Schulsekretariate: Beschwerden gibt es laut Personalrat schon seit Jahren

Schulsekretariate : Beschwerden gibt es laut Personalrat schon seit Jahren

Ein neues Stellenbemessungskonzept für die Schulsekretariate könnte ab dem 1. Januar 2020 umgesetzt werden – vorausgesetzt Hauptausschuss und Rat stimmen diesem in ihren Sitzungen Anfang November zu. Die Vorberatungen fanden bereits im Schul- und im Personalausschuss statt. Beide Male sprach die Politik sich für die Umsetzung aus.

Zum Hintergrund: Immer wieder müssten die Sekretärinnen Überstunden leisten, führten die Grundschulleitungen an. Durch den gebundenen Ganztag an den weiterführenden Schulen müssten die Sekretariate dort eigentlich ganztägig besetzt sein. Auch die Ausweitung der Schulstandorte – immerhin gibt es in Stolberg mittlerweile zwei Gesamtschulen mit insgesamt vier Standorten – soll in dem Konzept berücksichtigt werden. Das Berechnungsmodell für Grundschulen stellt sich wie folgt auf: Der Grundbedarf für jede Grundschule liegt bei zehn Stunden in der Woche – bei einer Mindestgröße von vier Klassen.

Für jede weitere Klasse gibt es eine Stunde in der Woche zusätzlich, für jede OGS-Gruppe ist es eine halbe Stunde zusätzlich in der Woche und für Schulen mit mehr als 50 Prozent der Schüler mit besonderen Bedarfslagen – dazu gehören Kinder mit festgestelltem Förderbedarf und Kinder mit Migrationshintergrund – sind es noch einmal 2,5 Stunden in der Woche zusätzlich.

Und wie sieht es bei den weiterführenden Schulen aus? Die beiden Sekretariate der Gymnasien sind mit Teilzeitkräften besetzt. Um einen reibungslosen Ablauf zwischen den beiden Kräften zu ermöglichen, seien Übergabezeiten und eine gemeinsame Arbeitszeit (4,5 Stunden in der Woche) zum Austausch erforderlich. Fachamt, Schulleitung und Sekretariate bewerten dieses Konzept als positiv. Der Grundbedarf liegt bei 39 Stunden in der Woche. Hinzu kommen die Übergabezeiten an vier Arbeitstagen, die 0,5 Stunden pro Tag ausmachen und eine gemeinsame Arbeitszeit von 5,5 Stunden in der Woche. Macht pro Sekretariat 46,5 Stunden in der Woche.

Anders ist es in der Realschule Mausbach. Diese wird auslaufend geschlossen. Der aktuelle Stundenanteil in diesem Schuljahr liegt bei 30,39 Stunden in der Woche. Dieser reduziert sich aber zum Schuljahresbeginn 2020/2021 auf 25 Stunden in der Woche und zum Schuljahresbeginn 2021/22 auf 20 Stunden in der Woche. Am Teilstandort Stolberg der Willi-Fährmann-Schule sei – nach Abstimmung mit Schulleitung und Sekretärin – der Stundenumfang ausreichend. Dabei handelt es sich um 27 Stunden in der Woche.

Vier Sekretariate

Bei den Gesamtschulen seien vier Vollzeitkräfte zur Abdeckung von vier Schulsekretariaten im gebunden Ganztag erforderlich. Die beiden Vollzeitkräfte werden mit einem Stundenumfang von je 39 Stunden pro Woche eingeplant. Hinzu komme pro Gesamtschule ein Mehrbedarf von zehn Stunden pro Woche aufgrund der Verteilung der Schulen auf jeweils zwei Schulstandorte.

Personalratsvorsitzender Martin Künzer sprach sich für das Konzept aus. 2008 habe sich die Politik das letzte Mal mit diesem Thema befasst. Von den Kolleginnen gebe es bereits seit Jahren Beschwerden. Allerdings regte Künzer an, das Thema auch kritisch zu hinterfragen. Schließlich gebe es an den Schulen auch unterschiedliche Stellenprofile. Künzer meinte, es müsse nach Schulform auch einheitliche Stellenbeschreibungen geben.

(se)
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