das hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen bereits vor zwei Jahren beantragt. Zur Debatte standen damals eine Verlängerung des Tempo-30-Streckengebots bis zur Hausnummer 87 sowie ein Fußgängerüberweg mit Beleuchtung auf Höhe der Hausnummer 61. Abgestimmt wird am Mittwoch im Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt (ASVU) über einen leicht modifizierten Vorschlag: Dieser beinhaltet die Verlängerung des Tempo-30-Bereiches bis unmittelbar hinter die Einmündung Breslauer Straße sowie die Errichtung eines Fußgängerüberweges in Höhe der Hausnummer 57.

Bisher stand unmittelbar vor der Hausnummer 61 lediglich ein Schulweghelfer, durch den aus Sicht der Grünen die Sicherheit der Kinder nicht ausreichend gewährleistet werden kann.

Das Fachamt hat auch die sogenannten Träger öffentlicher Belange angehört und sie an der Meinungsbildung beteiligt. Die ASEAG lehnt die Verlängerung der Tempo-30-Strecke und die Einrichtung des Zebrastreifens ab. In der Stellungnahme der ASEAG heißt es, die Verlängerung führe „zu Nachteilen im ÖPNV“. Auf der Birkengangstraße verkehren die Linien 12, 42 und 48. Es sei kein besonderer Grund gegeben, wonach eine Geschwindigkeitsbegrenzung zwingend geboten wäre, so die ASEAG. Auch die Einrichtung eines Zebrastreifens wird nicht befürwortet. In diesem Fall verweist die ASEAG auf die geltenden Richtlinien, die zu prüfen seien.

Darauf verweist auch die Polizei, hat aber hinsichtlich des Fußgängerüberweges keine Bedenken. Die Tempo-30-Zone hingegen solle „nicht länger als 300 Meter sein“, heißt es von Seiten der Polizei. In der Stellungnahme der Feuerwehr räumt diese keine Bedenken ein: „Gegen das Vorhaben hegt die Feuerwehr Stolberg keine Einwände.“

Die Anpassung des ursprünglichen Antrags umfasst auch eine Testphase, in der eine mobile Querungshilfe installiert werden soll. Nach drei Monaten soll dann der Ausbau eines Fußgängerüberweges geplant und ausgeführt werden. Die Einrichtung eines Zebrastreifens beinhaltet auch, in unmittelbarer Umgebung Halteverbote aufzustellen.

Unentschlossen ist Verkehrshelfer Mohamed Ben Amar Bendriss, der seit 21 Jahren jeden Tag Schüler an der Kreuzung Breslauer Straße/Birkengangstraße sicher durch den Verkehr geleitet. „Wenn ich an der Straße bin, bleiben eigentlich alle stehen“, erzählt der 82-Jährige. Wie Tempo 30 oder ein Zebrastreifen sich auf die Verkehrssicherheit auswirken, möchte er nicht abschließend beurteilen. Fest steht für ihn aber: „Es gibt immer welche, die zu schnell unterwegs sind, egal bei welcher Geschwindigkeitsbegrenzung.“

Er habe der Polizei auch schon mal vorgeschlagen, zum Beispiel mit einer Kamera den Verkehr zu überwachen. Das sei aber nicht auf viel Zuspruch gestoßen. Wenn die von den Grünen angedachten Maßnahmen umgesetzt würden, „dann bin ich arbeitslos“, sagt Bendriss lachend. Aber egal, wie die Entscheidung ausfällt, hofft er, dass nichts passiert, wenn die Kinder die Straße überqueren - so wie in den letzten 21 Jahren.

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