Stolberg: Bethlehem-Patientenhilfe: Für andere da sein, die es schwer haben

Stolberg: Bethlehem-Patientenhilfe: Für andere da sein, die es schwer haben

„Man braucht schon etwas Fingerspitzengefühl dafür, wer angesprochen werden möchte und wer nicht“, sagt Roswitha Boltz. „Wenn ich die Fragezeichen über den Köpfen der Patienten schweben sehe, dann begleite ich sie dahin, wo sie hinmüssen“, meint Angela Walter. Die beiden Frauen sind seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Patientenhilfe des Bethlehem-Krankenhauses.

Für sie und ihre Kolleginnen sowie für das Team des ambulanten Hospizdienst Eschweiler-Stolberg haben die Stadt Stolberg und das Krankenhaus nun eine kleine Feierstunde organisiert.

„Sie sind für alle Menschen da, die Sie brauchen, unabhängig von ihrer Nationalität und Konfession“, sagt Stolbergs Bürgermeister Tim Grüttemeier zum Team der Patientenhilfe. Ein freundliches Gesicht am Empfang und am Krankenbett sei für viele Krankenhauspatienten wichtig, weil sie „voller Angst sind vor dem, was sie erwartet“. Die Damen der Patientenhilfe hätten stets ein offenes Ohr, was den Aufenthalt erleichtere. Und Pfarrer Christoph Schneider von der Krankenhausseelsorge ergänzt: „Sie schenken diesen Menschen etwas ganz Wertvolles: Ihre Zeit.“

Und Ehrenamtsbeauftragte Hildegard Nießen betont, gerichtet an den Hospizdienst: „Sie sind eine unersetzliche Stütze in der vielfältigen Arbeit, ohne die die Bedingungen für ein würdevolles Sterben nicht geschaffen werden könnten.“ Eine lebensbejahende Grundhaltung sei für diese Arbeit genauso wichtig wie die Bereitschaft, sich mit den Grundfragen der menschlichen Existenz auseinanderzusetzen.

Eine von denen, die sich für Sterbende einsetzt, ist Christa Krichel. „Ich bin schon als junge Frau mit dem Thema Sterben in Berührung gekommen“, erzählt sie. Früh habe für sie festgestanden: „Wenn die Kinder aus dem Haus sind und du noch eine Beschäftigung suchst, dann gehst du in den Hospizdienst.“

Später hätten weitere persönliche Erfahrungen sie in diesem Vorhaben bestärkt. In einer entsprechenden, 120 Stunden umfassenden Ausbildung beim Hospizdienst Eschweiler-Stolberg habe sie das Rüstzeug für diese schwierige Aufgabe erhalten. „Ich habe diesen Schritt nie bereut“, betont Christa Krichel.

Weitere Helfer gesucht

Pfarrer Hans Rolf Funken fasst seinen Dank an die Ehrenamtler folgendermaßen in Worte: „Ich glaube, dass Sie den Menschen etwas geben, das in ihrer schwierigen Situation sogar noch wichtiger sein könnte als medizinische Versorgung: Sie geben ihnen Zuwendung.“ Er sei sich sicher, dass diese Aufgabe nicht nur schwierig sei, sondern dass die Patienten den Ehrenamtlern ganz viel zurückgeben könnten.

Auch Dirk Offermann, Geschäftsführer des Bethlehem Gesundheitszentrums, bedankte sich bei den Ehrenamtlern seiner Patientenhilfe und des Hospizdienstes. Gleichzeitig warb er für ein neues Projekt des Krankenhauses, für das ebenfalls freiwillige Helfer gesucht werden: Seit Anfang Oktober gibt es im Krankenhaus eine neue klinikübergreifende Behandlungsmethode, die für Hochbetagte gedacht ist.

„Wir würden uns über ehrenamtliche Helfer freuen, die bereit wären, nachmittags Zeit mit den alten Menschen zu verbringen“, sagt Dirk Offermann, „ein Brettspiel spielen oder einfach nur über die guten alten Zeiten klönen.“ Wer Interesse hat, kann sich im Bethlehem-Krankenhaus an Schwester Lisetta wenden.

Und Hildegard Nießen schloss die Veranstaltung augenzwinkernd mit einem Hinweis auf die „angenehmen Seiten“ des Ehrenamts: Denn für Montag, 5. Dezember, lädt die Kupferstadt alle ehrenamtlich Tätigen aus Stolberg zum Tag des Ehrenamts ins Jugendheim Münsterbusch mit buntem Abendprogramm ein.