Stolberg: Bei Feuer kommt die Hilfe vom Rathaus

Stolberg: Bei Feuer kommt die Hilfe vom Rathaus

Wenn es irgendwo in Stolbergs City brennt, sind sie neben den fest eingestellten Feuerwehrleuten der Hauptwache als erste Helfer am Einsatzort: die fünf Mitglieder der „Löschgruppe Rathaus“. Seit fast sieben Jahren besteht diese Löschgruppe aus zwei weiblichen und drei männlichen Mitarbeitern der Verwaltung.

Claudia Delsemmé, Rebecca Breuer, Dirk Bohne, Paul Schäfermeier und Bernd Frings sind nicht nur erfahrene Feuerwehrleute, die auch in anderen Löschgruppen Stolbergs und Kohlscheids bei Einsätzen mit ausrücken. Sie sind für ihre Zwecke komplett ausgerüstet. Im Schrank in einem Büroraum des Rathauses hängen fünf Feuerwehrmonturen. In der Tiefgarage steht der Feuerwehr-Pkw, mit dem die Löschgruppe notfalls unter Blaulicht zum Einsatzort ausrücken kann.

Alarmiert werden die Rathaus-Feuerwehrleute über den digitalen Meldeempfänger oder SMS. „Die Mitglieder der Hauptwache sind bei Einsätzen innerhalb Stolbergs immer am schnellsten vor Ort“, betont der Sprecher der hauptamtlichen Feuerwehr, Michael Konrads. „Doch gleich danach trifft als Verstärkung die Gruppe aus dem Rathaus ein.“ Schläuche oder Atemschutz haben die Helfer der Hauptwache dabei, gebraucht werden erfahrene Leute, die tatkräftig mit anpacken.

„Vor allem tagsüber sind die Kollegen aus dem Rathaus sehr wertvoll“, sagt Konrads. Weil viele Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr zuerst zu den Treffpunkten ihrer Löschgruppen müssen. Zu ihrer Einsatzkleidung und zu den Löschfahrzeugen. Viele können auch gar nicht erst anrücken, weil sie viel zu weit entfernt an ihrem Arbeitsplatz sitzen. Die Löschgruppe Rathaus ist bei Bedarf womöglich schneller bei einem Einsatz in einer Stolberger Fabrik als die zuständige Werksfeuerwehr.

Feuerwehrleute sind extrem hohen Anforderungen ausgesetzt. Sie müssen, wenn sie unter Atemschutz gegen Rauch und Flammen vorgehen, alle drei Jahre medizinisch untersucht werden. Ab einem Alter von 50 jedes Jahr. Mit 60 Jahren ist der Feuerwehreinsatz ohnehin nicht mehr möglich. Das gilt auch für die Rathausgruppe. Die ist inzwischen zum großen Vorbild geworden. Nachbarstädte haben ihre Idee längst kopiert.Unlängst übrigens Baesweiler.

(oha)
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