Frühschopppen der Eisenbahnfreunde: Besucher tauchen in die vergangene Zeit der Dampflok ein

Frühschopppen der Eisenbahnfreunde: Besucher tauchen in die vergangene Zeit der Dampflok ein

Beim Frühschoppen der Stolberger Eisenbahnfreunde geht es um die Vergangenheit: die Strecken von Stolberg-Hammer (heute: Altstadt) nach Breinig. Zahlreiche Besucher haben sich zur Veranstaltung im Foyer des Hauptbahnhofs versammelt.

Es werden  immer mehr. Die Sessel im Foyer des Stolberger Hauptbahnhofes werden immer enger zusammen geschoben. In die Lücken (falls es denn die noch gibt) werden Biertischbänke gestellt. Während ICE-Triebwagen, Züge der Euregiobahn und andere Schienentriebfahrzeuge vorbei rauschen oder -tuckern, hat der „Frühschoppen für Eisenbahnfreunde“ nicht angefangen, denn der Zustrom lässt nicht nach. Kein Wunder, denn heute geht es um die Strecken von Stolberg-Hammer (heute: Altstadt) nach Breinig, die in der nächsten Zeit wieder für den Personenverkehr ertüchtigt werden soll.

Wie immer, wenn mit Roland Keller, dem Organisator des Frühschoppens, ein ausgewiesener Kenner das Thema übernimmt, strömen die Gäste (denn eine formelle Mitgliedschaft gibt es nicht) umso reichlicher und können sich nicht satt hören an den Informationen aus der Zeit, in der die Bahn die breite Fläche noch nicht geräumt hatte.

Dann fahren sie wieder über die damals teilweise noch doppelt geführten Gleise dieses Teilstücks der einstigen Vennbahn: Schienenbusse, Dampfloks mit und ohne Schlepptender, von denen heute bis auf ein paar Glücksfälle bei Museumsbahnen nicht mal die Spur eines Schrotthaufens geblieben ist.

Sonderzug zum Kirchentag in Aachen: Diese Garnitur fuhr 1986 dem Fotografen vor die Linse. Das Gebäude ist nun von der Rückansicht zu sehen. Foto: Christoph Hahn

Sogar der von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) gekaufte Dieseltriebwagen, der einst an Sonn- und Feiertag zu Sonderfahrten von Stolberg nach Walheim oder Raeren fuhr, nahm auf den Bildern des Eisenbahnhistorikers nochmals Gestalt an – wie auch der Breiniger Bahnhof und seine Nebengebäude in allen möglichen Bauzuständen zwischen der Errichtung 1898 und heute. Fotos, Streckenkarten, Gleispläne und andere Dokumente: Das gehört im Bahnhofsfoyer einfach dazu. Ehrensache.

Kurze Filme, die Udo Bellingradt an Bord eines Gleismesstriebwagens oder Klaus Wölfle vom Transport belgischer Militärfahrzeuge auf der Schiene drehten, rundeten das breit gestreute Informationsangebot ab.

(chh)
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