Stolberg: Beschlossen: Katzen müssen kastriert werden

Stolberg: Beschlossen: Katzen müssen kastriert werden

Einerseits besteht die Gefahr des Übergewichts, andererseits wird eine längere Lebenserwartung konstatiert: Katzen in Stolberg, denen die Halter Freigang gewähren, müssen nun kastriert sein. Die Verpflichtung gilt ab einem Alter von fünf Monaten.

Zur Zucht von Rassekatzen kann die Stadt auf Antrag Ausnahmen der Kastratiosnspflicht erteilen, sofern einer Kontrolle und Versorgung der Nachzucht glaubhaft dargelegt wird. Außerdem müssen freilaufende Katzen ab sofort mit einem Mikrochip gekennzeichnet werden. Eine Tätowierung sei nicht geeignet, weil sie mit der Zeit verblassen könne.

Veterinäre dürften sich nach der einstimmigen Entscheidung des Stadtrates auf zusätzliche Arbeit freuen. Die verabschiedete Novellierung der Ordnungsbehördlichen Verordnung (§ 14) dient jedoch weniger der Wirtschaftsförderung, sondern erfolgte auf Antrag des Tierschutzvereins für Aachen und Umgebung, der sich an alle Kommunen in der Städteregion gewendet hatte.

Ziel soll es sein, einer „zunehmend steigenden Katzenpopulation” zu begegnen. Dessen Bemühungen, die Zahl von herrenlosen und verwildert lebenden Katzen zu reduzieren, erwiesen sich bislang als erfolglos; im Gegenteil nahm der Anteil der Fundkatzen zu. Die Kosten für Futter und medizinische Versorgung stellen diesen wie auch andere Tierschutzvereine zunehmend vor Probleme. Nun soll diese Verordnung helfen, Katzen ein tierschutzgerechtes Leben in Stolberg zu ermöglichen.

Rechtlich gesehen hält die Verwaltung die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht zwar auf wackeligen Füßen, aber das Risiko eventueller Klagen könne eingegangen werden. Auf eine intensive Überprüfung wird die Stadt allerdings verzichten, denn dem signalisierten zusätzlichen Personalaufwand schob der Rat gleich einen Riegel vor. Die Kosten für eine Kastration bezifferte die Verwaltung auf 60 bis 90 Euro, die für eine Kennzeichnung und Registrierung mittels Mikrochip auf 35 Euro.

Aus Aspekten des Tierschutzes wurde darauf verzichtet, Stolberger als Halter zu definieren, die freilaufende Katzen regelmäßig füttern. Sie müssen ihre Schützlinge nichtkastrieren lassen.

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