Stolberg: Bethlehem Gesundheitszentrum für Rollstuhlfahrer besser erreichbar

Stolberg: Bethlehem Gesundheitszentrum für Rollstuhlfahrer besser erreichbar

Marita Stahl, Vorsitzende des Behindertenbeirates, und ihr Stellvertreter Herbert Schüller haben sich an der Bank im neu gestalteten Eingangsbereich des Bethlehem Gesundheitszentrum niedergelassen. Keine zwei Meter entfernt ist der einzige Behindertenparkplatz - zugeparkt.

Ein Blick hinter die Windschutzscheibe zeigt: Ein Behindertenausweis, der den Besitzer des Wagens dazu berechtigt dort zu stehen, ist nicht zu sehen. Auch die beiden Plätze dahinter, eigentlich nur zum Ein- und Aussteigen gedacht, sind belegt.

Für Marita Stahl und Herbert Schüller ein absolutes Ärgernis. „Ein Behindertenparkplatz für ein so großes Krankenhaus ist einfach viel zu wenig”, sagt die Rollstuhlfahrerin.

Von Anfang an hatten die Mitglieder des Behindertenbeirates bemängelt, dass das Gesundheitszentrum für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte nur schlecht zu erreichen ist. „Wir waren ja von Beginn an in die Planungen miteinbezogen”, sagt Marita Stahl. Geändert habe sich allerdings nichts. Dafür wartete Hans Fräger, Leiter Organisation am Bethlehem Gesundheitszentrum, nun mit einer guten Nachricht auf: In den kommenden Wochen sollen insgesamt 16 Behindertenparkplätze rund um das Krankenhaus zur Verfügung stehen. Weil sich Bauarbeiten im Umfeld der Einrichtung verzögerten, waren die bisher vom Krankenhaus geplanten Behindertenparkplätze noch nicht vollständig verfügbar.

Aktuell sind bereits acht eingerichtet, acht weitere kommen in den nächsten Wochen hinzu. Neben dem Parkplatz im Eingangsbereich gibt es zwei weitere vor dem Zentrum für ambulante Physiotherapie (ZAP) sowie fünf vor dem Blumenhaus Hartmann oberhalb des Bethlehem. Hinter dem Krankenhaus sollen die Außenarbeiten bis Ende Juni abgeschlossen sein. Dann werden die dort aufgestellten Baucontainer weggeräumt. Die Bodenfläche wird eingeebnet, die Rasengittersteine durch Pflaster ersetzt. „Dort entstehen sechs weitere Behindertenparkplätze”, sagt Hans Fräger. Zwei entstehen direkt vor dem Eingang zum Bewegungsbad.

Das Bethlehem Gesundheitszentrum hat alle Möglichkeiten auf seinem Gelände voll ausgeschöpft, liegt damit sogar über den Wünschen des Behindertenrates. Einzig die Stadt könnte noch neue Behindertenparkplätze einrichten. Etwa an der oberen Steinfeldstraße, in Höhe des Rolandshauses oder auf der Ritzefeldstraße.

Schwierig ist allerdings die Sache mit den Falschparkern. Denn die werden immer dreister, wie Hans Fräger sagt. Nicht nur, dass einige unbelehrbare Zeitgenossen auf dem Behindertenparkplatz stehen und dann zum Einkaufen in die Stadt gehen; so mancher stellt seinen Pkw auch einfach dort ab, wo eigentlich der Krankenwagen anfahren soll. Unverantwortlich, wenn man bedenkt, dass oft schon wenige Sekunden über Leben und Tod entscheiden. „Uns fehlt leider juristisch die Handhabe, um nachhaltig dagegen vorzugehen”, bedauert Fräger.

Mache man die Leute darauf aufmerksam, hätten die immer eine passende Ausrede parat oder konterten gar mit Beschimpfungen. Die Politessen dürfen auf dem Privatgelände nicht kontrollieren. Und so appellieren Krankenhaus und Behindertenbeirat, weder auf Behindertenparkplätzen noch auf der Krankenwageneinfahrt sein Auto zu parken.

Froh jedenfalls sind Marita Stahl und Herbert Schüller über die neu eingerichteten Parkplätze. „Das kann ich nur noch loben”, sagt Marita Stahl.

Und das wird sie mit Sicherheit auch auf der Sitzung des Behindertenbeirates am Donnerstag, 31. Mai, um 17 Uhr in Zimmer 143 des Rathauses tun.

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